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Moshquito: Behind The Mask

Sehr cooles, abwechslungsreiches Thrash-Gewitter
Wertung: 8/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 50:02
Release: 15.02.2008
Label: twilight

Holla, die Waldfee – was für ein amtliches Brett! – Den (echt ziemlich coolen) Namen der Band, die ja schon eine ganze Zeit lang, genauer gesagt, bereits seit Anfang der Achtziger Jahre existiert (früher unter dem Namen Argus), habe ich zwar schon ein paar Mal gehört, die Musik des Quintetts jedoch kommt mir mit dieser CD zum ersten Mal zu Ohren.

Doch es hat sich gelohnt: Man merkt, dass hier erfahrene, hervorragende Musiker am Start sind, die Wert auf durchdachtes Songwriting und viel Abwechslung legen und die übrigens bereits zu DDR-Zeiten Kultstatus genossen, heute allerdings in der Thrash-Szene unerklärlicherweise – und das muss man klar sagen, wenn man hört, was diese fünf Haudegen auf dem Kasten haben – ein Schattendasein neben den Ruhrpott-Thrashern fristen.

Dabei macht diese Combo wirklich keine Gefangenen und geht keine Kompromisse ein, gnadenlos gibt es hier einen Arschtritt nach dem anderen. Es wird zwar sehr deutlich, wo die Wurzeln der Ostdeutschen liegen – im guten, alten Thrash der Achtziger eben –, dies aber heißt noch lange nicht, dass wir es hier mit altbackenen, aufgewärmten Kamellen zu tun hätten, im Gegenteil: Dafür sorgt schon die zeitgemäße Produktion, die sich selbst hinter Nevermore nicht unbedingt zu verstecken braucht.

Hauptsächlich jedoch ist es das originelle Songwriting, das zu gefallen weiß: Mittels zahlreicher Breaks und Rhythmuswechsel wirkt die ganze Angelegenheit durchaus hin und wieder progressiv angehaucht und durch den cleveren Wechsel zwischen melodischen Passagen, welche zahlreiche filigrane Doppel-Lead-Gitarren und Dreiklangs-Läufe sowie Tappings enthalten und gnadenlos platt walzenden, auf Drop D gestimmten Death/Thrash-Gewittern, ist für den Metaller jeder Couleur Futter vorhanden: Für die Death- und Thrash-Metal-Fraktion, die einfach gerne die Matte kreisen lässt, genauso wie für die Progger unter Euch, die es etwas härter mögen und für diejenigen, die inmitten von Prügelorgien auch gerne mal eine Melodie hören und durchschnaufen wollen.

Brutales Geballer, bei dem vor allen Dingen auf die Tube gedrückt wird wie bei „Necrophile“, „Perverted Appetite“ oder „Amputated“ wechselt sich ab mit Stücken wie dem Titeltrack, bei dem völlig unvermittelt, aber absolut passend plötzlich wundervolle Akustikgitarren aufhorchen lassen, „State Of The Rat“, wo teilweise fast schon Psychotic-Waltz-mäßige Klampfen erklingen oder dem finalen „If You Bleed“, bei dem man von aggressiver Härte plötzlich in ein melodisches Riffing plus klassischem Gitarrensolo übergeht. Richtig fett sind auch immer wieder die groovigen Parts, wo man den Fuß etwas vom Gaspedal herunternimmt – wie beispielsweise in der Mitte von „The Atheist“ – und auch das ruhige, hervorragend strukturierte, spannende Instrumental „Visions Of A Better World“ fügt sich sehr gut ins Gesamtbild ein.

Es mag sein, dass die Scheibe aufgrund der erwähnten vielen Breaks und der mannigfaltigen Details nicht besonders leicht zugänglich ist, zumal zumindest nach dem ersten Durchlauf nicht wirklich viel im Gedächtnis haften bleibt, aber dafür entdeckt man bei jedem Hören etwas Neues und erst nach und nach entpuppt sich die Detailverliebtheit, die Spielfreude und Akribik, mit der hier vorgegangen wurde.

Fazit: Ein Album, das hervorragend den Spagat zwischen Old-School und Moderne schafft und bestimmt eines der Thrash-Highlights des Jahres werden dürfte. Hier vergebe ich gut und gerne acht Punkte.

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