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Mortification: The Evil Addiction Destroying Machine

Die dunkle Seite ist eben doch viel schöner
Wertung: 4/10
Genre: Heavy Metal, White Metal
Spielzeit: 42:30
Release: 30.10.2009
Label: Rowe Productions

Das Trio Mortification gilt als eine der ersten christlichen Metalbands weltweit und als DIE Christenband Australiens. Seit ihrem ersten Album "Break The Curse" (1990) gehören die drei Langhaarigen aus dem Outback zur örtlichen Prominenz, ihr 1992er-Album "Scrolls Of The Megilloth" verschaffte den Dreien einen Ruf als eine der einflussreichsten White Metal Bands auch über die Grenzen ihrer Heimat hinaus. Zusätzlichen Schub erhielt ihr christlicher Glaube durch die wundersame Heilung von Sänger, Bassist und Bandgründer Steve Rowe, der Mitte der Neunziger an Leukämie erkrankte und seine als fast unmöglich eingestufte Genesung auf die heilenden Hände des Herrn zurückführt.

Nun sind die Metal-Missionare mit ihrem mittlerweise 14. Album zurück (Best Ofs und Live-Platten nicht mitgerechnet), das auf den schönen und gottesfürchtigen Namen "The Evil Addiciton Destroying Machine" hört und im Gegensatz zu den thrashigeren Frühwerken angeblich mehr Hardcore-Elemente enthält. Was uns erwartet, ist also eine nette Mischung aus traditionellen Heavy Metal, Thrash und eben Hardcore.

Bekanntlich ist "nett" der kleine Bruder eines weitaus garstigeren Wortes, aber fluchen darf man als guter Christ ja sowieso nicht. Mortifications neue Platte ist allerdings alles andere als christlich: Die Scheibe hat einen unangenehm unprofessionellen Demo-Charakter; schon beim Titelsong klingen die Instrumentals merkwürdig eindimensional, der Gesang gerät in den Hintergrund. Auch "The Master Of Reinvention" wirkt sehr Old School-mäßig, allerdings auf die unspannendste Art und Weise, die man sich vorstellen kann.

"A Sense Of Eternity" bringt zum ersten Mal Schwung in die ganze Geschichte, was vor allem Mick Jelinics genialen Gitarrenriffs zu verdanken ist. Ebensolches Potenzial lässt sich bei "One Man With Courage Makes A Majority" erkennen, leider Gottes aber nur im Refrain. Der Rest des Songs gestaltet sich relativ unspannend, man merkt der Band die Professionalität, die sich in zwanzig Jahren Karriere hätte einstellen sollen, kaum an. Wie bei den übrigen Songs auch, wirkt der Gesang zu angestrengt, das Stück verliert sich in ödem Geschredder.

Zwar kommt der eingestaubte Thrash füherer Tage wieder schüchtern zum Vorschein ("I´m Not Confused"), dennoch geht der Garagenband-Charakter einfach nicht verloren. Es mag zwar durchaus Bands geben, bei denen das leicht wirre und vor allem deplazierte Geschrammel einen gewissen Charme versprüht, bei den alternden Missionaren ist das jedoch nicht der Fall. Wieder gibt es kurze Lichtblicke in Form gelegentlich eingestreuter Gitarrenriffs, dennoch wirkt auch bei "Alexander The Metalworker" Rowes Gesang zunehmend monoton und - ja, man muss es leider sagen - nervig. "Resurrection Band (A Tribute To Rez)" geht wieder sehr in Richtung Old School und auch hier ist Mr. Jelinic der Mann des Tages: Mit seiner großartigen Gitarrenarbeit rettet er tatsächlich den kompletten Song.

Fazit: Falls es tatsächlich einen Gott gibt - was nach diesem Werk stark zu bezweifeln ist - heißt er eindeutig Mick Jelinic. Wie dieser Mann es schafft, einer gänzlich langweiligen Platte zumindest kurzfristig Leben einzuhauchen, ist bemerkenswert. Ansonsten weiß ich jetzt immerhin, wieso das Aussie-Trio bisher weitgehend an mir vorbeigegangen war; der monotone Gesang und die, abgesehen von der Gitarre recht lahme Instrumentierung werfen die Frage auf, wie ein halbwegs gnädiger Gott so etwas zulassen konnte. Wir wussten es doch von Anfang an: Die dunkle Seite ist doch viel schöner.

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