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Mortal Remains: Next Level

Das Erbe des Teutonen-Thrashs
Wertung: 8.5/10
Genre: Thrash Metal
Spielzeit: 36:20
Release: 30.11.2006
Label: Eigenproduktion

Ruhrpott-Thrash ist im Grunde genommen immer noch das Maß aller Dinge, das Original, das selbst die Bay Area im Laufe der Jahre in Sachen Ursprünglichkeit und Feeling niemals unterbuttern konnte. Bands wie Kreator und Sodom sind der Teutonen-Szene an den Kohlegruben entsprungen, ebenso eine ganze Reihe Underground-Hopefuls, die den 80er-Thrash maßgeblich geprägt und seine Brillanz bis in die heutige Zeit gerettet haben.

Heutzutage ist ‚unter Tage’ nicht mehr allzu viel los; die wenigen Verbliebenen sind letztendlich nur diejenigen, die auch schon zwei Dekaden zuvor die Führungsrolle innehatten, und nur noch ein ganz kleiner Teil wirklicher Idealisten hält die Fahnen des traditionellen, Teutonen-Thrash mit Stolz und Würde aufrecht. Zu jener Gattung gehören auch die Wuppertaler Mortal Remains, zwar keine typischen Kohlekinder, aber definitiv mit der Hingabe der westdeutschen Thrash-Szene gesegnet. In der jüngeren Vergangenheit machte die Band allerdings vermehrt mit Besetzungswechseln Schlagzeilen, bis nach mehreren EPs und Singles auch endlich in fester Bestzung wieder Zeit für einen neuen regulären Output blieb. „Next Level“ ist die erste Studioplatte in vier Jahren – als solche aber eine deutliche Kampfansage.

Stilistisch hat sich trotz der unterschiedlichen Einschnitte auch kaum etwas verändert; die band spielt nach wie vor aggressiven Thrash mit starkem Hang zur klassischen 80er-Szene, hinzu aber auch von einzelnen richtig heftigen Passagen durchsetzt, die mitunter auch an moderne Götter wie Arch Enemy erinnern. In diesem Zusammenhang ist sicherlich auch erwähnenswert, dass nunmehr eine weibliche Stimme ins Mikrophon kotzt, sich indes zwischen Namen wie Mille Petrozza und Angela Gossow recht überzeugend einfindet.

Das Songmaterial auf „Next Level“ hingegen ist die pure alte Schule: Schnell, schneller, am schnellsten, und immerzu mit pumpenden Grooves und forschen Rhythmen. Die Band geht von Beginn an aufs Ganze und schöpft aus dem Brunnen solcher Bands wie Holy Moses, Destruction und ganz besonders Kreator aus dem Ganzen. Auch soundtechnisch lässt man nichts anbrennen und packt temporeichen Stoff wie „My Revenge“, „In The Line Of Fire“ und „Hatred“ in ein ziemlich raues, basisches Gewand, welches sich – wen wundert’s – weitestgehend an den Klassikern aus dem vorletzten Jahrzehnt orientiert.

Dennoch sind Mortal Remains heuer weit davon entfernt, ein schlichter 80er-Rip-Off zu sein, da sich das Quintet einigen moderneren Einflüssen gegenüber recht offen zeigt und sie in dezenten Schüben auch in die neuen Songs einfließen lässt. Davon abgesehen sind die zehn neuen Kompositionen aber sowieso absolut zeitlos und in Sachen Energie und Bestimmtheit für eine derartige Einordnung völlig irrelevant. So plump dies nun klingen mag, doch auf „Next Level“ kommt es vor allem darauf an, dass die Musik abseits jeglicher Monotonie richtig schön kickt – und das ist in allen Stücken definitiv der Fall!

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