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Morta Skuld: Through The Eyes Of Death - The Early Demos

Eine Reise in die Vergangenheit
Wertung: 8/10
Genre: Old School Death Metal
Spielzeit: 38:11
Release: 05.07.2011
Label: Relapse Records

Bei manchen Bands muss man erst einmal in der Zeit zurückgehen, um die Relevanz einer Veröffentlichung zu analysieren. Im vorliegenden Fall muss man im Jahr 1990 anhalten. In Amerika blüht gerade die Underground-Death-Metal-Szene. Gerade an der Westküste überbieten sich Bands gegenseitig mit immer härterer und brutalerer Musik. Doch auch im Norden formieren sich mehr oder weniger talentierte Bands. Eine der talentierteren waren die aus Milwaukee stammenden Morta Skuld. Die Band konnte mit ihren Alben "Dying Remains" und "As Humanity Fades" in der internationalen Death-Metal-Szene Aufsehen erregen. Danach wurde es langsam immer ruhiger um die Gruppe, bevor sich die Musiker um das Jahr 2004 entschieden, getrennte Wege zu gehen.

"Through The Eyes Of Death - The Early Demos" befasst sich, wie der Name ja schon sagt, mit den ersten beiden Demos der Gruppe. Beide sind 1990 erschienen und sie sollten den Weg der Band ebnen. Bisher gab es die Aufnahmen allerdings nur auf Musikkassette. Nun, da es bald keine Kassetten zum Tapetraden mehr geben wird, hat sich die Plattenfirma Relapse Records entschieden, das Material der beiden Aufnahmen auf einen Silberling zu pressen. Gesagt, getan, das vorliegende Werk ist das Ergebnis. Zu den beiden Demos wurden aber noch zwei Zusatzsongs gepackt. Der Titel "Eternal Suffering" gehört zu keinem der beiden Demos, er wurde im Jahr 1991 für Earache Records als Single eingespielt. Allerdings wurde das Stück nie publiziert. Das letzte Stück der Scheibe, die Coverversion zu Metal Churchs "Metal Church", wurde allerdings erst 1998 recorded und ist somit die jüngste Nummer auf dem Rundling.

Der Sound der Scheibe ist authentisch. Genau so klangen viele Veröffentlichungen aus dieser Zeit. Alle Instrumente sind basslastig und das Gesamtergebnis klingt dementsprechend ein wenig dumpf. Hier wird allerdings der Nostalgiefaktor deutlich höher gewertet als der nicht zeitgemäße Klang. Das Schlagzeug rumpelt recht heftig und die Gitarren sägen um die Wette. Am beeindruckendsten sind allerdings die Gesangspassagen. Momentan gibt es nur sehr wenige, die auf diese Weise die Lyrics unter das Volk bringen. Frontmann Dave klingt ein wenig nach John Tardy von Obituary. Ihm zuzuhören macht viel Spass, vor allem weil die Stimme so ungekünstelt wirkt. Die Songs sind eher im Mid-Tempo-Bereich angesiedelt. Doch bei weitem nicht nur, neben richtig fiesen, schleppenden, ja schlürfenden Elementen haben sich auch richtige High-Speed-Blast-Konstruktionen mit eingeschlichen. Im Vergleich zu den schnellen Elementen überwiegen die eher doomigen allerdings sehr deutlich. Musikalisch sollte man nicht zu viel erwarten, es handelt sich hier ja immerhin um zwei Demoscheiben. Die Gitarrensoli machen aber vieles wett und rocken ganz gut.

Die Metal Church-Coverversion sollte mit Vorsicht genossen werden. Diese ist sehr weit vom Original entfernt, vor allem was die Stimme angeht. Ansonsten kann man der Langrille eine durchaus positive Note geben. Der Grund, warum gerade jetzt die Demos veröffentlicht werden, wird wahrscheinlich nie geklärt werden, aber den Fans der Gruppe wird das ja wohl egal sein. Empfehlenswert ist die Kiste allen, die auf richtigen Old School Death Metal stehen und keine Kompromisse eingehen wollen. Sich die Scheibe einmal anzuhören kann sicherlich nicht schaden und für die jüngeren Death Metaller ist diese Veröffentlichung ein wahrlich schönes Anschauungsstück, um zu zeigen, wie es einmal war.

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