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Morowe: Pieklo. Labirynty. Diably

Genie und Wahnsinn vereint – Das Kammerspiel der Verdammnis
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 48:37
Release: 01.06.2010
Label: Witching Hour Production

So schlicht wie sich das Cover des Debütalbums von Morowe zeigt, so schlicht bringt auch der Titel die Themen auf den Punkt: „Pieklo. Labirynty. Diably“, was frei übersetzt soviel wie „Hölle. Labyrinth. Dem Teufel.“ bedeutet. Das polnische Trio betritt mit „Pieklo. Labirynty. Diably“ den dunklen Pfad des Black Metals und lässt echte Qualen spüren. Gleichzeitig zeigen sie sich aber auch vielseitig, so dass das Album im Laufe der Spielzeit eine Entwicklung durchläuft, die Post Rock- wie auch Black’n’Roll-Ansätze zum Vorschein bringt.

Besonders der Anfang wurde von Morowe mit Bedacht gewählt. Das verklärte Intro vermittelt ein Gefühl von geheimnisvoller und tiefer Düsternis, was ich in dem ersten Song gekonnt fortsetzt. Die menschlichen Laute in dem Lied „Komenda“ klingen so gequält und schmerzverzerrt, dass sie ein authentisches Klangbild voller Pein und Agonie schaffen. Passend dazu ist die Stimme von Sänger Nihil dämonisch verzerrt worden, so dass sie sehr kaltblütig und grausam klingt, was wunderbar zu dem schlagkräftigen Lied passt. Hier gereicht sich auch der harte Klang ihrer polnischen Muttersprache zum Vorteil, der sie für ihre Lyrics treu geblieben sind. Im Weiteren werden die Worte geradezu hingespuckt - teilweise sogar melodiös gesungen. Wobei das Wort „melodiös“ es nicht ganz trifft, da diese Vocals dem Sänger anscheinend nicht so ganz liegen. Jedenfalls klingen sie etwas schief und unrhythmisch, was man von dem überzeugendem Krächzen nicht sagen könnte: rau und fies, so wie es sich im Black Metal gehört.

Ingesamt ist der Stil von Morowe, wie auch in diesem Lied deutlich wird, eher abgehackt als fließend. In Kombination mit den in „Komenda“ immer wiederkehrenden, abgrundtief dunklen und erdrückenden Doublebass-Einsätzen wirkt dies besonders erschütternd und überzeugend. Zudem wird dadurch die Rhythmik um ein Vielfaches gesteigert.
Im Gegensatz zu diesem Song beinhaltet „Tylko pieklo, labirynty i diably“ noch mehr Melodien und wirkt weniger wie eine Geräuschkulisse, wie es bei „Komenda“ der Fall ist. Dieser Titelsong ist wirklich mitreißend und vermittelt noch einmal ein überzeugendes Bild von Bösartigkeit. Zusammen mit „Komenda“ bilden diese zwei Stücke die stärksten des Albums und sind wirklich empfehlenswert.

Ab diesem Zeitpunkt fängt das Album an sich zu verändern. Es kommen von Lied zu Lied immer mehr melodiöse, vergleichsweise ruhige, dem Post Rock angelehnte Parts hinzu. Die erfahrenen Musiker von Morowe setzen auch mit dieser Stilart ihre Ideen überzeugend um, was dabei aber verloren geht ist die absolute Grausamkeit, die sie in ihren ersten Lieder so gekonnt vertont haben. Auch wenn auch die Nachfolgelieder gut gemacht sind, so bedauert man doch das Fehlen des bösartigen Flairs vom Anfang. Gerade dadurch zeichnete diese Band sich besonders aus. „Jego oblicza” klingt sogar regelrecht verspielt. Doch davon nicht genug. „Gleboko pod ziemi?“ bietet sogar ein richtig sanftes Gitarrenspiel, bevor das Lied mit einer sehr nachdenklichen Melodie fortgesetzt wird. Im Ganzen klingt der Sound hier nicht so verbissen und durch die verändert Technik der Gitarren auch viel freier. Gelungener Black Metal mit Post Rock-Attitüden.

Alles in allem hat diese CD markante Punkte aufzuzeigen, die wirklich überzeugend und dynamisch sind. Auch eine Ideenlosigkeit oder Langeweile kann dem Album von Morowe nicht vorgeworfen werden. Zudem klingt das Album sehr professionell und auch in weiten Bereichen individuell. „Pieklo. Labirynty. Diably“ klingt durchgehend hörenswert. Mit ihrer Stärke, die absolute Verdammnis vertonen zu können, halten sie sich aber zu Gunsten der Abwechslung etwas zu sehr zurück. Sie können ja, wie man hört, auch mit einem ruhigeren Stil überzeugen. Ein ganzes Album voller hässlicher Diabolik hätte aber, besonders bei dieser Band, auch durchaus seine Reize gehabt. 

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