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Morgoth: Cursed To Live DVD

Mit wehenden Fahnen nach Morgoth überlaufen…
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 104:44
Release: 22.06.2012
Label: Century Media

„Und sie tanzen nur für einen Sommer…“ – zumindest war es ursprünglich angedacht, dass die Death-Metal-Ikonen Morgoth aus dem sauerländischen Meschede für lediglich eine Festivalsaison ihre Old-School-Kracher auf die Fans losballern. Doch schon schnell hatten sie sich 2011 dazu entscheiden, gleich noch ein wenig anzuhängen, sogar neue Songs zu schreiben.

Hier geht es aber erst einmal um die Vergangenheitsbewältigung einer Live-Best-Of, mitgeschnitten auf dem „Way Of Darkness Festival“ im Oktober 2011, gleich 15 Songs inklusive Intro wurden den Fans geboten, mehr als bei den anderen Festivals. Gleich zu Beginn in der bedrückenden „Cursed“-Einleitung überraschen die Macher mit einer schönen Überblendung von der Totalen mit dem Backdrop-Schriftzug – rote Suchscheinwerfer bahnen sich einen Weg durch das fast undurchdringlich wirkende Nebeldickicht; überhaupt Nebel: Alle Songs hindurch wabert der Nebel fast unaufhörlich – was sich bei Open Air Shows schnell durch den Wind verflüchtigt, ist bei einer Club- oder Indoor-Show natürlich mit entsprechender Lichtuntermalung ein Stimmungsmacher.

„Seid ihr Old School?“, will Marc wissen – wer mit dieser Form des Death Metals nichts anfangen kann, ist hier eh falsch. Über die Songs braucht man doch eigentlich auch nichts mehr schreiben, denn Klassiker wie „Pits Of Utumno“, „Isolated“ oder „The Travel“ sollten jedem bekannt sein, der behauptet, dass sie bzw. er sich mit Todestahl aus deutschen Landen oder Death Metal generell auskennt. Legen wir also den Fokus ein wenig mehr auf die bildliche Umsetzung einer Morgoth-Show: Nicht immer hat man den Eindruck, dass die Kameraleute wirklich zu hundert Prozent wissen, worauf sie mit ihren Objektiven zielen, manchmal wird ein bisschen herumgesucht, bis das gewünschte Detail auch wirklich getroffen wird. Bei ca. Minute 14:50 schleichen sich auch in der Totalen ein paar Unschärfen ein – nicht lange, aber halt vorhanden.

Im Grunde sind alle wesentlichen Elemente einer Morgoth-Show wie z.B. die diabolisch grün leuchtenden Augen des Frontmanns eingefangen, meckern kann man hier wieder eher im Detail. So zum Beispiel sieht man bei „Lies Of Distrust“ oder „White Gallery“ einen Bühnentechniker mit verschränkten Armen recht gelangweilt am Bühnenrand – soll er doch dort stehen, schade nur, dass er auch durch den Kameraschwenk erfasst wurde. Lustig dagegen ist eher, dass auch Morgoth sich damit auseinandersetzen müssen, in der Neuzeit angekommen zu sein, denn als Beleg werden bei „The Travel“ zwei Fans eingefangen, die nicht nur mitsingen, sondern schön ihre kleinen Digi-Cams hochhalten, um sich eine kleine private Filmshow zusammenzuschneiden. Vor allem wenn die Kamera aus dem Hinterfeld die Bühne in der kompletten Breite ins Visier nimmt, sieht man leider immer wieder die Neumanie des Handyzückens – die Fans sind leider viel zu sehr damit beschäftigt, sich ihre Erinnerungen zu sichern als ordentlich abzufeiern.

Gerade die Fans lassen auch ein wenig an Euphorie vermissen, die lautstarken Rufe in den Songpausen hätten durchaus ein wenig mehr Lautstärke vertragen können – dies fällt aber nur bedingt auf, da Morgoth ihre Pausen sehr kurz halten und die Musik sprechen lassen. Vielleicht wäre die Band aber besser beraten gewesen, einen kleineren Club mit Die-Hard-Fans zu füllen, den Fotograben ins Altmetall zu hieven und so eine wesentlich authentischere Show aufzunehmen, denn irgendwie fehlen einfach die Stagediver; die Rohheit eines Death-Metal-Konzerts geht ein wenig verloren. Zum Glück ist die Kamera aber zur Stelle, als Marc bei „White Gallery“ in den Fotograben steigt und gemeinsam mit den Fans ins Mikro bölkt.

Wie Fans abfeiern können, merkt man schnell in den Bonusbeiträgen. Hier stechen die bei Tageslicht aufgenommenen „Suffer Life“ und „Body Count“ hervor, denn endlich sieht man einen amtlichen Moshpit mit der nötigen Grundaggression. Detailaufnahmen wie dunkel lackierte Fingernägel runden die guten Eindrücke ab. Ein besonderes Schmankerl ist dann noch, dass man sich selbst im Fotograben sieht – hier sei auch auf die ausführlichen Berichte der Rock Hard Festivals auf The-Pit.de verwiesen (siehe unten).

Die beiden Aufnahmen aus Wermelskirchen können natürlich qualitativ nicht annähernd mithalten, der Sound ist deutlich trashiger und liegt im Bootleg-Niveau. Sie sind aber deswegen etwas Besonderes, stellen sie doch ein filmisches Dokument dar, weil es die erste Morgoth-Show nach 15 Jahren ist – da nimmt man gerne ein paar Abstriche hin.

Als letzten Bonus haben Morgoth noch vier Videoclips hinzugepackt – Metaller mit langen Haaren, blutjungen Gesichtern und ohne Mützen springen dort ins Bild – Fans dürften die Videos kennen, schön, dass sie dazugepackt wurden, zumal „Under The Surface“ nicht nur anders ist, sondern auch zu den besten Songs ever dieser Band gehört.

Wie bei allen DVDs kann eine Show am Bildschirm nicht annähernd das Feeling eines Live-Konzertes ersetzen, da können die Kameraleute den Musikern noch so sehr auf die Pelle rücken. „Cursed To Live“ ist die erste DVD aus dem Hause Morgoth und kann bis auf einige kameratechische Defizite überzeugen – es fällt einem Old Schooler sicherlich nur bedingt schwer, sich mit der Best-Of-Setlist dieser Death Metaller zu identifizieren. Die beigelegte CD ist mit den Tracks der Show beim Way Of Darkness Festival identisch, eine zweite CD mit weiteren elf Songs liegt dieser Promo nicht bei und kann somit auch nicht besprochen werden. Authentisch, wenn auch nicht zu hundert Prozent ausgeschöpft.

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