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Morbid Slaughter: A Filthy Orgy Of Horror And Death

Ein gelungenes Gesamtpaket
Wertung: 7,5/10
Genre: Black Metal, Speed Metal
Spielzeit: 28:32
Release: 04.09.2015
Label: Boris Records

Black Metal ist gleich Norwegen. Könnte man meinen. Immer mal wieder ziehen aber kleine, noch unbeleckte Bands ins Feld, um der Welt zu beweisen, dass auch anderswo auf unserer (noch) grünen Erde Schwarzmetallkapellen herumzetern, und das nicht mal schlecht. Morbid Slaughter aus Peru beispielsweise schaffen es auch ohne Aurora Borealis, klirrende Kälte und Elchgemuhe, bitterböse zu klingen.

Einen nicht unbeträchtlichen Anteil an dem Sound der Band hat sicherlich Sänger und Gitarrist Envenom, der auch bei Envoked Terror zumindest in die Gastsaiten greifen durfte, und bei seiner speedy Black-Metal-Hauptband so fies in die Untiefen des Studios krächzt, dass man meinen könnte, Chucky die Mörderpuppe mit Stimmbandentzündung vor sich zu haben. Aufgefüllt wird das düster-dynamische Duo von Basser Ripping Corpse und Gitarrero Necrophiliac Sodomizer (wunderbar klischeebehaftete Pseudonyme, aber bei dem Sound dürften die Drei auch mal einfallslos sein).

Ganz so unbeleckt wie in der Einleitung behauptet sind Morbid Slaughter allerdings gar nicht, hat die Truppe doch seit der Gründung vor sechs Jahren bereits drei Demos auf den wahrscheinlich recht überschaubaren südamerikanischen Black-Metal-Markt geworfen, letztes Jahr gesellte sich in den Backkatalog noch die „Wicca“-EP. „A Filthy Orgy Of Horror And Death“ markiert nun also das erste Full-Length-Album der Band, wobei man sich über die Länge bekanntlich immer streiten kann, sind nicht mal 29 Minuten doch eher übersichtlich.

Für den Kellersound der Peruaner ist die Länge allerdings genau richtig, kann man hier doch den Underground in voller Blüte auskosten, ohne allzu sehr über Gebühr strapaziert zu werden. Gestartet wird schon recht rasant mit „Cannibal Slaughter“, auch hier wird wenig innovativ getextet, aber was soll’s, der Sound taugt dafür allemal. Flottes Schlagzeugspiel (wer auch immer dies betreibt, im festen Line-Up bleiben die Felle zumindest unbesetzt), flirrende Gitarren und der bereits erwähnte heisere Krächzgesang von Envenom runden das Gesamtbild überraschend positiv ab.

Ein besonderes Schmankerl bietet dann „Fuck Off, We Murder“, das einen sehr rock’n’rolligen Touch hat – da jubelt der Kerl im Hintergrund „Klingt wie Motörhead in heiser!“ und freut sich umso mehr, als sich herausstellt, dass es sich hier um ein Cover des Goldjungen GG Allin und seiner Murder Junkies handelt. Super Cover, das der Meister selbst sicherlich auch gutgeheißen hätte (natürlich nicht öffentlich, das kann man sich als Misanthrop nicht leisten).

„Death’s Cold Blood“ schleppt sich dann trotz cooler Schrei-Gitarre eher fad dahin, „Torture Without Anesthesia“ schlägt dann aber von der ersten Sekunde an wieder in die Speed-Kerbe und voll in die Fresse. Wie so oft im Black Metal, versteht man nur Bruchteile des gestöhnt-gehaucht-gekrächzten Textes, aber das Tempo spricht hier schon ziemlich für sich selbst.

Morbid Slaughter müssten auch hierzulande eigentlich schon viel bekannter sein, haben sie doch mit ihrem Sänger einen derartigen Trumpf im Ärmel, dass viele professioneller agierende Black-Metal-Bands im direkten Vergleich in die Röhre schauen dürften. „A Filthy Orgy Of Horror And Death“ sollte auf jeden Fall allen Fans von Schwarzmetall vor Begeisterung ein Zucken um die Mundwinkel entlocken.

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