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Moonspell: Night Eternal

Die musikalische Brücke zu den Anfängen ist geschlagen
Wertung: 10/10
Genre: Dark Metal
Spielzeit: 44:18
Release: 16.05.2008
Label: Steamhammer/SPV

Man konnte es schon ahnen oder zumindest hoffen, was man mit „Under SatanÆ“ Ende letzten Jahres aus dem Hause Moonspell kredenzt bekam. Diese Neuaufnahmen einiger ganz alter Stücke wussten auf ganzer Linie zu überzeugen und fortan begann bei den Moonspell-Fans aus den Anfangstagen der Band die Hoffnung aufzukeimen, dass sich die Portugiesen auf dem dann folgenden Full Length doch wieder ihrer Anfangszeiten besinnen würden, so nach dem Motto „Alles wird gut“. Denn mal Hand auf´s Herz: Zwischendurch haben die Jungs von ´99 bis 2001 so einige Scheibchen veröffentlicht, durch die sich viele ihrer „alten“ Fans erstmal von ihnen abwendeten (da wollen wir jetzt auh gar keine weiteren Worte drüber verlieren), da will und kann auch ich mich nicht von ausschließen.

Mächtig episch kommt “At Tragic Heights” mit den urtypischen Moonspell-Keyboards und orientalisch angehauchten und sehr genial klingenden Frauenstimmen daher, der Fan der ersten Tage der Band wird dieses Intro innigst lieben. Erste Hoffnungen keimen auf, dass etwas ganz Großes auf einen zukommt. Genauso hat man sich die Rückbesinnung der Portugiesen an ihre „Wolfheart“-Zeit gewünscht, herbeigesehnt. Dieses Stück könnte glatt stammen aus der Zeit der seligen „Alma Mater“, „Vampiria“ und der anderen genialen Songs des Debüts der Südeuropäer stammen. Als Fan der ersten Stunde schwelgt man bei diesem Stück im siebten Himmel. Hier hören wir auch einen Fernando, der seit langer, langer Zeit nicht mehr so mächtig, majestätisch und erstklassig geklungen hat. Welch ein starker Einstieg in dieses Album!

Es ist Nacht, der Vollmond scheint, melancholisch-dämonische Frauenstimmen erklingen und man befindet man sich in „Night Eternal“ mit seinem sägenden Riffing, beschwörenden, Keyboards wie ich sie in dieser Form nur von Moonspell kenne und seit ihren Anfängen absolut liebe. Ein mächtig druckvolles Riffing, das in Verbindung mit den Vocals richtig unheilvoll klingt, geht über in diesen endgeilen Refrain, in dem im Hintergrund diese Frauenstimmen erklingen … Das ist Musik für die Ewigkeit. Das Gitarrensolo hat zwar durchaus seine Klasse, aber für den Dark Metal der Portugiesen ist dies doch für meine Ohren doch ein klein wenig ungewöhnlich, da es auch nicht unbedingt zu der düsteren Mucke passt; trotzdem ist dieses Solo ein ohne Zweifel sehr gutes. Fernando liefert hier mit seinem Organ auch wieder eine growltechnische Meisterleistung ab.

„Shadow Sun“ ist ein fast ungewöhnlich ruhiges Stück, bei dem sicherlich die oben schon angesprochene musikalische Zwischenzeit der Jungs einen Einfluss ausgeübt hat. Gefällt nicht so sehr, da hier nicht die fast greifbare Atmosphäre aufgebaut wird, wie es in den anderen Songs passiert und was meiner Ansicht nach eines der ureigenen Markenzeichen der Herren ist.

In „Scorpion Flower“ wird man einmal mehr Ohrenzeuge davon, welch eine schöne cleane Gesangsstimme doch Fernando hat. Als weibliche Sangesverstärkung hat man für die erste Singleauskopplung des Albums Anneke von Giersbergen gewonnen. Ihr Einsatz enttäuscht allerdings ein wenig, da doch erschreckend wenig Fülle in ihrer Stimme zu erkennen ist. So wirkt sie erstens neben Mr. Ribeiro ziemlich blass und zweitens absolut austauschbar. Aber ansonsten ist dieser Song in melodischer Hinsicht und auch in allen anderen Belangen zu Recht als Single ausgekoppelt worden, denn dies ist ein düsterschönes Stück portugiesischen Dark Metals, welches eine gehörige Portion Schwermut mit auf den Weg bekommen hat.

Auch „Moon In Mercury” könnte man ohne Weiteres auf der “Wolfheart“ wiederfinden. Hier geht es erbarmungslos in Sachen Tempo, Dramatik und Dunkelheit voll ins Schwarze. Den Eingangsgrowl kriegt so nur Mr. Ribeiro himself hin, großes Kino. Wunderschöne Gitarrendoppelläufe, die den Fan die Lautsprecher weiter und weiter aufreißen lassen, nur um dann von Fernando´s zu alter Klasse zurückgefundener Stimme niedergebrüllt zu werden, faszinieren und beschwören den Geist der guten, alten Zeiten herauf.

Hereingefaded wird dann „Hers Is The Twilight”. Eine wunderschöne Leadmelodie in diesem eher getragenen Song macht klar, dass es sich hier um einen Song handelt, den man so nur von Moonspell bekommen kann. Trotzdem fällt dieses Stück im Gegensatz zu den anderen Überstücken etwas ab.

In dem von melancholischen Klängen dominierten Stück “Dreamless (Lucifer And Lilith)” offenbart auch wieder die wunderschöne, erstklassige Gesangsstimme Fernandos. Bei diesem Teil ertappt man sich dabei, sich einfach in diese Klänge fallen und einfach dahin treiben zu lassen. Das Gitarrensolo treibt einem glatt die Freudentränen ins Gesicht. Mann, ist das aber auch stark.

Das, was dann in “Spring Of Rage” auf einen zukommt, macht einen Moonspell-Fan der ersten Stunde zunächst vielleicht ein wenig stutzig. So gar nicht Moonspell-typisch erklingt das Soundgewand und will daher irgendwie so gar nicht munden. Bis auf die Stimme klingt das alles eher leider weniger nach Moonspell. Ziemlich modern gehalten ist das Dargebotene hier doch, auch wenn die Keyboards etwas von dem Glanz der Anfangstage durchscheinen lassen. Die Weiterentwicklung hat also auch vor den Portugiesen auch nicht Halt gemacht.

Doch dafür entschädigt “First Light” so dermaßen vollkommen, dass man sich schon wieder in der tiefsten Vollmondnacht wähnt, mitten unter einem Rudel wilder Wölfe – richtig, ihr wisst, wie ich´s meine. Grandios, wie hier Stimmung erzeugt wird. Majestätische Vocals zwischen Flüstern und Growls im Refrain geben hier den Ton an, die Keyboards schaffen eine Szenerie voller Dramatik, die man besser nicht erschaffen könnte und auch der Frauenchor ist recht passend und rückt das Ganze ins richtige Mondlicht. Ein göttliches Gitarrensolo setzt dem Ganzen die Krone auf.

Die Produktion hat Mr. Tue Madsen so genial hinbekommen, wie soe es für Moonspell nicht besser hätte ausfallen können – äußerst druckvoll, so dass alle gewollten Stimmungen genau beim Hörer ankommen und dennoch schön organisch ist das Ganze geworden.

Fazit: Moonspell sind zweifelsohne dann am allerbesten, wenn sie so klingen wie in ihren Anfangstagen. Nicht umsonst werden sie als zu Recht als Mitbegründer des Dark / Gothic Metal gehandelt. Daher kommen die moderneren Klänge nicht ganz so gut an. Doch allzu schwer fallen diese modernen Klänge dann auch wieder nicht ins Gewicht, denn diese Scheibe hat dennoch meine Erwartungen vollstens erfüllt, denn unterm Strich haben die Portugiesen endlich wieder den Weg zurückgefunden in ihre mächtige, ehrwürdige, erhabene, majestätische, düstere und absolut erstklassige Vergangenheit. Die ehrwürdigen Moonspell sind zurück und machen ihre alten Fans wieder absolut glücklich. Muito obrigado, Moonspell!

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