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Moonsorrow: Verisäkeet

Wie eine Reise in eine andere Welt
Wertung: 9/10
Genre: Pagan Metal
Spielzeit: 70:41
Release: 07.02.2005
Label: Spinefarm Records

Es passiert immer noch oft, dass Moonsorrow in einen Topf mit ihren Landsleuten von Finntroll geworfen werden. Das ist sicherlich bis zu einem gewissen Punkt nachzuvollziehen, wo doch beide Bands auf ihre eigene Art finnische Folklore mit hartem Metal verbinden. Doch während die Songs bei Finntroll eher kurz sind und zum Abfeiern einladen, beschritten Moonsorrow stets einen anderen Weg. Die Lieder der 1995 gegründeten Band sind wesentlich epischer und progressiver gehalten, weswegen Songs mit Überlänge keine Seltenheit sind. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung von „Kivenkantaja“ und dem Re-Release ihres Debüts „Suden Uni“ erschien 2005 ihr neues Album „Versisäkeet“, auf welchem die Band ihren Weg kompromisslos weitergeht.

„Verisäkeet“ besteht lediglich aus fünf Songs, die stets in finnischer Sprache gesungen sind, weist aber dennoch eine Länge von über 70 Minuten auf. Damit dürfte klar sein, dass man es hier keinesfalls mit einer „Easy Listening“-Platte zu tun hat und man auch keine Anspieltipps im klassischen Sinne erwarten darf. Moonsorrow zeigen sich deutlich gereift und wandeln immer mehr auf den Spuren von Bathory. Das ja leider 2004 verstorbene Mastermind Quorthon hatte mit seiner Band die Entwicklung des Black Metal maßgeblich beeinflusst und erschuf „nebenbei“ auch noch den Viking/Pagan Metal. Wer einmal Bathorys Götterscheibe “Hammerheart“ gehört hat, wird sofort merken, woher Bands wie Falkenbach oder eben Moonsorrow ihre Inspirationen haben. „Verisäkeet“ zollt seinem Schaffen auf die bestmöglichste Weise Tribut.

Die überlangen Songs strotzen nur so vor Abwechslung: Mal hört man entfernte Vögel zwitschern und sanfte Akustikgitarren streicheln den Gehörgang, mal ertönen bombastische Chöre, mal fröhliche Melodien, wie man sie von Finntroll kennt und ebenso kann es passieren, dass ein plötzlicher Orkan aus Black Metal Riffs den Hörer brutal erfasst. Und das alles wohlgemerkt in einem einzelnen Song, der allerdings wiederum so geschickt aufgebaut ist, dass man der Entwicklung immer folgen kann.

Die Songs sind nicht mehr so vollgepackt mit Riffs, wie sie es in der Vergangenheit waren. Wo es früher zehn waren, sind es heute vielleicht „nur“ fünf. Auch das trägt dazu bei, den Hörer zu fesseln und ihn in die ganz besondere Atmosphäre eintauchen zu lassen. Das ist bei einer Länge von beispielsweise 20 Minuten auch dringend notwendig.

Ich möchte hier keinen einzelnen Song herausheben, weil es bei so einer besonderen CD ohnehin hinfällig ist. Auf diese CD muss man sich einlassen, um ihre Feinheiten zu verstehen. Kritik habe ich lediglich am stellenweise übertriebenen Kreischgesang, der schon an den Nerven zerren kann. Das kommt zwar nicht oft vor, aber es wirkt nach einem schönen cleanen Part schon verwirrend. Ansonsten gibt es hier eigentlich nichts zu beanstanden.

„Verisäkeet“ ist definitiv nicht das Album, womit man beginnen sollte, wenn man sich mit Moonsorrow beschäftigen will. In dem Fall würde ich zu „Kivenkantaja“ greifen, was wohl nicht umsonst das erfolgreichste Album der Finnen ist. Wenn jemand einen würdigen Bathory-Erben sucht, wird er ihn streng genommen wohl nie finden, aber Moonsorrow sind schon verflixt dicht dran, einer zu werden. Die einzigartige Atmosphäre, das Talent, in langen Songs den Spannungsbogen zu halten und die etwas gewöhnungsbedürftige Stimme sind auf jeden Fall schon da. Also, hört es euch an, denn es ist sowieso schwer, so eine Platte zu beschreiben.

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