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Moonlight Agony: Silent Waters

Eine Dekade zu spät für den großen Durchbruch
Wertung: 8/10
Genre: Symphonic Progressive Power Metal
Spielzeit: 44:48
Release: 23.03.2007
Label: Dockyard1

Der Schweden Sechser Moonlight Agony verzückt nun schon zu zweiten Mal die Herzen der geneigten Hörerschaft. Nach dem eher Power Metal lastigen Debüt „Echoes Of A Nightmare“ hat man sich inzwischen deutlich mehr Richtung Progressive Metal entwickelt.

Der erste Track „Leaving Solitude“ ist da schon ein klarer Beweis, denn er zeigt doch einige Parallelen zu Dream Theater auf. Sehr gut arrangiert mit einer ausnahmsweise mal nicht in höchsten Tönen spazierenden Sangesstimme. Ja, das gefällt auf Anhieb, zumal die Breaks und Themewechsel schon als anspruchsvoll einzustufen sind.

„You Betrayed Me“ ist wieder mehr Power Metal lastig, obwohl viele schöne, überraschende Elemente eingearbeitet wurden, wie z.B. Klavierpart, Spielmusikdose und der hymnenhafte Victoria Part. Die Gitarrenarbeit von Kalle Landin und Rickard Petersson lässt eigentlich keine Wünsche offen. Hier und da wünscht man sich eventuell aufgrund der tollen Arrangements einen etwas klareren Sound.

„Soulless“ beginnt mit generierten Blasinstrumenten aus Martin Mellström`s Keyboards und Heavy Gitarren, bevor man sich eine kleine Pause nimmt und im Hintergrund David Akesson`s Stimme leicht verzerrt genießen kann. Aber keine Angst, dann geht es erst richtig los. Robert Willstedt bearbeitet die Doublebassdrums zwar, wie man es im Power Metal gewöhnt ist, allerdings hat man die großen Trommeln vom Sound eher zahm abgemischt.

„Through The Desert Storm“ weiß mit einer sehr melodischen Gesangslinie aufzuwarten. Wobei ich mir hier vielleicht wünschen würde, dass David Akesson hier doch mal den Ausflug in höhere Stimmlagen unternimmt.

„The Dark Era“ knallt dann auch wieder richtig rein. Zu den rauen, eher tiefen Gitarren gesellt sich schön melodischer Gesang und in den Breaks immer wieder gekonnt inszenierte Keyboardpassagen. Live könnte hier bei einem Chor aus hunderten von Fans durchaus Gänsehaut entstehen.

Bei „I`m Alive“ kommen auch die Bassdrums wieder besser zur Geltung. Wobei man zugeben muss, dass sich der Song eher im Midtempo aufhält. Der überaus gelungene progressive Mittelteil ist ein weiteres Schmankerl für die Fans. Sehr schön ist auch, wie der Song mit dem generierten Piano ausklingt.

Dann entführt man uns in den „Room 101“. Nach der Raumbesichtigung geht es dann mit „Different Stories“ weiter, der, aufbauend auf der guten Rhytmussektion von Christer „Zigge“ Pedersen, ein wahrer Ohrenschmaus ist. Die eingearbeitete Kirmesatmosphäre mit dem tollen Klavier ist schon genial gelungen. Das Ganze geht in einen orchestralen Part über, der wirklich beeindruckt. Gut, dass man dem Song seine 5:50 Minuten zugestanden hat.

Richtig toll geht es dann auch mit „The Blood Red Sails“ weiter. Die Keyboards wirken nie übertrieben oder zwanghaft eingesetzt. Der Chorus kommt mir aber von der Melodie her etwas bekannt vor, was aber den Eindruck nicht schmälert, da der Song durch seine progressive Ausrichtung einfach so viele verschiedene Parts hat, dass dieser schnelle melodische Part quasi das I-Tüpfelchen darstellt.

„Solemn Water“ unterstreicht dann noch mal den symphonischen Charakter des Albums. Highlight des Songs ist sicherlich der tolle weibliche Gesang. Das Album, das durch die Bank auf hohem Niveau daherkommt, findet somit einen gelungenen Abschluss.

Fazit: Zehn bis fünfzehn Jahre früher hätte die Band mit diesem modernen Album sicher auf Anhieb den Durchbruch geschafft, aber heutzutage kommen jeden Monat einige Combos mit hochwertigen Scheiben aus der Power, Melodic und Progressiv Metal Ecke heraus. Der gemeine Fan hat praktisch keine wirkliche Chance, all diese Scheiben zu kaufen und sich eine eigene Meinung zu bilden. Daher gehen viele Bands mit tollen Scheiben einfach in der Masse unter, besonders wenn sich ihnen nicht die Möglichkeit bietet, ausgiebig zu touren. Ich befürchte leider, dass es Moonlight Agony genauso ergehen wird, auch wenn ihnen das auf Grund der vorliegenden Qualität nicht gerecht würde.

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