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Monster Magnet: Spine of God

Für hartrockende Amigos
Wertung: 8/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 55:3
Release: 03.03.2006
Label: Steamhammer/SPV

Die Geschichte der bis dato größten Schweineband vor dem Herren, besser bekannt als "Monster Magnet", beginnt hier im heimischen Deutschland: Als sich in Amiland noch keine Sau für sie interessierte, gelang es Dave Wyndorfs Truppe im Land der Krauts unter dem Banner vom Label "Glitterhouse" Fuß zu fassen und von dort aus eine globale Fangemeinde zu etablieren. Danach folgte ein amerikanischer Deal mit "Caroline" und das erste, vollständige Studio Album "Spine Of God" sowie die EP "Tab". Eben jene "Caroline"-Veröffentlichungen aus ihrer Anfangszeit gilt es jetzt als preisbeutelschonende Neuauflagen von "SPV" auf Arschtret - und Abrocktauglichkeit zu untersuchen (dieser Artikel beschäftigt sich ausschließlich mit dem Album "Spine Of God", "Tab" wird in meinem parallel veröffentlichten Review auseinandergenommen).

Ob dieses mittlerweile überaus gebräuchliche Verfahren der Re-Releases faktisch sinnvoll ist oder schlichtweg taktisches Kalkül der Plattenlabel zur kommerziellen Absatzsteigerung ansonsten hoffnungslos verschollener Tonträger, mag dahingestellt sein; was den Neumix anbelangt wird es eh nicht möglich sein, jeden zufrieden zu stellen.

Für diejenigen, denen der frühe Sound von "Monster Magnet" bisher ein Buch mit sieben Siegeln gewesen ist, sei gesagt, dass die Band zu diesem Zeitpunkt noch relativ nah an der klassischen "Stoner" oder "Space Rock"-Schiene fuhr, wie man sie noch von Größen wie "Kyuss", den frühen "Queens Of The Stoneage", sowie den althergebrachten Göttern "Hawkwind" oder "Black Sabbath" kennt; der Sound verheißt also heruntergestimmte Gitarren mit ordentlich Fuzzverzerrung, muss man einfach gehört haben. Wo der Begriff herrühmt, kann man sich an fünf Fingern abzählen, die teils schleppenden Tempi und eine mächtig stampfende Klangkulisse, inklusive einer angepissten Rockröhre mit Eimerladungen von Dreck im Stimmorgan, suggerieren jedenfalls eine Affinität für Zigarette mit Spezialfüllung. Man kann dieses Subgenre benutzen, um deutlich zu machen, von welcher Unterrichtung Rock man spricht, den geistigen Durchfall mit Pauschalkategorisierungen a la "Stonnerrock.com" und ellenlangen Diskussionen, welche Band nun "Stoner" sei und welche nicht, muss man sich dennoch nicht antun, aber derartige Genreguerilla kennt man ja auch von der Metalecke zu Genüge.

Zu dem Album selbst gibt es überraschend wenig zu schreiben, gewohnt 70-ies lastige, ungewohnt rau-psychedelische Kompositionen überwiegen; viel Bass, viel Ehr' und einige der am längsten hinausgezögerten Fade Out Passagen in unserer an langen Fade Outs nicht gerade armen Epoche. Das Album wirkt wie aus einem Guss, die einzelnen Tracks könnten durchaus einer einzigen, langen Jamsession entsprungen sein, so stilitisch gefestigt sind sie und erfreuen sich nach wie vor unter Kennern bester Beliebtheit. Ich prophezeie, dass Weichspülrocker und Kinderzimmerpunks mit dem Sound und den Liedern nicht glücklich werden, aber für solche Gestalten ist "Monster Magnet" auch schlichtweg die falsche Band. Einige der Stücke weisen jedoch frappierende Ähnlichkeiten zu aktuelleren "Monster Magnet"-Songs auf (vergleiche mal einige Riffs und Passagen von "Nod Scene" mit "Atomic Clock" oder "Zodiac Lung" mit "Your Lies Become You"...).

In Punkto Re-Releasing müssen folgende Dinge angesprochen werden:

Besonders bei einem Grundsound, bei dem Klarheit und Druck eher eine untergeordnete Rolle spielen, erscheint mir eine digitale Neubearbeitung mehr als fragwürdig, schließlich bleiben die Riffs dieselben und die taten auch schon anno 1991 hervorragend ihren Dienst; zudem ist ein einziger Bonustrack nun wirklich nicht der Rede wert, zumal dieser auch nichts anderes als eine alternative Demo Version vom bereits bekannten "Ozium" ist.

Sollte man die Urversion des Albums bereits besitzen, braucht selbst der "Monster"-Fetischist nicht aus dem Haus zu gehen, so groß sind die Unterschiede zum bereits großartigen Original nicht.

Release der Alben ist heute (3.3.2006), zugreifen kann unbesorgt jeder "Stoner"-Fan, der das Werk nicht ohnehin schon besitzt, jeder anders orientierte, hartrockende Amigo sowieso.

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