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Monster Magnet: 25 Tab

Substanzmangel vorhanden
Wertung: 6.5/10
Genre: Stoner Rock
Spielzeit: 56:14
Release: 03.03.2006
Label: Steamhammer/SPV

Der Leser möge sich den selben Unfug, den ich schon zu "Spine Of God" verzapft habe, als Einleitung verallgegenwärtigen) Same assholes, different shit.

Diesmal wird ihr Re-Release von "Tab" dran glauben müssen.

Im Gegensatz zu "Spine Of God" hat sich die EP von "Monster Magnet" nie weit verbreitet und selbst mir war die Kenntnis über die bloße Existenz dieser Veröffentlichung bislang verborgen geblieben. Daher bleiben sämtliche Rückschlüsse über das Original von "Caroline" pure Spekulation, viel geändert haben dürfte sich aber mit dem Re-Relase meiner Schätzung nach nicht (will sagen: kaum Neues).

Das Cover ziert der für frühes Monster Magnet-Artwork charakteristische Bulle, der durchaus Assoziationen mit vergleichbaren Kreationen von "Motörhead" oder "Megadeth" hervorruft und von Alexander von Wieding in ein neues optisches Gewand gebracht wurde; zu lesen gibt es eine Art Tagebucheintrag von Dave Wyndorf himself, genau wie schon bei "Spine Of God".

Im krassen Gegensatz zu der Unbekanntheit dieser EP verlief der kommerzielle Aufstieg dieser Band: Nach der Veröffentlichung 1993 wurde das Video für ihre erste Single "Medicine" abgedreht, eine Tour als Support von Soundgarden machte schließlich den Major Riesen A&M auf die Band aufmerksam; von da an war der Release des Millionensellers "Powertrip" nur noch eine Frage der Zeit.

32 Minuten und 12 Sekunden? Machen "Monster Magnet" jetzt auf verkappte Progressive Boys (zumindest mein erster, nicht ganz unberechtigter Gedanke beim Erblicken der Spielzeit vom ersten Track "Tab...")? Selten konnte ich zu so viel Zeit so wenig schreiben; im Prinzip tendiert der ungeduldige Hörer dazu, 32 Minuten und 12 Sekunden seines Lebens zu verschwenden, wenn er sich das Nümmerchen antut. Hier erwartet selbigen nämlich eine Aneinanderreihung von Daves Sprach- und "Heeeeeey"-Passagen (he says F*CK a lot...), die von effektüberladenem Gitarrengewusel getragen wird, nicht mehr.

Dagegen wirkt der Nachfolgetitel "25" schon wieder fast straight und voller genialer Licks, würde die Stimme nicht den Gesamteindruck etwas schmälern, da sie in absolut unzumutbarer Audioqualität abgemischt ist und man manchmal nur noch ein Kratzen von ihr hört.

Auch hier findet sich wieder eine Menge gitarrenmäßiges Abdriften in Parallelwelten, aber das ist eine Erscheinung, die sich durch das ganze Album hindurch zieht und ungewöhnlich für die typischen "Monster Magnet" ist; schlecht ist der mit etwas über 12 Minuten zweitgrößte Track auf dem Album nicht, nur eben sehr speziell, was den Geschmack angeht.

"Longhair" hingegen ist einer der Songs, bei denen wirklich alles richtig gemacht wurde; ironischerweise schafft er mit einer Länge von etwa 4 Minuten mehr Atmosphäre als der gesamte Rest auf dem Album zusammen.

Auf den ersten Blick ein überzeugendes Argument, sich die EP zuzulegen, auch wenn wieder etwa ab der Hälte des Songs der rote Faden verworfen wird und einfach munter drauflos gejammt wird, genauso wie sich das, wie bereits angesprochen, auf der ganzen Scheibe abspielt.

Der, der eine mitreißende Auf-den-Punkt-Platte mit leicht verdaulichen Rockparts erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Das Album richtet sich eher an diejenigen, die einen treuen Begleiter für endlos wirkende Autofahrten suchen, oder eine Art Ambient Musik zum Chillen und Entspannen.

Ob es sinnvoll ist, eine EP, die zu etwa 80% aus Jams besteht, neu auf den Markt zu bringen, würde ich verneinen; der Vorwurf des Substanzmangels scheint doch neben dem Vorwurf des Ausverkaufs von antiquirtem Material zu überwiegen.

Der "wahre" Fan könnte auch bis zu dem hoffentlich bald erscheinenden, neuen Studio Album warten (mich hat gestern, am 2.3.2006, die traurige Nachricht ereilt, dass Dave Wyndorf während der Arbeit im Studio einen Zusammenbruch erlitten hat, da er wieder drogenrückfällig geworden ist; von meiner Seite aus viele Wünsche auf rasche Genesung, Dave).

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