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Monica Richards (Infra Warrior): Naiades

Immer wieder ein Genuss
Wertung: 8/10
Genre: Gothic Rock, Wave, Experimental
Spielzeit: 55:48
Release: 20.01.2012
Label: Danse Macabre Records

Zum Einstieg gibt es erst einmal einen Dämpfer: Monica Richards, bekannt für ihre außergewöhnlichen, immer schön aufgemachten Alben, die oftmals mit allerlei Extras daherkommen, verkommt zu einem simplen CD-Rohling. Das Label Danse Macabre, das sonst eigentlich nicht mit „richtigen“ CDs geizt, hat sich da ordentlich ins eigene Fleisch geschnitten, zumal die normale Ausgabe von „Naiades“ mit einem extrem hübschen Cover und einem Digibook daherkommt. Das kostet alles Geld, klar, aber trotzdem trübt das die Hörfreude im ersten Anlauf, schließlich geht es bei Ms. Richards mehr als bei manch anderem Künstler um das Gesamtwerk.

Hauptsächlich dürfte man die Dame von ihrer Rolle bei Faith And The Muse kennen, aber bereits ihre letzte Solo-EP „The Strange Familiar“ kam hier mit 8,5 Punkten ziemlich gut weg, wurden auf ihr doch zarte Gothic-Strukturen mit kräftigen Perkussiv-Elementen verwoben. Drei der „Strange Familiar“-Track sind auch auf dem Full-Length „Naiades“ wieder mit von der Partie. Die fügen sich aber wie selbstverständlich in die restlichen Tracks ein, so dass von Recycling nicht die Rede sein kann. Bereits damals schürte die Handvoll neue Tracks die Neugier auf „Naiades“ – seit Ende Januar steht die Scheibe in den Läden und man kann sich davon überzeugen, dass das Infra-Warrior-Projekt der Britin keine Eintagsfliege ist.

Als Opener wurde der Titelsong nicht hundertprozentig glücklich gewählt – zu wenig stachelt er auf, zu meditativ kommt er daher. Da ist man von der Künstlerin durchaus Spannenderes gewohnt, dafür entschädigt aber das folgende „Pride“: Der Sound putscht einen ordentlich auf, ohne allzu aggressiv zu werden; vor allem Drummer Chad Blinman liefert hier einen grandiosen Job ab. Wer hier nicht das Tanzbein und den Arsch schwingt, hat Blei in den Knochen oder keinen blassen Schimmer von geiler Musik. So kennt man die Dame, so liebt man sie – mehr davon.

„Armistice“ kennt man dann noch von der „Strange Familiar“-EP. Der Song hat auch nach einem guten Jahr und gefühlten 50 Durchläufen nichts von seiner Faszination verloren – das Stück scheint eine Blaupause für die neueren Werke der Dame zu sein. Es ist nahezu perfekt, auch nach mehrmaligem Hören. Das folgende „Alaric“ deckt dann wieder etwas mehr das sphärische Spektrum der Infra-Warrior-Musik ab – bedächtig wabert das atmosphärische Intro durch die Boxen, bevor Monica einige Zeilen dazuhaucht. Ein bisschen fühlt man sich, als wäre man im akustischen Pendant einer Opiumhöhle gefangen – alles ist von einem leichten Nebel überzogen, aber man lehnt sich trotzdem zurück und genießt die Farben.

„Lureinlay“ grenzt dann fast schon an Depression – die Violinen tragen das Stück, ziehen aber auch die Stimmung ein bisschen runter, der ruhige Gesang tut natürlich sein Übriges, mutet er doch nicht unbedingt überschwänglich gut gelaunt an. Zudem sind die Gesänge zwischendurch recht gewöhnungsbedürftig und dürften nicht unbedingt jedem gefallen.

„Tail Of Two“ kommt mit sehr wenig Text, dafür aber mit ordentlich treibenden Percussions daher. Auch hier hat der gute Chad seine Fingerchen wieder im Spiel und man muss einfach sagen: So ziemlich jeder Track auf der Scheibe, bei dem der gute Mann mitwirkt, ist ein Kracher. Drummäßig kann man hier so gar nicht meckern. Final gibt es dann noch „We Go On“ auf die Ohren, das von einer schönen Akustikgitarre untermalt wird. Hier hat sich am Ende noch einmal ein Highlight eingefunden, wie man es nach den vorigen Songs nicht unbedingt vermutet hätte.

Auch auf „Naiades“ bietet Monica Richards, unterstützt von diversen Gastmusikern, wieder höchst befriedigende Kost für alle, die auf Gothic, Wave und diesbzügliche Experimente stehen. Neben den schon bekannten drei Tracks finden sich eine gute Handvoll Highlights und selbst die weniger überragenden Songs sind immer noch besser als Vieles, was in der Szene sonst so produziert wird - immer wieder ein Genuss.

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