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Moment Of Detonation: Re-Blank The Canvas

Anstrengend bis zum Anschlag
Wertung: 5/10
Genre: Nu Metal/ Neo Thrash
Spielzeit: 37:33
Release: 11.11.2016
Label: Sonicscars

Einst ein Projekt, nun also eine Band, so die von Düsseldorf bis Essen verstreuten Mucker von Moment Of Detonation. Zumindest Sänger Andreas sollte Szene-Insidern schon längst ein Begriff sein, hatte er doch schon in den Neunzigern bei diversen Lost Century-Veröffentlichungen mitgewirkt, bevor er sich Anfang des neuen Jahrtausends bei Thought Sphere und etwas später auch bei Forces At Work weitere Lokalsporen verdiente. Gleich mit der ersten EP „The Legacy They Left With Us“ konnten Moment Of Detonation seinerzeit als Demo des Monats im Rock Hard Magazin ordentlich punkten, dazu gesellte sich zwei Jahre später 2014 das Release einer weiteren EP mit dem Titel „Reset The Parameters“ - da kann man durchaus spekulieren, ob denn der Titel nicht gleich auch wie eine Eigenabrechnung daherkommt.

Das Debüt der Truppe braucht dann locker mehr als einen Durchlauf, denn einfach machen sie es einem nicht, und wer sich schon mal vorab auf Metal Archives informiert haben mag und über die Stilrichtung Metalcore oder gar Melodic Death Metal stolpern sollte, der wird eben diese Schubladen nicht finden. Vielmehr wandeln die Niederrheiner knietief im angeprogten Nu Metal meets Neo Thrash, scheuen cleane Vovals genauso wenig wie Growls und lassen auf Dauer ein bisschen den etwas weniger anstrengend roten Faden vermissen.

Das ungewöhnliche Intro mal außer Acht lassend, ist der Opener „Pausing For Emphasis“ noch einer der besten Songs des ganzen Albums: Derbe Vocals der Marke Sic Zone treffen auf verfremdet wirkenden und schrecklich nölig klingenden Klargesang, dazu ist der Song mit reichlich elektronischen Spielereien überfrachtet, was auch nicht beim Gitarrensound Halt macht, und auch wenn nur ein leichtes Prog-Fragment zu verspüren ist, sperrt sich die Nummer weitestgehend für deutlich weitergehende Empfehlungen, ohne den ganz großen Wurf der Kompromisslosigkeit zu landen.

Und genau da dürfte dann auch das größte Problem der kompletten Platte sein. Sänger Andreas wechselt anscheinend spielend von derben Growls zum nöligen Klargesang und scheint mit seiner gespaltenen Persönlichkeit bestens zurecht zu kommen, doch meistens dürfte er somit auch so manche gute Idee überbrüllen. Ballert er endlich einmal nicht mit seinen Aggro-Einsätzen dazwischen wie in dem schön durch viel Bass-Spielraum aufgepeppten Quasi-Instrumental „Recollections Of A Misanthropic Diarist“, da zerstören Moment Of Detonation die bisherigen Impressionen durch den Einsatz diverser Sprachsamples – da ist dann auch schnell der gute Eindruck vom schwermütigen Streicheranfang verpufft.

Dritter zu kritisierender Punkt dürften die unmotiviert eingebauten Blast-Beat-Ausbrüche wie in der Modern-Metal-Abrissbirne „By The Embers' Glow“ mit abgedrehtem Schreigesang oder auch in dem eigentlich feist voran preschenden Thrasher „Husk“ mit derben Growls, aber auch holprigen Sprechgesang sein - unnötige Effekthascherei trifft auf wuchtige Doublebass-Eruptionen und latente Metalcore-Anbiederung. Ganz im Gegensatz bietet dazu schon „The Importance Of Honesty“ treibende und auch fast schon poppige Passagen mit reichlich Keyboard-Sound im Hintergrund auf, wobei gerade das Tasteninstrument einfach satter und eine Spur orchestraler für mehr Tiefe klingen dürfte.

Man muss schon anerkennen, was Moment Of Detonation da an Abwechslung zusammenrotten, gerade was die Gesangsleistung durch Andreas, der eben von clean zu Growls wechselt und wie eine gespaltene Persönlichkeit klingt, befrifft, aber: Das muss man auch erst einmal durchhalten, dazu auf verfremdete Klampfen und Gesangspassagen stehen, fernab aller Nu-Metal- oder Neo-Thrash-Anbiederungen, doch allein wollen die Songs hier nicht zünden.

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