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Molotov Solution: Insurrection

Nicht mehr als Durchschnitt
Wertung: 5/10
Genre: Deathcore
Spielzeit: 41:00
Release: 14.11.2011
Label: Siege Of Amida

Als Deathcore-Band, die sich mit ihrer Musik über Wasser halten will, muss man heutzutage schon einiges zu bieten haben. Da reicht es nicht, einfach mal wild draufloszuprügeln und zu schreiben und dann zu sehen, was dabei herauskommt. Technisches Können ist das Mindeste, was man von einer wirklich guten Band (egal in welchem Genre) erwarten kann und muss – nur schade, wenn die Technik über das Herz siegt, so geschehen im Fall der Amis Molotov Solution, die zwar auf ihrer neuen Platte „Insurrection“ voll auf die Zwölf gehen, dabei aber irgendwie die Leidenschaft vermissen lassen.

Wir kennen es alle, wenn einem bei einem richtig heftigen Song die Gänsehaut die Arme hoch- und runterrennt. Auf „Insurrection“ gibt es leider nur einen einzigen solchen Moment, und der befindet sich auch noch im letzten Track der Platte. Live könnte ich mir vorstellen, dass die Herren schon ganz ordentlich Gas geben, auf CD gepresst wird die Mischung aus Deathcore, Grindcore und einigen klassischen Gitarrenriffs aber doch recht schnell ermüdend, zumal immer öfter auch verzerrte Vocals ins Spiel kommen, die hart an der Grenze der unteren Tonlagen kratzen. Man wartet förmlich drauf, dass sich die Bassbox mit einem fröhlichen Winken aus dem Fenster verabschiedet.

Der Opener „Sin & Sacrifice“ beeindruckt noch, wenn auch kurzfristig, weil Sänger Nick ein ziemlich ordentliches Organ hat, aber schon die Kombination von Gitarrenmelodien und den Shouts kann schon nicht so recht überzeugen; irgendwie laufen die beiden Spuren nicht zusammen, stattdessen wirkt es, als würde man gleichzeitig zwei verschiedene Lieder hören. Das ist nicht nur auf Dauer, schon auch auf Kurzstrecke schon mordsanstrengend. In ähnlichem Tenor geht’s weiter, erst „The Final Hour“ weiß dann wieder mit genialen Gitarren zu punkten, die zwischendurch als Instrumental eingeschoben werden und herrlich unheilverkündend durch die Boxen wabern. Danach herrscht aber erstmal wieder ein laues Lüftchen, das sich als Sturm tarnt – da helfen auch die treibenden Gitarren beim Titeltrack und dem folgenden „Cruor Viaticus“ nicht viel.

Man weiß eigentlich gar nicht so recht, was dem Sound fehlt: "Collapse" beispielsweise knallt richtig, hat von Breakdown-lastigen Passagen über fieses Gebrüll so ziemlich alles, was ein guter Deathcore-Song braucht, aber man kann sich mit dem Track einfach nicht anfreunden. Die Skiptaste wird immer attraktiver und spätestens beim folgenden Song, der einen ähnlich fesselt - nämlich gar nicht - wird sie dann auch betätigt.

Beim letzten Song, "Rise", stellt sich dann kurzfristig die eingangs erwähnte Gänsehaut ein, obwohl auch dieser Track leider, leider eher zu den gewöhnlicheren Deathcore-Songs gehört. Hier allerdings fallen die Breaks um einiges deftiger aus und gefolgt von den sphärischen Gitarren entsteht zumindest so etwas wie eine gewisse Stimmung, gegen Ende steigert sich der Song sogar noch mal zum absoluten Highlight der Platte - was aber, seien wir mal ehrlich, bedauerlicherweise nicht besonders schwer ist. Molotov Solution sind beileibe keine schlechten Musiker, fabrizieren hier aber größtenteils derartige 08/15-Stücke, dass es zum Mäuse melken ist. Selbst die wirklich gute Produktion, die die Höhen und Tiefen an den richtigen Stellen setzt, kann hier nur wenig aufwerten. Mehr als die halbe Punktzahl kann hier nicht drin sein in Zeiten, wo wirklich nicht gerade wenige Underground-Kellerbands innovativeres aufs Tapet bringen.

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