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Moker: Translating The Pain

Extreme Metal at it´s best!
Wertung: 9.5/10
Genre: Extreme Metal
Spielzeit: 39:28
Release: 31.03.2007
Label: Shiver Records

Die belgischen Death Metaller Moker gibt es seit 2003 und gingen hervor aus zwei Bandmitgliedern der Metalcoreler Linchpin, die fortan extremere Mucke spielen wollten. Nach der Split-CD „Outcast/ Moker“ kommt nun das neue Werk „Translating The Pain“, was also gewissermassen das erste Fulltime-Album darstellt.

Als ich die Presseinfo las, war ich zunächst ein wenig zwiegespalten. Heisst es dort doch, dass die Mucke der Jungs als Brutal Deathcore zu bezeichnen ist. Ich denke aber, dass diese Bezeichnung nicht wirklich der Mucke entspricht. Vielmehr ist dies hier schweinegeiler Death Metal, der allenfalls einzelne Thrash und Core-Elemente vorzuweisen hat. In „last note“ findet sich gar eine kurze Passage, die man sonst eher im Black Metal findet. Ich würde das Ganze daher eher Extreme Metal nennen, und zwar verdammt guten. Ein klitzekleines bisschen erinnern mich Moker auch an She Said Destroy, auch wenn diese Extreme Metaller auf „Time Like Vines“ doch weitaus vertrackter zu Werke gingen.

Die Songs bieten dann auch die ein oder andere Überraschung in Form von gut ausarrangierten Rhythmuswechseln. Die Leistung des Drummers Wouter Sels möchte ich an dieser Stelle auch mal speziell hervorheben: Der Mann an der Schiessbude legt mit seiner Leistung für dieses Album ein richtiges Pfund auf die Bretter. Aber das soll nicht heissen, dass die anderen Bandmitglieder nicht auch gut sind: Die Vocals von Ad De Wachter passen perfekt zu der harten Mucke und die Gitarrenfraktion von Angelo Mannetstätter leistet ebenso perfekte Arbeit. Und auch perfekt passen die Gastvocals von Suhrim´s Jolle und miQe von In-Quest.

Schon das instrumentale „Intro“ lässt mir mit seinem geilen Riffing und erst Recht der Doublebass so richtig das Wasser im Mund zusammenlaufen. Doch dann geht es auch schon los mit „Manic Existance“ – Der kompromisslose Pfad, der bereits mit dem Intro bestritten wurde, wird hier in schnellem Fahrwasser unbeirrt fortgesetzt. Richtig geil ist es auch, wie das Teil im weiteren Verlauf groovt und dann auch noch ultra langsam wird.

„Your Dark Self“ zeigt, wie es einem geht, der meinen unten angegebenen Sicherheitshinweis nicht beachtet, perfekt intoniert durch einen Schrei. Auch hier finden sich wieder gut inszenierte Tempowechsel. Wer bei dem Mittelteil seinen Schädel nicht im Takt bewegt, der ist schon tot. Wie durch eine Nebelwand vernimmt man die ersten Klänge von dem nächsten Killer namens „My World Decays“. Dieses Teil transportiert eine Power, die fast schon beängstigend ist. Durchdachte Songstrukturen machen das Hören zu einem Genuss der extremen Art. Und meine Hochachtung geht wieder an den Drummer Wouter, der auch hier erstklassige Arbeit leistet.

„Another Lost Soul“ groovt sich in Moker-Manier aus den Speakern, dass es eine wahre Freude ist. Hier geben sich ultraschnelle Parts mit Slo-Mo-Momenten die Klinke in die Hand. Dahingegen poltert man im folgenden „Am I Falling Into The Claws Of The Lurking Death-trap?” so richtig drauflos. Dieses Stück bleibt dann auch durchgehend auf diesem flotten Niveau und besticht durch den Wechsel von Growls und heiserem Schreien, was beides perfekt zu Moker´s Mucke passt.

“False Reality” ist recht thrashlastig ausgefallen. Kein Problem, denn auch in diesem Genre finden Moker sich zurecht. Nicht ganz so stark wie die restlichen Stücke, aber dennoch gut.

Die ersten Töne in „Broken Silence” gehören Fre Wauters mit seinem Bass, unterstützt von den Drums. Und dann geht´s wieder in die Vollen und der Song entwickelt sich zu einem der stärksten des Outputs. Bei diesem genialen Stück kommt man wieder in den unverfälschten Genuss des musikalischen Könnens der Belgier: Raserei wechselt sich ab mit ziemlich langsamen, aber nicht minder drückenden Passagen.

Relativ ruhige Töne stimmen ein auf „Last Note“, das letzte Stück des Albums. Doch das hier wären nicht Moker, wenn es nicht auch hier schon kurz nach Beginn gewaltig eins auf die Mütze geben würde. Absolut gekonnt wird hier wieder mit verschiedenen Tempi gespielt. Ausserdem gibt es hier auch eine kurze Passage, nach der sich so manche Black Metalband die Finger lecken würde. Und darauf folgt gar ein melodischer Part. Und das Beste ist, dass alles perfekt zusammen passt. Da wirkt nichts wie aneinandergereiht! Eine Akustikgitarre beschliesst dann dieses grossartige Debütalbum.

Die Produktion lässt die Songs mörderisch fett den Weg in die Gehörgänge finden. Alles sitzt genau da, wo es sein soll. Ich glaube, so was nennt man auch perfekt, nicht wahr?  Ein kleiner Wermutstropfen besteht darin, dass das Album knapp unter 40 Minuten lang ist. Wenn man sich aber in diesem Extreme Metal-Gewitter befindet, dann verliert man vollkommen das Gefühl für Raum und Zeit. Trotzdem darf es sehr gerne auch mehr sein von Moker´s Mucke.

Ich bin ja für ein gewisses Mass an Sicherheit. Da mir auch die Gesundheit unserer Leser sehr am Herzen liegt, gebe ich hiermit allen Hörern dieses Monsters die unbedingte Anschnallpflicht. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass ihr von den verdammt abwechslungsreichen und mörderisch guten Songs gnadenlos hinweggefegt werdet. Ich werde dieses Albums auf jeden Fall in der unmittelbaren Nähe meines CD-Players liegen lassen, denn Moker machen süchtig.

Fazit: Eine überzeugende, klasse Leistung der Belgier. Und dafür lasse ich sehr gerne 9,5 Punkte springen.

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