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Mofa: Punk Rock Fuck Off

Zu viel Weichspüler, zu wenig Eier
Wertung: 3.5/10
Genre: Indie Deutschpunk
Spielzeit: 49:28
Release: 25.09.2009
Label: Hamburg Records

Mofa kommen aus Köln und sollen angeblich eine recht junge Kapelle sein, die nun direkt von Anfang an mit Plattendeal im Gepäck und ansehnlichen Supporter-Slots auf zahlreichen Konzerten richtig einschlägt. Dass die Bandmitglieder aber schon in anderen Formationen – unter anderem Se Sichelzellen oder Moped – zusammen gespielt haben, wird da schnell unter den Tisch gekehrt.

„Punk Rock Fuck Off“ heißt das neue Album nun also. Trotz des Titels findet sich im Sound der Band jedoch einiges an Punk Rock-Elementen, speziell des Deutschpunks, die an Bands wie Montreal oder gar an Farin Urlaub erinnern. Leider kommen die Kölner nicht an ihre Kollegen ran, musikalisch ist man dafür viel zu witzlos, viel zu einfallslos, viel zu berechenbar. Die Riffs dudeln so vor sich her, das Schlagzeug spielt einen Standard-08/15-Beat, poppige Indie-Melodien werden gesungen und natürlich vernachlässigt man auch nicht die obligatorischen Chöre – größtenteils ohne Text, sondern viel mehr als Lautwiedergabe – um den Songs die richtige Nuance zu verleihen, damit auch live dazu mitgesungen werden kann, wenn man gerade zu betrunken ist um sich den Text zu merken. Allerdings liegt hier auch ein Problem der Musik dieser Band: Die Songs sind derart einfach gestrickt, die Melodien so simpel, dass sie zwar sehr schnell ins Ohr gehen, aber auch genauso schnell wieder verschwinden. Zwar kann man nahezu jeden Song nach einmaligem Hören mitsummen, allerdings bleibt nichts wirklich in Erinnerung zurück, dafür fehlt es an entscheidenden Momenten und cleveren Parts, die Aufmerksamkeit erregen.

Auch lyrisch scheint man den Weichspüler eingeworfen zu haben – da sind ja fast Tokio Hotel rebellischer. Gesungen wird hier über Abitur, verlorene Liebe und allerhand Themen, die jedoch mit Witz oder einer punkigen Attitüde kaum noch etwas am Hut haben. Eigentlich schade, die alten Sachen der Formation Se Sichelzellen waren da noch eine ganz andere Liga. Zwar können die besseren Songs à la „Tiger“ oder „Nichts von Liebe“ noch einen kleinen Funken Hoffnung im Hörer wecken, aber angesichts des so ernüchternden Albums darum herum macht das kaum noch etwas wett. Punkige Einflüsse kann man hier textlich wahrhaft nur schwer herausfiltern, am besten kommt diese Einstellung noch beim Song „Flatscreen Revolution“ heraus, der das stumpfe, verblödende Massenfernsehen anprangert. Mit Tracks wie „Danke“ oder „Rockgerät“ finden sich natürlich schnellere Nummern auf der Scheibe, aber langsamere, etwas verträumtere Stücke haben es ebenfalls auf CD geschafft, wo man als Beispiel den Song „S.R.S.F.“ nennen könnte.

Zuletzt traut man sich dann doch noch etwas zu experimentieren und dem Schema F zu entfliehen, so ist der Hidden Track textlich raffinierter als so manch anderer Song des Albums. Auch musikalisch betritt man hier Neuland und wagt sich an den Ska-Bereich ran, indem man Blastinstrumente mit in den Sound einbezieht.

Im Endeffekt kann man leider nur behaupten, dass Mofa nichts Besonderes sind. Da sollte man sich lieber an Se Sichelzellen halten, als die Band noch einiges mehr in der Hose hatte. Diese Mischung aus Deutschpunk, Indie und Emo will jedenfalls nicht zusagen und kann zu keiner Zeit komplett überzeugen, auch wenn die Produktion sehr ordentlich und mit viel Druck daherkommt.

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