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Mörglbl: Toons Tunes from the Past

Wertung: 9/10
Genre: Prog/Jazz Metal
Spielzeit: 120:38
Release: 24.10.2008
Label: The Laser’s Edge

Bereits im vergangenen Jahr konnten die französischen Weirdos von Mörglbl mit einem ungewöhnlichen Instrumental-Album namens „Grötesk“ von sich Reden machen. Die Platte enthielt einen ziemlich freakigen Jazz-Metal-Bastard, der mit einzelnen Retro-Arrangements und einem fetten Groove-Teppich ausgestattet war und somit recht schnell eine eigene Nische in der Prog-Szene etablierte.

Nur ein Jahr später beehrt uns das Trio nun mit einem weiteren Release, der sogar direkt auf zwei Silberlinge verteilt wurde. Doch wer nun glaubt, der kreative Fundus der Franzosen sei schon bedenklich groß, kann beruhigt werden: Die Songs auf „Toons Tunes From The Past“ bieten eine Zusammenstellung der ersten beiden Bandalben „Ze Mörglbl Trio!!“ (1997) und „Bienvenue A Mörglbl Land“ (1999), erweitert mit zwei Bonus-Tracks, die ein knappes Jahr später aufgezeichnet wurden. Erstaunlicherweise ging die Band auf diesen Alben noch eine ganze Spur experimenteller zu Werke, wobei gerade der Erstling als brutal vertracktes Groove-Monster hervorsticht und bereits Gitarrensounds etabliert, die zu jener Zeit in dieser Szene noch völlig unüblich waren. Ferner sind hier eindeutig Einflüsse von Frank Zappa wahrnehmbar, die sich zwar im Gesamtverlauf zugunsten einiger sphärischer Parts (beispielsweise in ‚Travels’) wieder einschränken, aber die Platte schließlich vom puren Jazz-Ursprung in Richtung Retro-Prog drängen.

Eine Spur zielstrebiger offenbart sich dann der zweite Silberling, der mit ‚L’áge De L’éveil’ sogar eine waschechte Ballade enthält, mit Tracks wie dem fast schon poppigen ‚Pekno-Tekno Boy’ und dem harmonischen ‚Conversations D’alcóve’ aber auch Kompositionen beinhaltet, die einen gesteigerten Wiedererkennungswert haben. Lediglich in ‚Scipagnoleg Et Bombola’ und ‚Cléopatatras’ tendiert man verstärkt in experimentellere Bahnen, gibt sich hier aber entsprechend souverän und gewissermaßen auch kontrolliert. Die beiden Bonus-Stücke sind am Ende nette Ergänzungen, wobei ‚Nounours A Disparu’ mit seinen gewöhnungsbedürftigen Rhythmen nicht ganz an die starken Nummern der ersten beiden Alben heranreicht – interessant ist die Entwicklung, die Mörglbl in dieser Zeit durchgemacht haben, aber allemal zu beobachten!

“Toons Tunes From The Past“ ist eine sagenhafte Compilation der Frühphase einer der meist ambitionierten und besten progressiven Rock/Metal-Acts, die die europäische Szene in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat. Wer es vertrackt, verspielt und groovig mag, kommt an diesem Doppeldecker schon mal gar nicht vorbei!

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