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Mörglbl: Grötesk

Außergewöhnlich retro, außergewöhnlich gut
Wertung: 8/10
Genre: Progressive Rock
Spielzeit: 61:59
Release: 14.12.2007
Label: The Laser\'s Edge Records

Die Jungs von Mörglbl sind echte Freaks, daran besteht bereits nach dem Vernehmen der ersten Noten des neuen Albums „Grötesk“ kein Zweifel mehr. Das französische Trio vermengt auf diesem durchgedrehten Werk so ziemliche alle Elemente, die in einschlägigen Jazz-, Fusion-, Jam- und Artrock-Releases vorhergesehen und populär sind, ohne sich dabei irgendwelchen Strukturen, Grenzen oder irgendetwas dergleichen unterzuordnen. Scheinbar alles ist erlaubt, selbst rasante Fahrten zwischen entspannten Psychedelic-Parts und abgedrehtem Jazz-Gefrickel. Und je öfter man sich mit diesem Werk abgibt, desto deutlicher manifestiert sich schließlich auch dieser erste Eindruck: Weder die Musiker noch die Musik als solche können in jedweder Hinsicht auch nur ein stückweit normal sein.

„Grötesk“ setzt bereits in den ersten Passagen deutliche Akzente in Richtung Vielschichtigkeit; die unlimitierten Breaks sowie die generell sehr facettenreiche Rhythmusarbeit spricht schon in „Tapas Nocturne“ und „Buffet Froid“ Bände, bevor es dann in Stücken wie „Lieutnant Colombin“ und „Les Petits Nou“ in Sachen totaler Freakout in die Vollen geht. Explosiv, spritzig und doch spürbar relaxt prallen hier reichlich Kontraste aufeinander, bringen die Songs um Kopf und Kragen, reißen sogar Fluss und Kontinuität komplett auseinander, entwerfen jedoch – man höre und staune – dennoch ein homogenes Gesamtbild. Das sind die Momente, in denen Musik ohne Umschweife zur Kunst wird.

Fast noch erstaunlicher als das massiv wechselnde Repertoire ist indes die Tatsache, dass Mörglbl tatsächlich imstande sind, ihren Sound mit einer relativen Schmalspurbesetzung von gerade einmal drei Instrumentalisten funktional zu gestalten. Die gesamte Detailfülle der Songs, all diese Twistes & Turns, ja schlichtweg das komplette, konfuse Klangbild entstand in dieser Dreierbesetzung und macht bei diesem umwerfenden Ergebnis wirklich Lust auf eine professionelle Live-Darbietung.

Ob eine derartige Reproduktion des Materials jedoch auf Bühne machbar ist, bleibt aber weiterhin die Frage. Im Bezug auf die grundsätzliche Atmosphäre hat „Grötesk“ nämlich mehr etwas von einer kunstfertig inszenierten Jam-Session dreier ambitionierter Musiker mit gleichen Visionen. Trotz den enormen Masse ineinander greifender Arrangements sind die Stücke, allen voran „Le Project Pied De Biche“ in keinster Weise kopflastig oder mühselig erzwungen. Zwar ist jeder Part bis ins letzte Detail ausgefeilt und ausgearbeitet, aber wenn es auf die Lebendigkeit der Darbietung ankommt, bleibt die Spontaneität dennoch nicht aus.

Fazit: Insofern ist „Grötesk“ immer noch ein ungewöhnlich außergewöhnliches, in seiner verworrenen Instrumental-Performance aber spektakuläres Album, welches man sich keinesfalls entgehen lassen sollte, sofern man eine Vorliebe für abgefahrene Fusion-Sounds pflegt. In seinem Genre ist das neue Werk dieses innovativen Trios zum Jahresschluss noch einmal ein deutlicher Maßstab!

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