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Mobina Galore: Feeling Disconnected

Kopfpogo für alle
Wertung: 9/10
Genre: Punkrock
Spielzeit: 36:36
Release: 07.04.2017
Label: Gunner Records/Broken Silence

Als junge Frauenpunkrockband sieht man sich unweigerlich mit einem Vergleich konfrontiert – The Distillers halten da immer wieder gerne her, Frontfrau Brody Dalle gilt als DAS Vorzeige-Krawallweib, da muss man sich als aufstrebende Musikerin schon einiges anhören. Mobina Galore fahren musikalisch eine ähnliche Schiene wie die Distillers, Sängerin Jenna Priestner hat aber gegenüber der Grand Dame Dalle einen entscheidenden Vorteil: Sie nölt nicht so furchtbar. Die Ausraster klingen zwar ähnlich, gerade in den zugegebenermaßen eher seltenen ruhigeren Passagen kann man den Gesang der Mobina-Fronterin aber nur als wesentlich angenehmer bezeichnen als den ihrer berühmteren Kollegin.

Allein schon wie die Ladies starten: Das saustarke Doppelpack „Start All Over“ und „Suffer“ lässt kein Auge trocken geschweige denn die Füße still, hier herrscht Kopfpogo ohne Ende, gerade „Suffer“ entpuppt sich als richtig schön wütender, anfangs überraschend schleppender Track, bei dem im Refrain ausrasten erlaubt ist, während vermutlich Drummerin Marcia Hansion ein leises „Wohoho“ von sich gibt, das wahrscheinlich bei jeder anderen Band lahm klänge, bei Mobina Galore aber nur noch die deprimierende Stimmung unterstreicht.

„Nervous Wreck“ hat dann fast schon The-Casualties-Drive, Sängerin Jenna schreit sich wahnsinnig toll heiser, der ganze Song ist ein akustischer Roadtrip – gemacht, um die Straßen entlang zu rasen. Überhaupt rastet die Dame immer wieder herzzerreißend gut aus, das ansonsten recht entspannte „Ready To Let Go“ lässt sich da gut als Beispiel anführen. Im Gegensatz dazu galoppiert „Spend My Day“ direkt ohne großes Intro nach vorne, „I spend my day running away from your memory“ wird genauso verzweifelt geäußert wie der Text vermuten lässt – da kriecht einem doch schon wieder die Gänsehaut den Rücken hoch, so authentisch hat man Punkrock zuletzt eher selten gehört und leider noch seltener von Ladies.

In Songs wie „Partner In Crime“ wird dann noch einmal deutlich, dass Coming Of Age hier das große Thema ist: „I’m sick and tired of living my life alone“ singen die Damen da, und klar, als punkrockende Dame mit Eiern wie Fußbällen hat man es in der Männerwelt sicherlich nicht leicht und wirkt auch mal abschreckend. Dazu gibt es aber keinen Grund und auch der Titel des Albums ist zumindest musikalisch grundlos gewählt: Mobina Galore sind fest verhaftet im Punkrock der spannendsten Art, ziehen ihr Ding gnadenlos und mit viel Substanz durch (was man ja längst nicht von allen Vertretern des Genres sagen kann…) und bieten auf „Feeling Disconnected“ ein wahres Füllhorn an Anspieltipps. Man spürt die Ehrlichkeit, die die beiden Musikerinnen auf der Platte verströmen, geradezu durch die Boxen – nichts wirkt hier gekünstelt und Gott sei Dank haben die beiden auf poppige Ausflüge verzichtet, so dass man eine astreine Punkrockplatte genießen kann. Hier dürften sich alte Haudegen wie auch junge Poger aller Geschlechter wohl fühlen.

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