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Mobina Galore: Don't Worry

Musiktherapie in Reinform
Wertung: 10/10
Genre: Punkrock
Spielzeit: 34:05
Release: 06.09.2019
Label: New Damage Records/Gunner Records

Schon zweieinhalb Jahre ist es her, dass das Power-Duo Mobina Galore die heiligen The-Pit.de-Hallen durchgerüttelt hat, „Feeling Disconnected“ hieß die damalige Abrissbirne, die Damen hatte man seitdem aufmerksam auf dem Schirm behalten – und siehe da, Anfang September durfte der Nachfolger „Don‘t Worry“ nachgereicht werden. Soundtechnisch hat sich da erst mal zum Glück nicht viel getan, Jenna und Marcia prügeln sich wie gehabt mit ordentlicher Rotzattitüde durch die Punkrockarrangements und selbst, wenn mal ruhigere Töne angeschlagen werden sollten, scheinen die beiden Damen auf Krawall gebürstet. Dass es sich hier um eine Art der Selbsttherapie handelt, wird recht schnell deutlich – aber auch der Albumtitel spricht da für sich: „Don‘t Worry“ schreit aus allen Ecken, sich nicht mit der beschissenen Welt abzufinden, sondern seinen Platz so gut wie möglich zu finden und den schönen Momenten den Vorzug zu geben, sollten sie noch so selten sein.

Selten sind diese Momente auf dem Drittwerk der beiden Kanadierinnen zum Glück so gar nicht, da darf man sich von Ausrastern à la „Sorry I‘m A Mess“ an die Wand klatschen lassen, während das vorab veröffentlichte „Escape Plan“ gemäß dem Text schön voran galoppiert und das von Selbstzweifeln zerfressene „California“ sich beinah schon als Ohrwurm präsentiert. Daneben stehen starke Songs wie „Back To The Beginning“, das beinah schon grungigen Groove präsentiert und mit einem wahnsinnig eindringlichen Refrain aufwarten kann.

Aller guter Dinge sind drei, aber auch nach drei Durchläufen lassen sich Schwachpunkte auf „Don‘t Worry“ höchstens mit dem Mikroskop finden. Selbst im direkten Vergleich mit dem damals sehr gefeierten „Feeling Disconnected“, das in Teilen übrigens auch nach über zwei Jahren immer noch die heimische Playlist aufmischt, kann sich die neue Scheibe sehen lassen, ja, man legt sogar scheinbar noch ein Schippchen drauf – selbst wenn da, wie in „I Need To Go Home“, ein bisschen genäselt wird beim Gesang, kann man das den beiden Damen nicht übelnehmen, folgt den etwas gewöhnungsbedürftigen Vocals doch ein gewaltiger Refrain, in dem die Songwriterin sich selbst offenbart („I know I need to go home/But I would destroy everything“), herausposaunt mit derart viel Ehrlichkeit, dass es einem fast eine Gänsehaut bescheren könnte. Das „fast“ können wir beim düster-verzweifelten „Oh Irene“ dann getrost streichen, einem unwahrscheinlich heftigen Abschieds-Song, der zwar gesanglich zumindest für die Strophen keinen Preis gewinnen wird, der aber einen absolut genialen Refrain und mit den stärksten Text der Platte beinhaltet. Mit „Four Hours Of Sleep“ gibt es dann sogar noch einen Akustiktrack zum Abschluss – mit einsamer Gitarre und Reibeisenstimme.

„Don‘t Worry“ ist ein Biest von einem Album geworden, eine Therapie in Reinform, ein Hoffnungsschimmer nicht nur am Punkrock-Himmel, sondern auch für jeden Hörer persönlich: Alles kann besser werden, selbst wenn man bis zum Haaransatz in der Scheiße hängt. Konnte der Vorgänger bereits neun Punkte abstauben, fällt es nun schwer, hier nicht die volle Punktzahl auszupacken… ach was, scheiß drauf.

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