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Mob Rules: Tales From Beyond

Zu gut für nur die zweite Reihe
Wertung: 8/10
Genre: Power Metal
Spielzeit: 60:05
Release: 18.03.2016
Label: Steamhammer/ SPV

Das niedersächsische Urgestein lässt nicht locker – schön zu sehen, dass Mob Rules auch auf ihrem achten Longplayer nicht an Biss verloren haben, ganz im Gegenteil, denn weniger Bombast, reichlich Melodie und irgendwie eine sogar nochmals gesteigerte Gesangsleistung durch Klaus Dirks lässt nach mittlerweile 22 Jahren Bandbestehen gerne den Schluss zu: Prädikat wertvoll. Natürlich darf man dabei nicht um den heißen Brei schreiben, dass die eine oder andere Szenerie an den jungfräulichen Branchenprimus erinnert, aber dennoch haben die Wilhelmshavener eine gute Stunde hochwertig melodische Metalunterhaltung fernab jedweder Ballermannisierung abgeliefert.

Gleich mit dem Opener „Dykemaster's Tale“ – ein hundertprozentiger, unumstößlicher Anspieltipp – schicken sie einen fetten Gruß nach Großbritannien, schaffen aber locker den Ed-Force-Sprung zu einem melodischen Highlight mit geschichtenerzählerischer Tiefenwirkung, welches sich über knapp neun episch-dramatische Minuten als regelrechtes Highlight schnell ins Ohr setzt. Eine im Grunde recht straight angelegte Midtempo-Nummer mit nur leichten progressiven Anflügen, die zum Kontrast aber auch ein paar richtig ruhige Passagen, die noch ein Stückchen mehr die Geschichte flankieren, abbekam – da mag man glatt das Buch „Der Schimmelreiter“ von Theodor Storm, welches als Vorlage diente, in die Hand nehmen. Und wie schon eingangs erwähnt, so ganz können sie eben nicht ein paar Vergleiche abstreifen. Auch „My Kingdom Come“ birgt am Anfang wieder einiges an maideneskem Flair, was sich allerdings sehr schnell gibt und eher zu einer Reminiszenz des eigenen Backkatalogs wandelt, schnell ins melodische Bewusstsein eindringt, unverschämt eingängig ist und ein paar unaufdringliche folkloristische Verwebungen beherbergt.

Mit einem veränderten Gesicht aber schafft savatagesche Atmosphäre eine andere Seite – etwas progessiver angelegt mit einem wahrhaft fettem Groove rockt „Signs“ sich ins Fanherz, und auch „ The Healer“, welches das progressivste Stück auf dem Album ist, dabei aber nicht auf Eingängigkeit verzichten muss und gegen Ende mit dem spacigem Keyboardsolo überrascht, kann sich mehr als hören lassen.

Ein Stückchen mehr stehen in „Somerled“ die Twin-Gitarren im Vordergrund, flankiert von den harmonisch eingeflochtenen Dudelsäcken und der unentwegten Doublebass-Power, letztere auch mit erhöhter Brachialität in „Dust Of Vengeance“ zu finden. Weniger anstrengend als befürchtet liefern Mob Rules mit der Trilogie „A Tale From Beyond“ leicht schwelgerische Keyboards, volle Riffpower, nur kurz durch die Akustikklampfe zwischen Part I und II unterbrochen, eingängiger Gesangsleistung und dramatischer Epik ab – irgendwo zwischen träumerisch und mitreißend, aber eben auch immer ausreichend heavy. Als Bonus ist am Ende noch eine Neuversion ihres eigenen Klassikers „Outer Space“ dabei, der ja schon auf dem zweiten Full-Length-Eisen „Temple Of Two Suns“ vertreten war.

Die Konstanz im Line-Up scheint sich auszuzahlen, denn Talent allein reicht ja nicht aus, um auf hohem Niveau ein bärenstarkes Album wie „Tales From Beyond“ herauszuzaubern. Mob Rules konzentrieren ihren Stärken wie Melodie und Eingängigkeit, verzichten auf oberflächlichen, allzu offensichtlichen Volksverdummungsmetal, packen auch lyrisch neue Konzepte an und lassen über sechzig Minuten nichts anbrennen – Hut ab, dafür sind 8 Punkte mehr als gerechtfertigt.

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