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Mob Rules: Ethnolution A.D.

Der Melodic Metal lebt
Wertung: 8/10
Genre: Melodic Metal
Spielzeit: 51:10
Release: 20.10.2006
Label: Steamhammer/SPV

Mit „Ethnolution A.D.“ bescheren und Mob Rules ihr fünftes Studiowerk. Nachdem man seine Fans mit der DVD „Signs Of The Time“ im letzten Jahr verzückte, trennte man sich von den langjährigen Weggefährten Thorsten Plorin (Bass) und Oliver Fuhlhage (Gitarre). Somit stellte die DVD einen gelungenen Abschluss der fast 10-jährigen Karriere da.

Umso gespannter durfte man sein, wie sich Mob Rules nun weiterentwickeln. Dass Mob Rules weiterhin im Melodic Metal Bereich bleiben würden, hat wohl jeder erwartet, aber das ist auch gut so. Denn diese Musik beherrschen sie aus dem Eff Eff. Ein kurzer „Prologue“ leitet den Konzeptpart des Albums zum ersten Song „Unholy Wars“. Klaus Dirks Stimme brilliert wie eh und je. Das Schöne ist, dass er eine hohe Stimme hat, aber nicht ständig versucht, die höchsten Töne anzustimmen. „Unholy War“ besticht unter anderem auch durch seine fanfarenartigen Keyboards, die gekonnt von Sascha Onnen eingesetzt werden.

Es gefällt mir auch sehr gut, dass sich Mob Rules es trauen, ernsthafte Themen in Ihrer Musik einzustreuen. So befasst sich der Konzeptpart mit den ethnologischen Entwicklungen der Welt und ihren kranken Kriegen und Selbstmordkommandos. Ein Thema, wie es eigentlich nicht aktueller sein könnte. “Ashes To Ashes“ hat eine gehörige Portion progressiven Rock in sich vereinnahmt. Der Refrain brennt sich schnell in den Gehörgängen fest, auch aufgrund der zwar simplen, aber doch sehr effektvollen Drums von Arved Mannott. Man merkt schnell, dass die Band trotz der beiden neuen Mitglieder eine Einheit geblieben ist.

„Fuel To Fire“ befasst sich allgemein mit dem kalten Krieg und im speziellen mit der Berliner Mauer, kann mich dann allerdings nicht so recht vom Hocker hauen. Dies hat allerdings weniger mit dem Thema als mit der etwas zu simplen treibenden Musik zu tun. Aber keine Sorge, das Instrumental „Veil Of Death“ holt einen wieder in positive Gefühlstimmungen und bereitet das geniale „The Last Farewell“ vor. Dieser Abschlusssong des Konzepts lässt meine Nackenmuskulatur erste Übungen ausführen. Nicht, dass hier jemand einen richtigen Headbanger erwartet, aber der Song, welcher relativ soft gehalten ist, treibt mich durch seine Drumbassparts zum „Kopfnicken“ an. Ja, ich denke, die Frischzellenkur in Form von Sven Lüdke (Gitarre) und Markus Brinkmann (Bass) ist eher positiv zu sehen.

Ab dem sechsten Song „Day And A Lifetime“ geht es dann mit normalen Songs weiter, die kein Gesamtkonzept verfolgen. Aber auch hier zeigen Mob Rules mit ihren ohrenschmeichelnden Melodien ihre Stärke. Trotz der sehr schönen Melodien wirken Mob Rules aber nie soft oder gar poppig. Sie haben es geschickt verstanden, massentaugliche Harmonien zu schreiben und trotzdem die Fahne der härteren Musik hochzuhalten.

„River Of Pain“ treibt da schon etwas mehr nach vorne, gefällt mir aber aufgrund der Keyboards ausnahmsweise nicht so gut. Allein der Refrain und die Bridge gefallen mir, wobei ich zugeben muss, dass das leicht klassisch angehauchte Gitarrensolo schon spitze ist. Aber dass Gitarrist Matthias Mineur sein Handwerk schon lange beherrscht, brauche ich hier doch wohl nicht wirklich zu erwähnen.

Sehr gut gefällt mir auch „Ain`t The One“ mit seinen leichten orientalischen Einflüssen. Irgendwie ist es schon komisch mit dieser Scheibe, ich mag es sonst sehr gerne, wenn es zügig mit Power vorwärts geht. Bei Mob Rules ist das irgendwie anders: „New Horizon“ fällt durch seinen Rhythmus wieder etwas treibender aus und gefällt mir nicht so gut wie die anderen Stücke. „With Sparrows“ beginnt mit einem sich etwas unnatürlich anhörenden Klavierpart, was wohl daher kommt, dass es halt nur ein Keyboard ist. Trotzdem entwickelt der Song seinen Charme durch die Gesangsmelodien und die fantastischen Gitarrenparts.

Der letzte Song „Better Morning“ ist ein extrem atmosphärischer, softer, aber auch epischer Schlusspunkt des Albums.

Fazit: Mob Rules arbeiten sich weiter an die Spitze des melodischen Metals vor und brauchen eigentlich keine Band mehr zu scheuen. Ihr Gefühl für Melodien ist wirklich beachtlich und braucht auch die internationale Konkurrenz nicht zu fürchten. Ich bin jetzt schon gespannt, wie die Band dieses Ethnolution-Konzept live umsetzen wird.

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