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Mnemic: Mnemesis

Alles neu und trotzdem beständig
Wertung: 8.5/10
Genre: Modern Metal
Spielzeit: 43:22
Release: 08.06.2012
Label: Nuclear Blast

Mnemic konnten sich seit Beginn ihrer Karriere einen Sonderstatus erspielen. Mit ihrer Mischung verschiedenster Musikstile hat sich die Combo schon immer weit jenseits der standardisierten Grenzen präsentiert. Das hat nicht unerheblich zum kometenhaften Aufstieg der Band beigetragen. Nur sehr selten bleibt aber alles beim Alten und so fahren die Dänen auf der neuen Scheibe ein zu drei Fünfteln erneuertes Line-Up auf. Da stellt sich der Hörer natürlich zuerst einmal die Frage, ob die Musik nun überhaupt noch nach Mnemic klingt. Die Fragenden und die Zweifler können beruhigt werden. Die Band klingt nur etwas reifer und überlegter. Ansonsten hat sich nichts verändert. Der Sound ist immer noch so Mnemic, dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist.

Sehr vielschichtig ist das neue Werk ausgefallen. „Mnemesis“ variiert von extrem harten und schnellen Songs bis hin zu balladesken Elementen und Momenten wie sie zum Beispiel bei „There’s No Tomorrow“ stattfinden. Die meiste Zeit bewegen sich die Lieder aber im mittleren Tempobereich. Dabei verzichten Mnemic nicht darauf, ihren Stücken immer wieder die so bandtypischen Breaks und Stops beizufügen. Interessanterweise wagen sich die Dänen recht weit aus ihren normalen Gewässern. Als Allererstes stechen die vielen langsam gehaltenen Parts ins Auge. Manchmal wirken die Stücke sehr träge und weitläufig. Davon darf man sich aber nicht täuschen lassen: Innerhalb von Sekundenbruchteilen ziehen Mnemic das Tempo wieder gewaltig an und sorgen für eine Art Überschallknall. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Nummer „Ocean Of Void“, in der die fließenden Melodien immer wieder von sehr ruppigen Stopps unterbrochen werden. Der letzte Song, „Blue Desert In A Black Hole“, schlägt in die gleiche Kerbe. Im direkten Vergleich mit dem gerade genannten Lied ist der letzte Song auf der Platte aber auch noch extrem atmosphärisch. Dadurch wird das Stück extrem breit und verhält sich im Gehirn wie ein Ölteppich im Meer. Langsam, aber konstant breitet er sich in immer mehr Gehirnwindungen aus. Obwohl das Stück sicherlich nicht als Aushängeschild für die Platte herhalten kann, birgt es viel Potential und die Erkenntnis, dass Mnemic bestimmt noch nicht am Ende ihrer musikalischen Reise angelangt sind.

Ein zusammenfassendes Ergebnis zu „Mnemesis“ fällt schwer. Die Band zeigt sich konstant wandlungsfähig. Einige der Fans könnte das Album abschrecken. Viele ausladende Parts bereichern die Scheibe zwar musikalisch ungemein, aber wer auf die Mütze will, der könnte sich schnell etwas verloren vorkommen. Dabei gibt es in künstlerischer Hinsicht nichts an der Arbeit von Mnemic auszusetzen. Die Frage ist nur, ob die bisherigen Fans der Band die Weiterentwicklung richtig verstehen können.

Anders herum betrachtet wird die Gruppe mit der Scheibe mit Sicherheit auch jede Menge Leute ansprechen können, die vorher nichts mit der Band anfangen konnten. Als Adressat für „Mnemesis“ können also alle Fans modernen Metals ohne Schubladen eingetragen werden. Wer sich mit der Bezeichnung angesprochen fühlt, der sollte unbedingt ein Ohr riskieren.

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