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Mistweaver: Tales From The Grave

Melodic Death Metal einmal anders interpretiert
Wertung: 7/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 62:12
Release: 30.05.2010
Label: Casket Music

Klar und deutlich! So könnte das Motto von Mistweaver lauten, welches sie mit ihrem vierten Album „Tales From The Grave“ umgesetzt haben.

Mit dieser Scheibe reihen sie ein weiteres Album in ihre Sammlung ein, welches dem Melodic Death Metal huldigt. Mit typischen Growls und Doublebass, wilden Gitarren und einem passenden Bass im Gepäck spielen sie sich durch ihre rund 60-minütige CD, die besonders durch ihre klaren Elemente auffällig ist. Ihr Songwriting wirkt simpel und Feinheiten lassen sich bei diesem Album auch nicht groß entdecken, dafür wirkt es aber sehr sauber und direkt. Besonders der klare Rhythmus spricht den Hörer ab der ersten Minute an und ermuntert zum Weiterhören.

Den Part des Melodischen beim Death Metal übernehmen klassischerweise die E-Gitarren und auch bei Mistweaver ist das der Fall. Das besondere an dieser spanischen Band ist aber, dass sie es nicht darauf belassen. Denn neben den bereits genannten Instrumenten wurde eines bisher unterschlagen: das Keyboard. Dies nimmt einen besonders wichtigen Platz in der Musik von Mistweaver ein. Es steuert sehr hohe und ruhige, aber auch recht verspielte Melodien bei, die dem ganzen einen gewissen Black Metal-Touch geben, der nicht übergangen werden kann. Der auffällige Einsatz des Keyboards ist aber so geschickt gelöst, dass es zu dem restlichen Death Metal immer sehr passend wirkt. Zudem tritt es nicht permanent in Aktion, sondern weicht zeitweise sehr vor den harten Klängen zurück, so dass der eigentliche Death Metal auf keinen Fall zu kurz kommt. Es bereichert den sehr bodenständigen derben Metal vielmehr durch eine Spur von Zierlichkeit, Verletzlichkeit und Mystizismus. Aber dies ist wirklich nur eine Spur. Dadurch wirkt die Musik nicht etwa verweichlicht, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern eher gruselig und verursacht eine leichte Gänsehaut. Deutlich wird dies zum Beispiel in dem Lied „Another Endless Night“, bei dem sich das Keyboard geschickt mit der rauen Art paart.

Ein weitere markanter Punkt auf diesem Album sind auch die aggressionslosen, melodischen Passagen, die beispielsweise bei dem Lied „A New Vision Of The Apocalypse“ oder „Voices From The Grave“ verarbeitet wurden. „Voices From The Grave“ ist aber vor allem auch durch seine ausgesprochene Vielseitigkeit zu empfehlen. Nach einer ausgiebig ruhigen Passage zu Beginn geht es doch bald zu melodischen E-Gitarren über, bevor es dann so richtig losschmettert. 

Das Intro „The Fairytale” hingegen besteht dafür ausschließlich aus verträumten ruhigen Melodien. Angesichts des ersten äußeren Eindrucks des Albums ist so ein Klang vielleicht doch im ersten Moment für den Hörer verwunderlich. Trotzdem ist es umso passender, da man sofort mit einem nicht zu unterschlagenden Charakterzug des Albums konfrontiert wird. Wer hier weiterhört, dem wird die CD sehr wahrscheinlich auch weiterhin gefallen.
 
Auf den äußeren Eindruck des Albums sollte noch mal im Detail eingegangen werden, da er sich doch so sehr mit dem Inhalt beißt. Das Coverbild ist so eindeutig wie auch bekannt: Ein verrotteter Zombie steigt auf irgendeinem Friedhof aus seinem Grab - der Titel: „Tales From The Grave“. Wer noch mehr triefendes Klischee auf Lager hat, der sei für das nächste Artwork für Mistweaver herzlich eingeladen, einmal Stift und Papier zu zücken. Aber mal ehrlich, Mistweaver haben es überhaupt nicht nötig sich mit solchen oberflächlichen und langweiligen Plakaten zu pflastern. Ihre Musik hat jedenfalls ganz andere Qualitäten als ein Standard-Death-Metal-Album und beweist immer wieder Mut zur Idee.

Ein Kritikpunkt ist aber, dass die meisten Lieder (genannte Ausnahmen bestätigen die Regel) über den Daumen doch alle sehr ähnlich klingen. Wer sich daran aber nicht sonderlich stört, der sollte unbedingt mal in dieses Album reinhören. Das Keyboard ist ein Erlebnis wert.

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