Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Zeigen sich schlicht: Miserere Luminis

Miserere Luminis: Miserere Luminis

Bewusster Postrock-Black-Metal mit Tiefgang
Wertung: 8/10
Genre: Postrock / Black Metal
Spielzeit: 61:53
Release: 23.02.2010
Label: Sepulchral Productions

Wenn man hört, dass zwei Black-Metal-Bands ein Album zusammen herausbringen, denken die meisten sofort an eine Split-CD. Dies trifft aber hier nicht zu. Miserere Luminis stellt ein Nebenprojekt dar, welches sich aus den Untergrund-Black-Metallern von Gris und Sombres Forêts zusammensetzt. Dabei sollte erwähnt werden, dass Miserere Luminis nicht, wie die meisten anderen Nebenprojekte, nur Teile der Bands, sondern gleich beide Bands komplett mit einbezieht. Zugegeben, bei der Kombination Sombres Forêts, was ein Ein-Mann-Projekt darstellt und Gris, die immerhin zwei Bandmitglieder vorweisen können, ist das nicht sonderlich schwierig. Beachtlich ist aber dafür, dass beide Bands für sich es schaffen, trotz ihrer geringen Größe eine Vielfalt an Instrumenten zu beherrschen und einzubringen. So hört man bei Gris beispielsweise neben den „Essentiellen Drei“ (Gitarre, Bass, Drums) auch Geige, Klavier und Cello. Das allein gibt wahrscheinlich schon einen Hinweis darauf, wie Miserere Luminis klingen könnten.

Der Postrock steht bei diesem Album deutlich im Vordergrund, wobei er zeitweise von Black-Metal-Passagen untermalt wird. Wenn man es mit Alben von Gris und Sombres Forêts vergleicht, fallen die Anteile an Postrock aber insgesamt größer aus.

Das Album vermittelt auf seine ruhige Art eine nachdenkliche Stimmung, die zeitweise vom Black-Metal-Gesang ins Melancholische abdriftet. Der Gesang wird aber meist sparsam eingesetzt und bleibt weitestgehend im Hintergrund. Dies unterstreicht noch mehr die Instrumente, so dass dieses Album insgesamt nicht so tragisch wirkt wie bei Black-Metal-Gekrächze erwartet.

Es sind aber auch durchaus härtere Black-Metal-Varianten zu finden wie zum Beispiel bei „IV“ oder zum Ende von „Miserere Luminis“ hin. Daher wäre es eine Lüge, es als reines Postrock-Album anzupreisen. Hier wird deutlich, dass es durchaus mehrere Gesichter hat.

Besonders interessant und dafür klar eine Unterstreichung des Postrocks ist das immer mal wieder auftauchende Klavier bzw. das Keyboard. Schon zu Beginn leitet es das Album mit einem Solostück ein und verleiht durch seine Anteile dieser CD eine gewisse Klasse.

Der Sound von Miserere Luminis ist in den Grundzügen recht klar und wenig verspielt. Vielmehr ist der Einsatz der zeitgleichen Instrumente eher sparsam. Was bei anderen Bands schnell viel zu einfach und platt wirkt, klingt bei Miserere Luminis ganz bewusst und gibt der CD eine ungeahnte Tiefe.

Durch die Kombination aus diesem „reinen“ Spiel mit verzerrter E-Gitarre, Bass und kratzendem Gesang bekommt „Miserere Luminis“ seinen besonderen Reiz. Dies wird im letzten Stück „Exulcerare“ ganz extrem deutlich. Hier wechselt der Sound von lauter, verschrammter Geräuschkulisse relativ plötzlich wieder zurück zum anfänglichen Klavier/Keyboard und rundet das Album somit vollends ab.

Besonders empfehlenswert ist das Album für Fans von (wer hätte es gedacht) Gris und Sombres Forêts, aber auch Amesoeurs lassen sich in gewisser Weise mit Miserere Luminis in einem Zug nennen.

Die CD sollte aber nicht nur diesen vorbehalten bleiben, da das Projekt Miserere Luminis durchaus die Größe besitzt, weit mehr für sich zu gewinnen.

comments powered by Disqus

Top-Stimmung in der Markthalle auch an einem Mittwochabend

Auch die unsägliche Informationspolitik kann einem den Spaß nicht verderben

Stimmungsvoller Abend mit zwei motivierten Bands