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Miseration: Your Demons - Their Angels

Wer braucht Miseration, wenn er Scar Symmetry haben kann?
Wertung: 5.5/10
Genre: Melodic Death Metal
Spielzeit: 41:4
Release: 12.09.2008
Label: Lifeforce Records

Wenn sich ein Frontmann einer mittlerweile ziemlich bekannten schwedischen Band zusammentut mit einem ebenfalls ziemlich vielbeschäftigten Musiker, dann liegt es auf der Hand, zu vermuten, dass bei dieser Zusammenkunft etwas Besonderes daraus hervorgehen werde.

In diesem Falle von Miseration hat sich also Scar Symmetry-Frontmann Christian Älvestam mit Jani Stefanovic, bestens bekannt von Essence Of Sorrow oder auch Divinefire, zusammen gerottet, mit Rolf Pilve (Drums), Johan Ylenstrand (Bass) und Marcus Bertillson (Gitarre) das Line-Up der Band komplettiert und nun wird durch Lifeforce Records, dem neuen Label der Jungs, deren Debutscheibe „Your Demons – Their Angels“ auf den Markt geworfen.

Wie es der Teufel will, ich meine natürlich wie es der Titel schon so plakativ andeutet, scheidet dieses Album jedoch die Geister der Hörenden. Man bekommt hier zum einen allerfeinsten Death Metal der schwedischen Schule aus dessen Heimatland geboten: Die Songs beherbergen Melodylines, bei denen die Elchtodanhänger auf jeden Fall im siebten Himmel schweben werden.

Doch es nützt auch nicht, wenn der Himmel ob der gebotenen Melodien plus vorhandener genialer Death Metal-Härte voller Geigen hängt, wenn man beim Hören ständig an Songs von Christians Hauptband, nämlich Scar Symmetry erinnert wird. Ganz wie bei dieser Band nämlich variiert Christian seine Stimme hervorragend von tieften Growls über nahezu Keifen bis zu Cleangesang.

Das Drumming im das Debut eröffnenden und mit teuflisch gutem Drive daherkommenden „Thrones“ kommt einem schon irgendwie ziemlich steril vor – passt mir gar nicht so wirklich in den Kram. Das Riffing allerdings kann dann dank seiner unbarmherzigen Härte punkten und auch das Gitarrensolo ist nicht von schlechten Eltern.

Man bleibt zwiegespalten zurück, während schon „Perfection Destroyed“ auf die Trommelfelle einhämmert. Mit Einsetzen des eindeutig charakteristischen Cleangesangs im Refrain ist es dann mit des Hörers Suche nach dem eigenen Stil von Miseration vorbei, denn ab diesem Moment hat man nur noch Scar Symmetry und Miseration gewissermaßen als Klon dieser Band im Kopf.

Ehe man sich versieht, befindet man sich auch schon im Kreuzfeuer des heftig und flott drauflosknüppelnden „Seven Are The Sins“, in welchem zur Soundteppichverstärkung Synthieklänge zu vernehmen sind. Aber auch wie das folgende „World Lethality” kann dieses Stück keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, obwohl dieses erstmal ziemlich zähflüssig und mächtig beginnt. Doch im Refrain ist der Eindruck des Scar Symmetry-Klons leider wieder perfekt.

Auch die Songs, die folgen, egal, ob es nun z.B. „The End Designed“, „Noctivagant“ oder etwa das ziemlich groovige „Scattering The Few“ ist, bestehen ausnahmslos aus markigem Riffing, guten Schwedentod-Melodien und variablem Gesang, sprich aus allen Attributen, die schon bestens bekannt und oben schon erläutert worden sind. Allerdings schafft es leider Gottes kein Song, sich in den Gehirnwindungen festzusetzen.

Ein riesengroßes Plus ist das große Können der Männer an ihren Instrumenten. Was aber viel schwerer wiegt, ist zugleich auch das sehr große Manko: Es gibt auf dieser Scheibe einfach keinen einzigen Song, der sich nachhaltig im Kopf festsetzen kann. Augenblicklich gehört, befindet man sich schon in den Gedankengängen nach dem Motto „ja, das ist ganz gut gemacht“, aber kaum ist die CD raus aus dem Player, kann man sich nicht einmal mehr erinnern, wie denn nun das Mainriff des ein oder anderen Songs oder geschweige denn die eine Melodie in Stück x oder y wohl war. Die Produktion ist klar und pressend, wenn auch für den ein oder anderen ein wenig zu modern und steril, was besonders an den Drums herauszuhören ist.

Fazit: Ich will hier keinem auf den Schlips treten, aber wer braucht Miseration, wenn er Scar Symmetry haben kann? Ich vermute, diese Band wird es aufgrund der zahllosen Konkurrenz überaus schwer haben, sich künftig zu behaupten. Da nützt auch alle Profession an den Instrumenten nicht viel. Die Band sollte dringendst auf die Suche nach einer wirklich eigenen Identität gehen und sich nicht weiterhin im Glanz der großen Verwandtschaft sonnen.

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