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Miseration: Tragedy Has Spoken

Endlich mal wieder guter technischer Death Metal
Wertung: 7.5/10
Genre: Melodic Death Metal, Technical Death Metal
Spielzeit: 42:18
Release: 29.06.2012
Label: Lifeforce Records

Schweden, das Metal-Land: Man muss sich doch selbst nach so vielen Jahren immer wieder wundern, wie viele technisch höchst anspruchsvolle Bands das Land des Surströmming als ihre Heimat angeben. Von Black über Dark Metal ist so ziemlich alles vertreten - Miseration, um die es hier gehen soll, haben sich dem streckenweise sehr technischen Death Metal mit Melodic-Anleihen verschrieben. Technical und Melodic Death mag auf den ersten Blick trotz klarer Überschneidungen nicht so perfekt zusammenpassen, in Wahrheit sind die Songs auf der neuen Scheibe "Tragedy Has Spoken" aber durchaus hörbar; und das auch gerne öfter.

In schöner Regelmäßigkeit hat die Truppe seit ihrer Gründung im Jahre 2006 Full-Length-Platten herausgebracht - der Backkatalog wird nicht durch schlecht produzierte Demos oder EPs heruntergezogen, sondern hat mit dem 2007er Debüt "Your Demons - Their Angels" und dem zwei Jahre später erschienenen Nachfolger "The Mirroring Shadow" von Anfang an Label-Veröffentlichungen auf der Habenseite. Seit der letzten Scheibe vergnügen sich Miseration bei den deutschen Lifeforce Records, die mit Bands wie Deadlock, Raunchyoder Night in Gales einige brandheiße Eisen im Feuer haben und somit sicherlich nicht die schlechteste Wahl waren.

Die Jungs wie auf der Labelseite als "Death Metal Sensation" zu hypen, wäre vielleicht ein bisschen hoch gegriffen, allerdings muss man dem Fünfer außerordentliche Fähigkeiten zugestehen. "Stepping Stone Agenda" auf dem Openerplatz ist da direkt mal ein guter Beweis: Die Gitarren sowie die Drums erinnern ein wenig an Cannibal Corpse, allerdings wissen die Vocals von Fronter Christian Älvestam doch ein wenig mehr zu gefallen, aus dem einfachen Grund, weil der Mann trotz einem Haufen Aggression wesentlich mehr Abwechslung reinbringt als der "Corpsegrinder" es bei seiner Truppe jemals vermochte.

"Ciniphres" bildet das nächste Highlight. Schon zu Beginn darf man sich an frischen Leadgitarren erfreuen, bevor Sänger Christian das Zepter übernimmt und in bester Death-Manier losbrüllt. Erstaunlich gediegen klingt das Stück dann mit einem Klavierpart und Gewitterkulisse aus. "Hill Of The Poison Tree" holzt danach dafür aber mit doppeltem Tempo durchs Innenohr und hat fast schon Grindcore-Charakter, was vor allem daran liegen mag, dass der ultraschnelle Track gerade einmal zweieinhalb Minuten läuft.

"On Wings Of Brimstone" fällt ein bisschen aus dem Rahmen, gibt es hier doch klaren Gesang zu hören, der zwar nicht übel klingt, aber irgendwie nicht so richtig in den Song passen will. Vielleicht ist es in dem Fall ganz gut so, dass die Clean Vocals erst gegen Ende auftauchen - auch ohne diese hat der Song einen recht monumentalen Touch, der ein bisschen Richtung Orient-Death tendiert, wie man ihn beispielsweise von Melechesh kennt.

"Tomb Of Tephra" räumt zum Ende des Albums hin noch einmal auf und pustet den Staub aus den Boxen. Mittlerweile hat man sich zwar an das Geschrei gewöhnt, es beeindruckt einen aber doch immer wieder, mit wie viel Inbrust der Sänger gegen seine Instrumentalfraktion anbrüllt. Dabei kommt der Truppe auf der gesamten Platte der sehr dichte und trotzdem transparente Sound zugute, der alle Instrumente durchlässt, ohne eines in den Vordergrund rutschen zu lassen.

Fazit: Miseration sollte man sich auf der Liste der Death-Bands markieren, die es Wert sind, dass man ihre Scheiben öfter als einmal durchhört. Im Schrank verstauben wird "Tragedy Has Spoken" sicherlich nicht, dafür beinhaltet die Platte einfach zu viele Glücksmomente. Wie bei vielen Bands, die sich dem technischen Death Metal verschrieben haben, kehrt aber auch hier nach gut 40 Minuten eine leichte Monotonie ein - daher befinden sich die Schweden zwar im oberen Bewertungsdrittel, mehr als 7,5 Punkte kann es aber vorerst nicht geben.

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