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Miseration: The Mirroring Shadow

Ein Flächenbombardement des Trommelfells mit kontrollierten Angriffen einiger Spätzünder - und ohne Blindgänger
Wertung: 7/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 36:08
Release: 16.11.2009
Label: Lifeforce Records

Was Musiker und Bands in Schweden angeht, müssen dort regelrecht inzestuöse Verhältnisse herrschen – da spielt einfach jeder mit jedem in einer Band. Wenn man sich ansieht, bei welchen Projekten die Mitglieder von Miseration schon überall mitgewirkt haben und wo sie überall noch aktiv dabei sind, fragt man sich, wo diese Menschen die Zeit dafür hernehmen. „The Mirroring Shadow“ ist bereits das zweite Album der Schweden und legt im Vergleich zum Vorgänger nicht nur einen Zahn, sondern gleich ein ganzes Gebiss zu – statt Melodic Death Metal gibt es hier nur noch geradlinigen Death Metal von herausragenden Musikern.

Die Songs des Albums beinhalten alles, was für eine gute Death-Metal-Platte nötig ist, von tiefen Growls über verschiedenste Techniken – wie beispielsweise Tremolo Picking – um den Saiteninstrumenten dunkelste Töne zu entlocken, bis hin zu klassischen Headbang-Riffs, brachialen Blasts oder sogar den ein oder anderen Breakdown. Die auf diesem Album stellenweise zu findenden Breakdowns tun dem so stilechten Death Metal keinen Abbruch, da sie nicht wie im Metalcore üblich ausgeführt werden, sondern viel mehr extrem stampfende Riff-Abschnitte sind, die mit viel Druck und Tiefe den nächsten Blast einleiten. Als weiterer Bestandteil der Songs muss das Keyboard genannt werden, das nicht penetrant nebenher spielt, sondern gelegentlich in Form atmosphärischer Flächensounds das Klangbild um ein weiteres Element ergänzt, wie es beispielsweise bei „Blueprinted Aeon Collapse“ der Fall ist.

Der etwas doomigere und weniger auf Chugging Riffs setzende Titeltrack „The Mirroring Shadow“ besticht durch die durch Mark und Bein gehenden, tiefen Growls Christian Älvestams. Wenn man diesen Song erst einmal gehört hat, kommen einem die übrigen Stücke wie „Dimorphic“ vor wie nichts; zwar auch solide Arbeit, aber noch lange nicht dermaßen beeindruckend wie der Titelsong. Erst mit dem Song „Sulphury Sun“, der stark auf klassische Blasts fixiert ist, kann man den sich im Ohr festgebissenen Titeltrack etwas vergessen und sich auf neue Riffs konzentrieren.

Ja, die anderen Songs brauchen ihre Zeit um zu zünden, allerdings hat man die melodischen, nahezu majestätischen Stellen, die unter der Brutalität begraben liegen, ausgeschaufelt und zum differenzierten Hörgenuss freigelegt. Besonders in den letzten beiden Tracks, „Imago 2.0“, der durch sehr abwechslungsreiche Vocals überzeugt und dem mit cleveren Riffs bestückten „Theca“ kann man nach wenigen Hördurchgängen immer wieder bessere und neuere Parts erkennen, die vorher noch gar nicht auffielen.

„The Mirroring Shadow“ ist ein klasse produziertes Album geworden, das den Death Metal keineswegs neu erfindet, allerdings durchweg gute, klassische Songs liefert, die noch nicht zu abgenutzt klingen. Auch wenn sämtliche Bandmitglieder bereits anderswo zu hören waren und in diesem Genre schon viele andere gute CDs präsentiert wurden, verliert dieses Album nicht zu schnell an (Klang-)Farbe, eben da man immer und immer wieder etwas Neues entdeckt, neue Stellen lieben zu lernt und die Songs nach und nach zünden. Eine durchweg solide Leistung, zwar nicht übermäßig herausragend aber doch über dem Durchschnitt. Man darf gespannt sein, was diese Musiker als nächstes herausbringen.

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