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Mirror Of Deception: A Smouldering Fire

Das nennt man mal eine gelungene Geburtstagstorte
Wertung: 8/10
Genre: Doom Metal
Spielzeit: 57:12
Release: 15.10.2010
Label: Cyclone Empire

Es gibt etwas zu feiern: zwanzig Jahre Mirror Of Deception! Pünktlich zum Geburtstag kommt die neue Scheibe „A Smouldering Fire“ und wer sich nicht zu lange bitten lässt, der bekommt sie als Erstauflage als Doppel-CD mit zehn weiteren Stücken (Raritäten, neu eingespielte Demotracks und Coversongs). Wenn das mal nicht einen gelungener Kaufanreiz darstellt. Da mir nur die normale Version vorliegt, müsst ihr euch mit dieser Info begnügen.

„Isle Of Horror“ beginnt mit einsamer Gitarre und Schlagzeug. Das versorgt den Hörer schon einmal mit der dunkel betrübten Stimmung, für die die Band bekannt ist. Zähflüssig ebnet man sich den Weg. Ein überaus gelungener Einstieg, zumal man im weiteren Verlauf auch immer mehr ins Midtempo wechselt.

„The Riven Tree“ vermag da aber noch mehr Flair zu verbreiten. Der starke Einstieg mit Drummer Jochen M. eröffnet das erste Highlight des Albums. Die beklemmenden Vocals sorgen neben der tollen Gitarrenmelodie für ein ganz besonderes Feeling. Diese Tonfolge brennt sich tief in die Gehirnrinde ein. Und man wäre nicht Mirror Of Deception, wenn man den einfachen Weg beschreiten würde und die Gitarren gnadenlos tief gestimmt hätte.

„Heroes Of The Atom Age“ ist ein gelungenes Gitarren/Bass-Instrumental, welches leider viel zu kurz gehalten ist. Ohne Pause bricht im Anschluss dann „Bellwethers In Mist“ über den Hörer hinein, welches stimmungsmäßig nicht ganz so gelungen wirkt, da der Kontrast zum Instrumental einfach zu groß ist, um keine Pause einzusetzen. Und zugegebenermaßen fährt der Song erst in die Gewinnzone, als der Break erklingt und nach über vier Minuten mit angezogener Handbremse weiter musiziert wird. Das ist wirklich stark, was da aus den Boxen kommt.

„Unforeseen“ ist dann das fette Highlight des Albums. Diese tolle Melodie der Gitarren, die auch irgendwie an neuzeitliche Endzeit-Zombiefilme erinnert, sorgt für Gänsehautfeeling. Dazu der deprimierte, leicht sonore Gesang. Ein Fest für die Ohren. Das ist Doom Metal in bester Qualität! So darf es gerne weiter gehen, oder lieber noch ein wenig länger mit dem Track gehen, der dann leider schon nach gut sechs Minuten sein Ende findet.

„December“ ist dann wieder ein sehr schönes Instrumental, welches die aufgebaute Stimmung vom vorherigen Song zwar in einer helleren Art und Weise fortführt, aber das stört absolut nicht.

„Lauernder Schmerz“ beginnt von der Melodie her fast ein wenig fröhlich. Als gelungen kann man das bezeichnen, was Jochen F. und Michael S. da an ihren Gitarren zelebrieren. Mit den deutschen Texten kann ich mich aber irgendwie nicht so richtig anfreunden. Ich weiß nicht, woran es liegt, ob es die Vocalline selbst ist oder einfach die deutsche Sprache nicht so gut zu der Musik passt. Schade, da würde ich zum Vergleich gerne mal die englische Version hören.

„Walking Through The Clouds“ bietet dann wieder den schwermütigen Doom Metal, den die Band so exzellent zelebrieren kann, ohne aufgesetzt zu wirken. Schade, dass man dann aber in etwas auswechselbarere Midtempoklänge wechselt. Ich denke, hier wäre mehr drin gewesen. Immer wenn das Bremspedal durchgetreten wird, wechselt man aber in die Bundesliga.

„Leguano“ ist dann wieder nur ein instrumentales Füllstück, diesmal aber mit ein paar klanglichen Überraschungen, mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

„Sojourner“ ist dann neben „Unforeseen“ das zweite dicke Highlight auf „A Smouldering Fire“: Echte Endzeitstimmung wird da zu Beginn verbreitet. Der Gesang wirkt noch besser und verbreitet gekonnt diese Resignationsstimmung, die der Song auch erzeugen soll. Da fühlt man sich wirklich nicht zu Hause. Da fällt mir spontan auch keine andere deutsche Band ein, die das so hinbekommen könnte. Allererste Sahne! Ein echtes achtminütiges Meisterwerk, ja, wenn ich es mir recht überlege, ist es letztendlich das beste Stück des Albums.

„The Flood And The Horses“ bietet da gerade gesanglich einen doch deutlichen Unterschied, denn das wirkt plötzlich nicht mehr ganz so souverän. Trotzdem beileibe kein Lückenfüller, denn das haben die vier Schwaben nun wirklich nicht nötig.

„Voyage Obscure“ punktet erstmal mit seinem hervorragenden Drumming. Eine tolle Einführungssequenz von fast eineinhalb Minuten. Danach verliert sich der Song zwar zeitweise, aber das kann dennoch nicht über die zweifelsfreie Qualität hinweg täuschen.

Fazit: Auch wenn mir „Shards“ insgesamt ein wenig besser gefallen hat, so ist der Band doch ein tolles Geburtstagsgeschenk an die Fans gelungen. Wie gesagt: Ich denke, dass die Aufwertung durch die Bonus-CD der ersten Auflage mit den zehn zusätzlichen Songs auch noch richtig Freude verbreiten wird. Mirror Of Deception gehört definitiv zum Besten, was Deutschland im Doom Metal-Bereich abzuliefern hat und die Band muss sich auch nicht hinter der ausländischen Konkurrenz verstecken.

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