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Miosis: Albedo Adaption

Schweden stärkt seinen Ruf als Metalland
Wertung: 7.5/10
Genre: Dark Progressive Rock/Metal
Spielzeit: 53:49
Release: 13.02.2009
Label: Lion Music

Man möchte es kaum glauben – wieder erreicht uns das Album einer großartigen Metal-Band aus dem beschaulichen Schweden. Hatten wir uns doch gerade erst an den Melodic Death Metal (auch bekannt als Göteborg-Sound) gewöhnt, der durch Bands wie die unglaublichen In Flames, The Haunted oder At The Gates gefestigt wurde und auch immer noch wird, so muss jetzt eine neue Klasse der Göteborger Schule ins Leben gerufen werden: Miosis können ab sofort ohne weiteres mit Dark Progressive Bands wie Katatonia oder Opeth in einem Atemzug genannt werden. Dabei brauchen die fünf Schweden um Drummer Mattias Axelsson, nebenbei zuständig für alle Lyrics des Albums , einen Vergleich mit ihren großen Brüdern keinesfalls zu scheuen, denn was sie auf ihrem Debüt „Albedo Adaption“ vorlegen, verdient unser aller Respekt.

Nachdem die Band erst 2005 in Schweden gegründet wurde, machte sie mit massenhaft Liveauftritten rund um ihre Heimat auf sich aufmerksam und veröffentlichte 2007 ihre EP „Konvolut“, die in Eigenregie entstand. Die Einflüsse der Lieblingsbands der einzelnen Bandmitglieder sind klar erkennbar: Könnte der Opener „State of Lacuna“ glatt als Intro für Katatonia durchgehen, fallen spätestens beim zweitens Song „Once Divine“ die sperrigen Gitarren auf, die ebenso gut zu Tool beziehungsweise A Perfect Circle passen würden.

Trotz ihrer Ähnlichkeit mit einigen schwedischen progressiven Bands, wird das Album keineswegs langweilig. Da Miosis etwas vertrackter und gleichzeitig melodischer zu Werke gehen als beispielsweise ihre katatonischen Freunde, sollte man der Platte allerdings mehrmals Gehör schenken. Dabei hat man aber keinesfalls das Gefühl, als wollten die beiden Gitarristen den Hörer mit ihrem Können um jeden Preis beeindrucken – eigentlich verbreitet das Album eher den Charme von fünf Jungs, die unglaublich begabte Musiker sind und das einfach zufällig beim Jammen entdecken.
Sänger Erik Skoglunds Stimme ist eine Nuance nasaler als die von Jonas Renkse, ohne dabei jedoch nervig zu wirken. Im Gegenteil: Alles scheint perfekt zusammenzupassen. Von Fans wurde mehrfach die streckenweise Emotionslosigkeit des Vorgängers Torin Williams auf der „Konvolut“-EP bemängelt – bei Eriks Gesangspassagen wird sich sicher niemand mehr beschweren.

Einziger Wehmutstropfen ist die Anzahl der Lieder. Mit den sieben Songs ist „Albedo Adaption“ nur etwa halb so lang wie die meisten regulären Alben. Zur Verteidigung der Band muss man sagen, dass es hier nicht um Quantität sondern um Qualität geht; Lieder wie das atmosphärische „Flow“, das zu Anfang mit seinen Tempowechseln besticht und beim Gesang wieder angenehm an Katatonia erinnert, sind der lebende Beweis für das Können und das musikalische Gespür der schon recht erfahrenen Musiker. Definitiven Ohrwurmcharakter hat das Intro des großartigen „The Lucid“, das mit einer starken Gesangsleistung von Erik überzeugt, der die Gefühle genauso transportiert, wie sie den Hörer erreichen sollen: Depression, Verzweiflung, Trauer… aber alles mit diesen großartigen Gitarren hinterlegt, sodass keine rechte Depressivität aufkommen mag.

Es wäre auch viel zu schade, beim Genuss dieses Albums in seelische Tiefs zu verfallen, denn sonst würde man den voraussichtlich großartigen Werdegang dieser Band verpassen.

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