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Minuetum: Haunted Spirit

Eingängig, aber etwas schwach auf der Brust
Wertung: 5/10
Genre: Power/Symphonic Metal
Spielzeit: 46:08
Release: 02.07.2010
Label: 7Hard

Minuetum kommen aus Griechenland, veröffentlichen dieser Tage mit „Haunted Spirit“ ihr Debütalbum und fabrizieren nach eigenen Angaben „keyboard-driven power metal“. An dieser Stelle möchte ich jeden Leser dieser Zeilen einladen, sich kurz vorzustellen, wie Power Metal mit noch mehr Keyboards als gewöhnlich klingen könnte.

Das soll genügen. In der Hoffnung, nicht in einem alptraumhaften, wogenden Meer aus kitschigen Elektrosounds zu ersaufen, leihe ich den fünf Griechen also mein Ohr. Und tatsächlich: Ganz so schlimm wird es zu Anfang nicht; als dezente Mischung aus elektronischem, klassischem Streichquartett und asiatischer Folklore leitet „Sky Minuet“ die Platte behutsam ein. Leider bricht das nette Instrumental nach knapp einer Minute auch schon wieder ab statt fließend in den ersten richtigen Song „The Dark Half“ überzugehen. So ist der Stimmungskontrast doch recht heftig: Aufgekratzte Keys, bratende Gitarren und Doublebass sorgen plötzlich für ordentlich Druck. Dazu lässt Dimitris Zacharopoulos erstmals seine Stimme erklingen. Die ist, gelinde gesagt, gewöhnungsbedürftig: Zwar versucht der Mann, dem Genre angemessen, den Heldentenor raushängen zu lassen. Eigentlich hat er dafür aber weder das Volumen noch die Kraft. So klingt das Ganze sehr bemüht und würde vermutlich noch schlimmer klingen, wenn die Keyboards dem Frontmann nicht mit Chören und Streichern stützend unter die Arme greifen würden. Da der Gesang im Mix ohnehin etwas weiter nach hinten gemischt wurde, funktioniert das auch ganz gut. Zumindest solange symphonische Keyboards zu hören sind. „The Tribe Is Calling“ hält sich in der Hinsicht nämlich etwas zurück und prompt fallen die Vocals negativ auf. Das ist schade, denn der Track kann ansonsten, ebenso wie „The Dark Half“, instrumental durchaus überzeugen. Ihre orchestraleren Sounds scheinen sich Minuetum eher bei Dream Theater als bei Within Temptation abgeguckt zu haben, weshalb das Ganze immer noch deutlich nach Band und nicht nach Orchester aus der Dose klingt. Und eingängige Melodien haben die Griechen auch drauf – nur an der Vermittlung via Gesang hapert es wie gesagt.

Um es kurz zu machen: An diesem Status Quo ändert sich im weiteren Verlauf der Platte nicht allzu viel. Die Instrumentalfraktion gibt sich alle Mühe, solide Fundamente zu legen, aber der Gesang leiert das Niveau immer wieder neu nach unten. Auch der großzügig eingestreute weibliche Gastgesang von Iro Kalligeri und die Gitarrensoli von Bob Katsionis (Firewind, Outloud) können da nicht wirklich was rausreißen. Und manchmal schaffen es selbst die Instrumentalisten, dem Hörer noch zusätzlich auf den Nerv zu gehen: Mit pfeiftönigen Keyboardsoli, für die sich Jordan Rudess in Grund und Boden schämen würde.  

Dass die Platte von Timo Tollki (Avantasia, Ex-Stratovarius) produziert wurde, macht den Braten dann leider auch nicht mehr fett. So bleibt es bei solidem Power Metal mit schwachbrüstigem Gesang – nicht unhörbar, aber von einem guten Album noch ein großes Stück entfernt.

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