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Mindwise: After All

Frischer Wind im Alternative Rock
Wertung: 8/10
Genre: Alternative Rock/Alternative Metal
Spielzeit: 48:44
Release: 02.10.2009
Label: 7hard

Kann Alternative Rock heutzutage wirklich noch überraschen? Im Falle der fünf Hannoveraner von Mindwise kann man diese Frage tatsächlich bejahen, denn anders als viele Genre-Kollegen ist die Musik des Quintetts angenehm unvorhersehbar und mit interessanten Einflüssen gespickt.

Zuerst fällt beim Hören sicherlich die sehr trainierte Stimme des Frontmannes Crossi, an die sich der Hörer wegen der ungewöhnlichen Stimmfarbe erst einmal gewöhnt muss – ist dies jedoch geschehen, trägt der enorm abwechslungsreiche Gesang sehr zu der hohen Qualität der Stücke bei. Denn auch abseits der charismatischen Stimmleistung gibt es bei Mindwise einiges zu entdecken: Der mit einer melancholischen Grundstimmung versehene Alternative Rock der Band wagt immer wieder Ausflüge in andere Gefilde, so versucht man sich beispielsweise an ruppigen Nu-Metal-Riffs oder baut sogar Hardcore-Passagen samt heftigen Screams ein. Das Besondere hierbei ist jedoch, dass solche Einschübe zumeist sehr überraschend auftauchen und der Platte somit eine gewisse Langzeitwirkung bescheren.

Natürlich hat das Album auch ein paar Durchhänger, die allerdings kaum ins Gewicht fallen, da es sich bei diesen sowieso meistens nur um kleinere Unstimmigkeiten im ansonsten beeindruckenden Songwriting handelt. Schon mit „Inside My Skin“ gelingt der Band ein starker Einstieg, der Melancholie mit rockigen Riffs und dem variablen Gesang Crossis verbindet, bevor das nachfolgende Stück „More Than A Lot“ mit harten Gitarren, treibenden Basslines, einem starken Refrain und betont aggressivem Gesang, der gegen Ende sogar in Geschrei übergeht, einen Kontrast aufzeigt. Weniger wütend kommt „What For“ daher, einer der Songs auf der CD, die einige sehr groovende Abschnitte vorzuweisen haben, in diesem Falle die Strophen.

Der Track „Bore Me" offenbart anschließend den gesamten Tonumfang von Crossi, denn hier wird das volle Spektrum ausgenutzt. Von tiefen Vocals bis hin zum hohen Falsetto-Gesang zeigt der Sänger in dem ruhigen Song alles, was ihm zur Verfügung steht – und das ist ohne Frage beachtlich viel.

Freunde der härteren Gangart werden mit dem schnellen Stück „The Witness“ oder einer der größten Überraschungen des Albums, dem energetischen Track „Push“, in dem die Strophen komplett geschrien sind und der auch ansonsten härtetechnisch den Höhepunkt darstellt, bedient.

Fast ebenso heftig, aber ungleich abwechslungsreicher zeigt sich der nächste Song „Ritual“, der mit einem akustischen Intro, einer gescreamten Bridge und einem zündenden Refrain aufwartet. Auch gegen Ende der Platte wird der Fuß nicht vom Gaspedal genommen, so dass weiterhin dynamische Stücke wie „Where's The One“, „6/8“ oder der mit einem großartigen Refrain versehene Titelsong „After All“ geboten werden.

Dank dem starken Songwriting, das immer wieder Überraschungen beherbergt und so dafür sorgt, dass man das Album immer wieder gerne auflegt, erhebt sich Band ein ganzes Stück weit über den Durchschnitt. Durch die Melodieführung und den eigenwilligen Gesang sichern sich Mindwise zudem ein gewisses Maß an Eigenständigkeit, das sie deutlich von anderen Bands des Genres abhebt.

Mit „After All“ könnte es den Niedersachsen tatsächlich gelingen, ihren eher geringen Bekanntheitsgrad zu erhöhen, denn sie bewegen sich durchgängig auf hohem Niveau. Man hat sowohl radiotaugliche Melodien, als auch komplexe Songstrukturen sowie härtere Stücke im Gepäck, so dass man problemlos ein größeres Publikum ansprechen können sollte. Mindwise ist es gelungen, positiv zu überraschen und eine wahre kleine Perle vorzulegen, die hoffentlich nicht unbemerkt bleiben wird.

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