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Minas Morgul: Todesschwadron Ost

Ausnahmeposition im Genre greifbar nah
Wertung: 8.5/10
Genre: Black Metal, Pagan Metal
Spielzeit: 65:42
Release: 16.02.2007
Label: Black Attakk Records

Minas Morgul polarisieren. Das ist so sicher wie die Vergänglichkeit des Menschen. Oder der Fakt, dass der Mensch wohl immer der größte Nimmersatt oder das größte Feindbild der Natur sein wird. Genau diesen Spiegel halten Minas Morgul den Zuhörern vor das Gesicht. 

Und sie sehen eine hässliche Fratze. Dass so was nicht jedem in seinen geregelten Tagesablauf passt, dürfte wohl klar sein. Vielleicht ist das der Grund, warum die Band entweder geliebt oder gehasst wird. Ein Dazwischen gibt es nicht.

Es ist nicht meine Absicht, hier irgendwelche Fakten aufzuarbeiten oder Meinungen zu diskutieren. Das ist immer noch ein Review und keine Plattform irgendwelcher Art. Ich habe nur für alle Geschichtenerzähler, Besserwisser oder Moralapostel einen oder vielleicht zwei gute Tipps (so hoffe ich, doch manche Menschen glauben ja eh nur das, was sie in ihrer kleinen beschränkten Welt für richtig halten): Schaut euch die Bands an, mit denen Minas Morgul schon gespielt haben und spielen werden. 

Viele von denen würden sicherlich nicht mit einer Band spielen, wo das alles stimmen würde, was Minas Morgul nachgesagt wird. Nehmt euch weiterhin die Zeit, schmeißt die neue CD in den PC und lest euch das beiliegende Dokument mit Statements der Band durch. Wenn das alles nichts bringt…ohne Worte.

Fakt ist, und jetzt endlich mal zum wichtigen Teil übergegangen, dass „Todesschwadron Ost“ ein sehr gutes Black/Pagan Metal Album geworden ist. Typisches Black-Metal-Gekreische paart sich mit cleanem Gesang und stellt damit den Charakter des Albums dar. Beide Gesänge stehen gleichberechtigt nebeneinander und ergänzen sich perfekt. Vertraut mir, denn ich bin normalerweise kein Fan von übermäßigem Cleangesang. Doch hier stört mich das überhaupt nicht. 

Eindeutig schaffen es Minas Morgul, sich im mittlerweile stark angewachsenen Pagan Metal Pool eine eigenständige Identität zu erarbeiten. Da klingt nicht alles tausendmal gehört oder ausgelutscht. Wo man bei anderen Platten zu oft nicht weiß, welche Band man da hört, wird einem das bei Minas Morgul wohl nicht so leicht passieren.

Gleich der Opener „Meyster des Blutes“ besticht mit einer sehr dichten und morbiden Atmosphäre, bevor sich mit „Herr der Erde“ ein absolutes Albumhighlight in die Gehörgänge frisst. Das Teil schleppt sich zu Beginn zäh und bedrohlich aus den Lautsprechern, steigert sich dann über treibendes Midtempo in rüde Blast-attacken. Der Refrain ist gekonnt in Szene gesetzt und bleibt nach einmaligem Hören sofort im Hirn. Ich könnte mir vorstellen, dass das Teil zu einer wahren Livehymne mutieren wird. 

Über ein instrumentales Stück („Die Stunde des Wolfes“ – geile Melodie, die sich im Endeffekt permanent wiederholt) und einem guten, doch nicht herausragenden Song („Wulf“) gelangt der geneigte Fan zu „Ein Schatten“, einem weiteren Überflieger. Tiefschwarz triefende Melodien kauen sich langsam Richtung Großhirn und erzeugen eine beklemmende Atmosphäre. Schaurig und trotzdem „schön“. 

Mit „Stahlpakt 54“ (kalt, hasserfüllt, schmerzhaft) und „Wie´s uns gefällt…“ (regt zum Schmunzeln und Tanzen an – besitzt schon Finntroll oder Equilibrium-Züge) können Minas Morgul noch zwei Pluspunkte auf der Haben-Seite verbuchen. 

Mit den nichtgenannten Tracks sind beim besten Willen keine Ausfälle am Start, besitzen jedoch in meinen Augen kein Überfliegerpotential. Als Kritikpunkte sehe ich alles in allem nur das in meinen Ohren unausgeklügelte Drumming auf „Todesschwadron Ost“. Wirkt ein wenig monoton und trübt die Begeisterung eines ansonsten wirklich guten Songs. Und mit diversen Kraftausdrücken im Text von „Noir“ kann ich nicht wirklich viel anfangen. Minas Morgul bewegen sich textlich ansonsten auf wirklich hohem Niveau, da passt die Fäkalsprache irgendwie nicht ins Gesamtbild. Na ja. 

Fazit: Ok, genug gelobt oder getadelt. Unterm Strich bleibt oder ist „Todesschwadron Ost“ eines der stärksten Black/Pagan Metal Alben der letzten Monate. Hier ist eine Band imstande, sich im genannten Genre eine Ausnahmeposition zu erarbeiten und diese hoffentlich auch in Zukunft zu behaupten. Macht, dass Ihr zu eurem Musikdealer kommt, bevor Euch die dunklen Diener Morguls heimsuchen.

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