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Millencolin: SOS

Mit Vollgas durch die Welt
Wertung: 7,5/10
Genre: Punk
Spielzeit: 34:25
Release: 15.02.2019
Label: Epitaph

Millencolin haben es wieder getan: Nach ganzen vier Jahren Plattenabstinenz steht nun mit „SOS“ der Nachfolger von „True Brew“ bereit und markiert damit das neunte Album der Band. Wie Frontmann Nikola Sarevic im Vorfeld wissen ließ, sind hier die zwölf Tracks vereinigt, welche sich aus rund dreißig Ideen herauskristallisiert haben und mit einer Spielzeit von gut einer halben Stunde gen Punk-Rock-Ohr rieseln.

Der bereits im Vorfeld ausgekoppelte und zugleich titelgebende Song „SOS“ galoppiert sich sogleich in die Ohren, mit ordentlich Druck und einem fetten Sound macht man bereits mit den ersten Minuten direkt Appetit auf das restliche Material. Wobei sich die Unterstützung durch einen Kinderchor zwar durchaus als recht markant zeigt, unterm Strich allerdings nicht ganz stimmig wirkt. Nicht zuletzt mag dies daran liegen, dass Millencolin nicht annähernd den Eindruck vermitteln, dass es sich hier um eine Band mit immerhin siebenundzwanzig Jahren Musikerfahrung handelt, sondern sie eher wie ein paar angeknipste Skater-Jungs durch das Album ziehen und so gut wie nie den Fuß vom Gaspedal nehmen. Dabei mangelt es zwar nicht an handwerklichen Fähigkeiten, dafür allerdings an der Tiefe der Songs, die der Geschwindigkeit doch sehr oft zum Opfer fallen.

So verliert auch das nachfolgende „For Yesterday“ nichts an Schmackes, eingeflochtene Breaks und eine gute Gitarrenarbeit geben dem Titel gleich noch einen Extra-Kick. „Nothing“ steht dem in nichts nach, mit Vollgas geht es ab auf die Piste und ganz nebenbei fällt damit eine schnucklige Punk’n’Roll-Nummer vom Skateboard, der sich wohl kaum ein Punk-Ohr widersetzen kann. Davon mal abgesehen, dass eh alle zwölf angebotenen Tracks über ein großes Maß an Eingängigkeit verfügen und es schon erstaunlich scheint, mit welcher Selbstverständlichkeit mitgrölbare Hook-Lines quasi am Fließband geschaffen werden. Dem Spaßfaktor der Scheibe kommt dies zwar unheimlich zugute, über die mittlerweile auch etwas politischeren Texte setzt man sich hingegen schnell mal hinweg.

So läuft auch das abschließende „Carry On“ unter dem Motto „Mist, die Welt geht unter, aber lasst uns wenigstens dazu tanzen“, und damit bieten Millencolin nochmals eine Punk-Mitgröl-Hymne, die für ordentlichen Nachhall sorgt und sich somit bestens als Rausschmeißer eignet. Live dürfte „Carry On“, ebenso wie das mit einem kräftigen Chorus bestückte „Trumpets & Poutine“, mit einer extrem kurzen Zündschnur punkten und anständig anheizen.

In der Gesamtwertung des Albums bleibt allerdings etwas Luft nach oben, letztendlich ist es doch etwas zu gleichbleibend was die Schweden anbieten. In puncto Spaßfaktor und Eingängigkeit gibt es nichts zu meckern, ein Blick über den eigenen musikalischen Tellerrand würde Millencolin allerdings sicher gut stehen. Trotzdem insgesamt ein gutes Album und erfreulich, dass der Vierer auch nach so langer Bandgeschichte weiterhin so frisch auftrumpft.

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Absolut fantastischer Konzertabend, der kaum überboten werden kann