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Mikkel Schack Band: ...About To Destroy Something Beautiful

Eine wirkliche Überraschung
Wertung: 8.5/10
Genre: Alternative Rock, Dark Pop
Spielzeit: 53:46
Release: 04.07.2008
Label: Trechoma Records

Die Mikkel Schack Band ist eine neue vielversprechende Band aus Dänemark. Mit „…About To Destroy Something Beautiful“ ist sie nun auch hier in Deutschland mit ihrem Debütalbum in den Läden vertreten.

Das Label der Formation, Trechoma Records, bezeichnet den Stil der Band als Darkpop. Aber was soll man sich nun darunter vorstellen? Kommerziellen Pop mit dunkler Atmosphäre oder Texten? Falsch gedacht. Herr Schack und Konsorten wildern in ganz anderen Gefilden.

Der Opener des Longplayers „Doing Time“ zieht stark in die akustisch-melodische Ecke, genauso wie „Surreal/So Real“ und „Never Talk To Strangers“. Erstgenannter Titel beginnt mit reiner Akustikgitarre zum Gesang des Namensgebers, Sängers und Gitarristen Mikkel Schack, dessen Gesang sich als äußerst angenehm, wandelbar und harmonisch darstellt und der auch etwas höhere Töne meistern kann. Im Laufe der Spielzeit baut der Track sich immer weiter auf, bis schließlich alle spielen und es nach mehr als sechs Minuten in einem verzerrten Schluss endet. „Surreal/So Real“ ist vom Tempo her auch eher ruhig und rhythmisch angesetzt. Interessant bei dem Titel ist das Wechselspiel zwischen Akustik- und E-Gitarre. „Never Talk To Strangers“ ist die akustische Schlussballade des Albums. Hier wird sehr stark auf Emotionen und Atmosphäre gebaut. Das Intro tönt sehr geheimnisvoll aus den Boxen, man hört ein Klirren, welches vom Geläut der Kirchturmglocken, sowie dem Einsetzten eines dunklen Kirchenchors abgelöst wird und dann erst einmal in einer Störung endet, bevor Akustikgitarre und Vocals einsetzten.

Mit Songs wie „As Good As It Gets“, „Getting Older?“, „Treadmill” und „Where Are We Heading?” geht es nun in die rockigere Ebene, gepaart mit viel Melodie und dunkler Stimmung. Als Vergleich könnte man hier Bands wie die Foo Fighters oder King’s X heranziehen. Die Tracks sind alle etwas flotter im mid-tempo Bereich gehalten. „As Good As It Gets“ setzt auf präzise Gitarrenriffs, welche durchgängig den Hörer begleiten. Ebenfalls weist dieser Titel einen gut komponierten Wechsel zwischen langsamen und schnellen Parts auf, was den Übergang vom akustischen Opener nicht ganz so hart ausfallen lässt. Ein ähnliches Wechselspiel bietet „Treadmill“, welches zusätzlich noch einige Grunge-Elemente aufweisen kann. Hier ist erst die Melodie vorne und der Gesang sehr ruhig, dann passen sich die Instrumente den Vocals an und diese übernehmen die Führung. „Where Are We Heading?“ überrascht das Ohr dann mit unerwartet orientalischen Klängen, welche eine mystische Stimmung erzeugen, zu der noch ein Chor beiträgt, bevor die Band zu spielen beginnt und einen auf eine fast 8-minütige Reise schickt.

Es geht allerdings noch härter. „Anthem Of The Different“, „From Time To Time (I Lose My Mind)“ und „Nothing“ können nun wirklich nicht mehr als Pop oder auch Darkpop bezeichnet werden. „Anthem Of The Different“ beginnt schon mit einem harten Intro und das flotte Tempo wird durch die Drums und Gitarren-Riffs noch weiter nach vorne getrieben. Selbst der Gesang ist nun nicht mehr ganz so harmonisch melodiös wie noch zuvor, sondern taucht nun in eine etwas rauere Gegend ab. „From Time To Time (I Lose My Mind)“ wird vor allem durch verzerrte Gitarren geprägt, welche nur stellenweise normal aus den Boxen hallen. Trotzdem besitzt der Song einen der eingängigsten Refrains des Albums. „Nothing“ haut dann in die Prog- und Hard Rock-Ecke hinein, wo man dann auch mal in Richtung Seether tendiert.

Fazit: „…About To Destroy Something Beautiful“ ist eine wirkliche Überraschung. Die Band zeigt eine musikalische Abwechslung, welche man heute im Alternative-Bereich nur selten findet. Sie arbeiten viel mit Atmosphäre und Stimmung und versuchen auf diese Weise jeden Song zu etwas Besonderem zu machen, was ihnen auch durch ihre Texte gelingt. Diese bieten nämlich meist ernste Lyrics über soziale Probleme oder bekannte Lebenslagen, lassen dabei aber noch viel Spielraum für eigene Interpretationen.

Ein großer Pluspunkt des Albums ist sein Abwechslungsreichtum, welcher von akustischen Balladen über poppige Rock-Stücke bis hin zu Hard Rock reicht und alles auf einem hohen Niveau, was jedem Titel noch eine gut Ohrwurmqualität beschert. Jedoch scheint noch nicht alles Potential ausgenutzt, so fällt es zum Ende hin doch schwer, den Titeln zu folgen, da vor allem die langen Kompositionen in sich selbst noch etwas mehr Abwechslung oder Akzente vertragen könnten. Jedoch eines der besten Debüt-Alben des Jahres, das es verdient, viel Zeit in einem CD-Player zu verbringen.

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