Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Mike Zero: Now

Eigenwilliger Cocktail aus New Wave und Punk Rock
Wertung: 8/10
Genre: New Wave / Punk Rock
Spielzeit: 34:04
Release: 05.04.2013
Label: Wolverine Records / Soulfood

Es sind zahlreiche Aspekte, die verdeutlichen, dass Mike Zero alles andere als ein Newcomer in der modernen Musiklandschaft ist. Unter anderem spielte er bereits in einem Projekt mit Die Krupps-Chefdenker Jürgen Engler, sammelte aber auch schon Erfahrungen im Punk- und New-Wave-Bereich. Die dort verarbeiteten Einflüsse kulminieren nun in seinem Soloprojekt, welches man getrost als eines der buntesten Punk-Rock-Alben der Jetztzeit bezeichnen darf. "Now" spinnt den Bogen von den Sex Pistols bis Alice Cooper, verbindet The 69 Eyes mit The Clash und bleibt derweil dennoch so eigenständig, dass man oft genug staunen muss, was der gute Herr hier zusammengezaubert hat.

Die dritte Soloplatte des umtriebigen Frontmannes und Gitarristen ist ein Potpourri aus Ideen und Inspirationen, schwankt zwischen basischer Drei-Akkorde-Schrubberei und theatralischem Schock-Rock und bleibt bis zur letzten Sekunde des Rausschmeißers "Messing Up My Mind" weitestgehend unberechenbar - sehr schön. Doch reicht diese Extravaganz bereits, um die Kundschaft für sich zu gewinnen? In diesem Falle schon. Mike Zero überzeugt von Beginn an mit einprägsamen Melodiebögen, coolen Hooks und (wenn auch manchmal poppig angehauchten) gelegentlich düsteren Hymnen, in denen die New-Wave-Schlagseite völlig durchdringt. Selbst ein Stück wie das INXS-Cover "Mystify" funktioniert in diesem Zusammenhang richtig gut, auch wenn sein Ursprung eigentlich gar nicht zu den übrigen Stücken passen mag. Doch erstaunlicherweise kombiniert der Kerl die verschiedensten Stile, ohne sich dabei zu weit aus dem Fenster zu lehnen.

Und am Ende ist all das, was auf "Now" geschieht, nicht mehr oder auch weniger als purer Punk Rock, unverfälscht und manchmal sogar roh gespielt, hier und dort sicherlich auch etwas aufgeblasen, aber in der Summe immer cool und vor allem eingängig. Selbst Nummern wie das dramaturgisch aufgepumpte "Gimme More" oder das eigenwillige "Lost In The Moment" tanzen nicht aus der Reihe, sondern vervollständigen ein arg kreatives und dennoch größtenteils zielstrebig komponiertes Album. Wer Mike Zero also noch nicht kennen gelernt hat, sollte spätestens jetzt die Chance ergreifen, diesen Querdenker zu erleben.

comments powered by Disqus