Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Mike LePond's Silent Assassins: Pawn And Prophecy

Kann trotz teils guten Materials insgesamt wieder nicht auf ganzer Linie überzeugen
Wertung: 7/10
Genre: Power-/ Thrash-/ Progressive Metal
Spielzeit: 59:36
Release: 26.01.2018
Label: Frontiers Records S.R.l. (Soulfood)

Erst kürzlich ruderten Symphony X von ihrer 2017 verkündeten Auszeit zurück und kündeten an, bald an einem neuen Album zu arbeiten. Natürlich eine wunderbare Nachricht für alle Fans der Prog Metaller aus New Jersey, die sich zunächst einmal jedoch über eine neue Platte von Mike LePond's Silent Assassins freuen dürfen, der zweiten des SX-Tieftöners nach dem selbstbetitelten Debüt von 2014. Dass der Mann vor allem ein großer Fan von traditionellem Metal ist, dürfte spätestens seit seinem Mitwirken in der Combo von Ex-Manowar-Gitarrist Ross The Boss kein Geheimnis sein und sowohl die musikalische Ausrichtung des Erstlings als auch das vorliegende Zweitwerk untermauern diese Tatsache.

Der Opener „Masters Of The Hall“ zeigt gleich, wohin die Reise geht: Mit hymnischen, eingängigen „Ohohoho“-Gesängen wird gestartet, die alsbald in eine flotte, Thrash-lastige Strophe überzugehen, während der Refrain wiederum ziemlich hymnisch daherkommt. Auch der filigrane Solopart von Neueinsteiger Lance Barnewold (übrigens früher ebenfalls bei Ross The Boss aktiv, dort allerdings als Drummer) kann sich absolut hören lassen, sodass der Start der Scheibe mehr als gelungen ausfällt.

Deutlich grooviger und dementsprechend in Midtemporegionen geht es in Form von „Black Legend“ weiter – eine recht simple, aber live bestimmt für jede Menge Powerfists sorgende Nummer, die einfach Spaß macht; es muss ja nicht immer alles superoriginell sein. Wenig originell ist jedenfalls auch der Titel des dritten Tracks „Antichrist“. Das ist dann schon schwerer zu schlucken, denn eine ausgelutschtere Songbezeichnung dürfte im metallischen Universum schwer aufzutreiben sein. Das Stück besitzt mit seinen dezent im Hintergrund agierenden Keyboards eine etwas düsterere Schlagseite, gleichzeitig jedoch sind die Hooklines weniger stark als das Doppelpack zuvor.

Da kann „Avengers Of Eden“ schon wieder mehr überzeugen – eine treibende, wieder schnellere Nummer mit ordentlich Wums. LePond hatte im Vorfeld auch bereits äußerst selbstbewusst von „klassischen Headbang-Riffs und Kick-Ass-Vocals“ gesprochen und in der Tat darf man den Großteil wie eingangs bereits angedeutet als „klassisch“ bezeichnen. Schön, dass Mike mehr Wert auf starkes Songwriting legt, als sich in endlosen Soloorgien zu verlieren, wobei er bei „I Am The Bull“ dann doch ein paar Kabinettstückchen auf seinem Instrument zum Besten gibt, was auf einem Album der Soloband eines Bassisten aber auch absolut legitim ist.

Ansonsten liefert Barnewold an der Gitarre einen tadellosen Job ab und auch Watchtower-Frontmann Alan Tecchio beweist mit seiner Mischung aus aggressiven, mitunter thrashig anmutenden Vocals und spitzen, effektiv gesetzten Schreien erneut, dass er die richtige Wahl für diese Band war und zweifellos immer noch ein hervorragender, vielseitiger Sänger ist.

Hört sich alles relativ rund an und ist wie auch schon die erste Scheibe nicht schlecht, lediglich mit dem 22-minütigen Titelepos (eine Ableitung des Romans „Pawn Of Prophecy“ von David Eddings?) haben sich LePond und seine Kumpane dann doch ein wenig übernommen. Longtracks kennt der Bassist von seiner Hauptband bekanntermaßen zu Genüge, dort allerdings ist ja hauptsächlich Gitarrist Michael Romeo fürs Komponieren zuständig. Ist ja nett, dass Mike über den Tellerrand schaut, aber hier will er ganz klar zu viel (ähnlich wie schon „Oath Of Honor“ vom Debüt). Das Stück wirkt zerfahren, teilweise sogar beliebig. Was zur Hölle soll zum Beispiel dieser Blues/Rock’n’Roll-Schunkelpart in der Mitte – geht gar nicht, da völlig deplatziert. Und bei Reimen der Marke „higher/fire“ muss man schon sehr die Zähne zusammenbeißen.

Auch die unmittelbar davor gelegte, recht folkige Ballade „The Mulberry Tree“ ist zwar beschwingt, aber letztlich doch nicht der Weisheit letzter Schluss – da ist ein bisschen zu viel Tralala enthalten. Von daher muss man auch bei „Pawn And Prohecy“ wie schon beim 2014er Album insgesamt das Fazit ziehen, dass noch Luft nach oben besteht. Trotz einiger starker Nummern, einer guten Produktion und natürlich exzellenter Musiker kann das Ganze nicht zu hundert Prozent überzeugen. Trotzdem besser als das öde letzte Symphony X-Album „Underworld“, das die Truppe mit der nächsten Platte hoffentlich überbieten kann.

comments powered by Disqus

Dieses Jahr gleich fünf Bands am Start

Oster-Schlachtfest zur Vordisco-Zeit

Zwischenstopp zur ultimativen „The Ultimate Incantation“-Show

Mit „Adrenalin“ zur Hochtour aufgelaufen

„Ist halt so - Rock'n'Roll und fertig“

„Aber man weiß schon, wenn man Architects Of Chaoz hört, wo die Reise hingeht“

Treffpunkt erneut Gernhart Studio in Troisdorf

„Es gab in unserem Leben schon immer Thrash Metal und das wird auch immer so bleiben“

Geburtstag, Livemucke und Überraschungen

Für Weltmeisteranwärter im Kauz-Metal geeignet