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Might Of Lilith: Dawn of the End

Ein bisschen mehr Eigenständigkeit fehlt noch
Wertung: 7/10
Genre: Black Metal
Spielzeit: 23:32
Release: 18.02.2006
Label: Eigenproduktion

Might Of Lilith nennt sich eine noch junge Band, die mit ihrem ersten Output in Form der eigenproduzierten MCD "Dawn Of The End" in die Metalwelt in See sticht. Geschippert wird im Kielwasser von Bands wie Dimmu Borgir, Cradle Of Filth oder auch Graveworm. Daraus schlussfolgert der belesene Metalfreak? Richtig, melodischer Black Metal mit Gothicschlagseite, wobei aber MOL stärker auf Death Metal Vocals setzen. Gefällt mir persönlich schon mal sehr gut.

Angereichert wird das ganze Notengewirr mit einem Keyboard, das zum einen atmosphärische Flächensounds erzeugt und zum anderen verspielte (Piano)-Passagen zu bieten hat. Herausgekommen ist ein sehr dichtes, fesselndes und manchmal sogar morbide-romantisches Soundgebilde. 

Hauptsächlich die eingangs genannten Dimmu Borgir haben doch mehr als nur kleine Spuren im Gesamtsound und Songwriting hinterlassen. Allzu oft wähnt man sich an Klassiker wie "Enthrone Darkness Triumphant" oder "Spiritual Black Dimension" erinnert. Studiotechnisch wurde die MCD erschaffen in der Klangschmiede Studio E von Markus Stock und Tobias Schönemann (u.a. The Vision Bleak, Empyrium). 

Also gibt es an dieser Ecke überhaupt nichts zu meckern. Ganz im Gegenteil. Ein großer Schwung von regulären Veröffentlichungen kann sich von dieser Eigenproduktion eine Scheibe abschneiden. Nicht nur soundmäßig sondern auch vom Layout her. Alles bildet eine Einheit. Ich glaube kaum, dass Grafiker eines Labels das besser hätten umsetzen können. 

Am Gesang macht sich Claudio Enzler zu schaffen, der eingefleischten Szenegängern als Mitglied von Sacrificium ein Begriff sein sollte. Und mit Wolfgang Nillies an der Gitarre konnten sich MOL dann noch einen ehemaligen Studenten von Victor Smolski angeln. Optimale Voraussetzungen also. 

Und diese versucht dann die Band gleich im ersten Song "Lunatic Sonata" konsequent auszunutzen. Hier kommen alle Trademarks zu Ehren, die sich im weiteren Verlauf der MCD noch als diese herauskristallisieren sollen. Straffes, fast schon Heavy Metal – mäßiges Riffing trifft auf die oben genannten Soundteppiche des Keyboards.

Schlagzeugtechnisch wirkt kurzzeitig mal der Teufel ausgepackt. Insgesamt jedoch herrscht wie auch beim Rest der Songs moderates Tempo vor. Dass man nicht unbedingt immer den Knüppel aus dem Sack holen muss, um melodischen Black Metal mit Geist zu vertonen, beweisen uns jedenfalls MOL gleich mit dem ersten Song. 

"Master And Slave" und das danach folgende "Curtains Of Wood" schlagen insgesamt in die gleiche Kerbe wie der Opener. Doch hier und da kommt bereits ein wenig ein Mangel an wirklich guten Hooklines zutage. Soweit ist es ja nicht schlecht gemacht: Melodien sauber umgesetzt, Schlagzeug variabel in Szene gerückt. Und doch fehlt der letzte Kick. Etwas, was wirklich fesselt und dich in seinen Bann zieht. Die Songs werden streckenweise austauschbar und der Keyboarderin, so scheint es, gehen bei der ein oder anderen Linie die Ideen aus. Trotzdem sei erwähnt, dass es aber auf keinen Fall einen Totalausfall zu vermelden gibt. 

"Prelude To Perdition" lässt dem Zuhörer dann eine kurze Verschnaufpause, da der Song nur aus einer Pianomelodie besteht. Der Titeltrack als Rausschmeißer ist dann wiederum glücklich gewählt. MOL reißen das Steuer noch mal rum und glänzen mit intelligentem Songwriting und einem schmucken Arrangement. Es geht doch. 

Wenn die Herren nebst einer Dame in Zukunft ihren Anspruch auf Perfektion (Sound, Cover- und Bookletgestaltung) auch auf die Eigenständigkeit der Musik projizieren können, dann sollte einem gelungenen vollständigen Album nichts im Wege stehen. Denn als Dimmu Borgir–Klon, als den man MOL heute noch ansehen könnte, wäre das Potenzial dieser Band einfach vergeudet. Die MCD könnt ihr unter www.might-of-lilith.com ordern. Für 5,- Euronen zzgl. 2,- Euronen Porto sichert ihr euch ein Debüt einer wirklich guten Band.

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