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Might Is Right - Nordic Warchants

Für Einsteiger und Liebhaber
Wertung: 7.5/10
Genre: Pagan/Black Metal
Spielzeit: 158:39
Release: 10.04.2007
Label: Det Germanske Folket

Das Auge hört mit – oder so ähnlich scheint der Spruch zu gehen, der bei der Kooperation von Det Germanske Folket und Blood Fire Death Productions die entscheidende Rolle gespielt hatte, als sie den „Might Is Right – Nordic Warchants“-Sampler für die vierte Ausgabe des fränkischen Ragnarök-Festivals als begleitende Doppel-CD designten. Was hier nun vorliegt, ist nämlich ein mit viel Liebe zum Detail gestaltetes 7“-Gatefold, wo anstatt einer 7“ zwei Audio-CDs zu finden sind. Dazu gibt es ein dementsprechend großes Booklet mit Band- und Labelinformationen. Glückwunsch, das Ding kann man sich wunderbar in die Vitrine stellen!

Los geht CD 1 mit einem doomig-tiefen Stück von den französischen Nydvind. Dezenter Einsatz der Flöte und abwechslungsreicher Gesang. Toller Einstieg. Weiter geht es mit Kampfar, die wie gehabt ihren Stiefel spielen. Mid-Tempo und feine Melodien in beklemmender, aber doch epischer Atmosphäre. Für Abwechslung sorgt das famose „Zwielicht, Nebel Dunkelheit“ vom Hel'schen Akustikalbum „Tristheim“. Als nächstes geben sich die Australier Ironwood (und nicht Irinwood wie fälschlicherweise auf der Tracklist zu lesen ist) die Ehre und treiben auch eher in ruhigen Wassern. Sphärisch, verträumt und so gar nicht metallisch mutet „The Tree“ an. Aus das Gaspedal drücken die französischen Aes Dana aber wieder genug. Mit Tröte und angeschwärztem Metal spielt man sich recht penetrant in die Gehörgänge, angenehm. Nydvind zum zweiten Male nun, scheint also was dran zu sein an der Band. Die Mucke an sich wäre ja ganz nett, aber der Gesang zerstört mit seiner Überpräsenz leider viel von der Musik. Eins von den DTG Schmankerln, und zwar Myrkgrav, hat den Platz sieben auf der ersten Scheibe inne, wunderbar stimmige Musik. Schon wieder Franzosen, Belenos prügeln sich mit viel verzerrter Melodie eher schlecht als recht durch ihren Song „Sacrifies“.

Die Hälfte der ersten Scheibe hätten wir damit geschafft, die zweite Hälfte wird von den spanischen Dantalion eröffnet, welche monoton und ohne viel Aufsehen zu erregen, aber doch nett daherspielen. Der nächste Song beginnt fröhlich-tanzbar mit Schrammelgitarre und abwechslungsreichem Gesang. Merke, Irminsul im Auge behalten! Wieder härter und kälter kommen Orlog mit „Schatten“ daher, eines der DTG-Flagschiffe. Die schwedischen Yggdrasil legen dann wieder etwas mehr Wert auf Folklore, dafür sind deren Riffs nicht so eingängig und der Gesang stört zu sehr. Das dänische Ein-Mann-Projekt „Angantyr“ darf auch einen Song beisteuern. Leider zählt dieser zu den längsten, denn wirklich Herzblut höre ich bei „Danermordet“ nicht heraus. Mit Himinbjørg schicken die Franzosen den nächsten Kandidaten ins Rennen, welche mit ordentlich Druck und guten Gesängen auch im Gedächtnis bleiben. Aus Frankfurt/Oder schicken sich Vrankenvorde an, brachialen Viking Metal auf Europa loszulassen. Wie das mit solch einem nervigen Keyboardteppich und den schwachen Gitarren glücken soll, ist mir schleierhaft. Abgeschlossen wird CD Nummer 1 mit einem äußerst abwechslungsreichen und chaotisch-wirkenden Song von Slechtvalk.

CD 2 startet mit einem Kracher sondergleichen, „13 To The Perished“ von letzten Album Helheims ist einfach einzigartig. Von Helritt hat man sich dann leider eines der schwächeren Lieder ausgesucht, schade. Was haben Astaarth auf einem Sampler verloren, der ansonsten ein recht hohes Maß an Qualität vorzuweisen hat? Warum muss solch ein Bruch kommen? Astaarth sind mit ihrem Nintendo-Metal sowas von fehl am Platze, das ist unglaublich. Darauf folgend wird man vom fetten Minas Morgul ersteinmal zugedröhnt. Wirklich hörbar ist „Wulf“ allerdings auch nicht. Der dritte, eher bescheidene Song in einer Reihe kommt wiedereinmal von Ynleborgaz' Angantyr. Rauschig und emotionslos, braucht man nicht. Als nächstes stehen die mir bis dato völlig unbekannten Cyhiriaeth auf der Tracklist. Dass es keine große Bildungslücke ist, diese Band nicht zu kennen, wird mir schon nach den ersten Tönen klar, langweilig. Mit Månegarm trennt sich dann wieder die Spreu vom Weizen. Die Schweden sind so voller Spielfreude und Songwritergeschick, dass alles andere als mitfeiern unmöglich erscheint.

Die zweite Hälfte der zweiten CD beginnt mit einem fünfeihalbminütigen Medley der deutschen Vorzeige-Heidenmetaller Hel. Nett, aber auch nicht mehr ist dieses Medley. Griftefrid erinnern mich teilweise an Heidevolk, bedingt durch den Gesang. Ansonsten ist „Tomhet Aska Och Eld“ auch nicht sonderlich spektakulär. Bei Ancestors Blood gibt’s infernalisches Doppel-Gekreische und nette Gitarrenläufe, aber an die Klasse der ersten CD kommt auch dies nicht ran. Heiden packen da wieder ein, zwei Schippen mehr drauf und überzeugen mit viel Druck und außergewöhnlichem Gesangsstil. Norwegen schickt mit Koldbrann auch einen Vertreter ins Rennen. Mit Erfolg, denn Koldbrann brennen sich unweigerlich in die Hitliste dieses Samplers ein. Und schon wieder darf Orlog ran, diesmal mit einem eher langsameren Stück. Die Melodien dieser Horde sind sowieso unvergleichlich. Als Rausschmeißer fungiert hier die junge Truppe Varg, welche sich enorm weiterentwickelt haben. Von peinlicher Coverband zur soliden Pagan Metal-Festung. Klar, Klischees stecken drin, aber insgesamt ist es sehr ordentlich.

Fazit: Der „Might Is Right“-Sampler ist für Einsteiger und Liebhaber von angeschwärztem Pagan Metal, die gerne abseits vom Humppa-Tralala ihre Lauscher aufsperren, bestens geeignet. Dazu kommt der optische Aspekt und der faire Preis, einzig der dumme Titel des Samplers und einige wenige Qualitätsausfälle seien hier zu beanstanden.

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