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Midwinter: The Glassy Waters

Viel zu wenig - und dann auch noch Rockklassiker zerstören
Wertung: 6.5/10
Genre: Gothic Power Metal
Spielzeit: 50:3
Release: 03.08.2007
Label: Thundering Records

Das zweite Album der französischen Midwinter liegt nun vor. Ihr solltet die Band aber auf keinen Fall mit der deutschen Black Metal Band verwechseln, denn sonst werdet ihr doch sehr enttäuscht sein. Die Franzosen widmen sich dem Gothic lastigen Power Metal.

„Black Hole Attraction“ nennt sich der erste Song, welcher aber eher als zu lang geratenes Intro zu bewerten ist. Und ich muss ehrlich zugeben, dieses Electro Gothic Stückchen hat mir schon eine gewisse Sorge bereitet, was da auf mich zukommt. Mein Ding ist das auf jeden Fall nicht. Der Sound wirkt obendrein auch recht substanzlos.

Aber das maue Gefühl in der Magengegend ändert sich dann teilweise schon beim ersten richtigen Song: „Seed Of Pain“. Mylène Genoux`s Stimme wirkt ein wenig zu leise abgemischt. Die Gitarrenfraktion pendelt zwischen Power Metal und leichter Progressiv Kost hin und her. Nett, aber nicht wirklich weltbewegend. Der Keyboardpart in der Mitte des Songs versalzt dem Hörer aber so jegliches positiv aufkommende Gefühl. Der Chorus ist zwar sehr gefällig, aber nicht wirklich süchtig machend.

„The Cripple“ startet da schon um einiges besser. Die Strukturen wurden besser herausgearbeitet, aber das große Manko wird auch sichtbar. Mylène Genoux, die ein wenig an Amy Lee erinnert, kommt viel zu wenig zur Geltung. Die Produktion würde deutlich besser gefallen, wenn sie gesangslastiger wäre. Der Mittelteil wird dann wieder von Keyboardsounds zerstört.

„Illusion“ ist dann der erste Song, der wirklich größtenteils zu überzeugen weiß. Langsam treibt der Song voraus. Pierre Chauty (Keyboards, Piano) sorgt mit seinen Grunts für ein wenig Abwechslung. Okay, dank der Produktion klingt der Song eigentlich noch wie eine Rohfassung, aber man kann eigentlich die gute Idee dahinter ohne größere Probleme erkennen. Gerade durch den Gesang wird man verleitet, die Augen zu schließen und dahin zu träumen.

Dann beginnt auch der Song mit dem deutlich längsten Songtitel: „One Day You'll Set In The Land Where You Belong“. Ja, ich denke, Evanescence wären nicht unfroh, solch einen Song auf der aktuellen Scheibe gehabt zu haben. Wieder kommt die Nähe zu Amy Lee durch, aber vor allem wird der Song diesmal nicht von den sonst gerne etwas zu aufdringlichen Keyboards zerstört.

„One In A Hole“ beinhaltet einen sehr schönen Chorus, der allerdings in dem schlechten Sound keine allzu große Entfaltung findet. Schade, denn der Song hat schon etwas sehr Interessantes. Mylène`s sanfte Stimme hätte hier aber durchaus etwas powervoller sein können. Große melodische Gitarrensoli vermag die Band leider nicht einzusetzen, an deren Stelle wird dann auf eher atmosphärische Parts hingearbeitet. Aber die Keyboards sind manchmal wirklich zuviel des Guten.

“The Silence Of Your Eyes” dürfte mit Vocals des Bassisten Manu Chauty garniert sein. Nun ja, hört sich etwas komisch an, aber insgesamt ist hier doch der Powermetalsound überwiegend, der einfach viel zu viel der Musik zudröhnt. PE Pellisson (Heavenly) hat hier am Mischpult keinen auch nur annähernd guten Job gemacht. Schade, denn die Band hätte es verdient gehabt.

Kommen wir dann aber zum Tiefpunkt der Scheibe (neben dem Opener): „Sweet Child Of Mine“. Ja, ihr habt richtig gelesen, der Guns`N`Roses Smasher wird hier ziemlich verunglimpft. Oh mann, diese Instrumentierung ist schon recht dürftig. Im Prinzip versucht man den Song ziemlich genau nachzuspielen, aber das mit dem Sound. Die Keyboards und die zu hohen Gitarren zerstören jegliches Feeling des Songs. Die zwischenzeitlich eingesetzten Grunts passen ebenso wenig wie der Versuch der Frontfrau, den Song mit ihrer sanften unrebellischen Stimme genau zu kopieren. Hier wird versucht, fast jeden Atemzug von Axl Rose zu imitieren. Nee, das gerät wirklich peinlich.

„My Fury“ kombiniert klassische Klänge mit Power Metal sowie verzerrten Parts. Grmpf, wer einmal Haggard gehört hat, wird dies hier eher hassen als lieben. Da aber auch kein gelungener Chorus entwickelt wurde, hat der Song, auch wenn er sich mit anhaltender Zeit immer mehr im progressiven Power Metal wieder findet, keine wirklichen höhepunkt-ähnlichen Ansätze.

Der Klavierpart kurz vor dem Ende ist ein wenig zu schroff gehalten und wirkt ein wenig hektisch. Dass man dann noch einmal zum eigentlichen Thema zurückfindet, hätte ich nicht erwartet.

„Atmospheries“ beschließt das Album dann ebenso negativ, wie es begonnen wurde. Ein elektronisches Outro quasi, welches aber durch seine Länge zu einem Song geworden ist. Nee, diese Art der gefühlslosen Musik ist absolut nicht mein Ding.

Fazit: Wenn man es schafft, den Keyboarder an die Kette zu legen und einen Produzenten zu gewinnen, der den Namen Produzent gerecht wird, dann hat die Band definitiv Chancen, etwas richtig Gutes abzuliefern. Ein Hauptproblem dürfte auch darin liegen, wie die Band ihr Material schreibt. Nehmen wir das Beispiel Amy Lee von Evanescence. Hier wird die Musik um die Stimme herum konstruiert und es ist toll. Aber hier hat man eine gute Sängerin und verkauft sie deutlich unter Wert, denn hier klingt es, als ob die Musik da ist und Stimme wird als eigentlich unwichtiges Element hinzugefügt. Ich bin gespannt, wie sich die Band weiterentwickeln wird, denn gute Ansätze sind vorhanden.

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