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Midnattsol: Nordlys

Fans von melodischem Gothic Metal mit Folkeinschlag sollten hier zugreifen
Wertung: 8/10
Genre: Dark Folk Metal
Spielzeit: 50:1
Release: 28.03.2008
Label: Massacre Records

Midnattsol, norwegisch für Mitternachtssonne, haben sich bereits anno 2002 aus 4 ehemaligen Mitgliedern der Dark Metal Formation Penetralia gegründet. Mit dabei waren damals schon Birgit Öllbrunner am Bass und Carmen Elise Espanæs, die Schwester von Liv Christine (Ex-Theatre of Tragedy, jetzt bei Leaves Eyes), am Gesang.

In unveränderter Besetzung folgte nach dem 2003er Demo „Midnattsol“ im Jahr 2005 über Napalm Records das Debut „Where Twilight Dwells“, das schon einige gute Kritiken einheimsen konnte, aber ebenso starker Kritik ausgesetzt war. Allerdings sollte es 3 Jahre dauern, bis mit demselben Line-Up das zweite Album „Nordlys“ eingespielt wurde.

Die starke Kritik dürfte mit „Nordlys“ nun wohl nachlassen, denn das, was bei „Where Twilight Dwells“ stellenweise kitschig und seicht klang, wurde hier durch Stilvielfalt und herausragende Ideen wieder wettgemacht, auch wenn es stellenweise noch einige kleine Schwächen gibt.

Doch bereits der Opener „Open your Eyes“ stellt klar, dass Midnattsol im Jahre 2008 nicht nur um einiges erwachsener klingen, sondern zudem noch um einiges stärker als noch auf der Debut Scheibe. Dabei ist man nicht nur an den Instrumenten – hier seien vor allem die abwechslungsreichen Gitarren besonders erwähnt – sondern auch Carmen Elise Espanæs am Gesang, denn die kleine Norwegerin hat hier ihre Leistung noch mal um einiges gesteigert.

Natürlich bleibt der Gesang für viele beinharte Metalpuristen weiterhin Geschmackssache, doch Fans von weiblichem Gesang kommen hier voll auf ihre Kosten.

Erfreulich ist übrigens auch, dass man härtetechnisch eine Stufe höher geschaltet hat und hier des öfteren mal Doublebass, Stakkato Gitarren und auch Up Tempo Beats auspackt, was für viel Kurzweile sorgt. Vor allem „Skogens Lengsel“ (komplett in norwegisch vorgetragen) zeigt Midnattsol von einer fast neuen Seite. Bei dem Quasi Titelstück „Northern Light“ (die englische Übersetzung von „Nordlys“) schafft man es sogar, partiell einige orientalische Einflüsse mit einzubinden, während man bei dem über 8-minütigen Stück „Konylie“ zwar stilistisch stellenweise stark an die 90er erinnert wird, aber mit viel Geschick und modernen Elementen dennoch keinen Nostalgie-Flash verursacht, sondern der Musik eine aktuelle Verpackung verpasst. Vor allem die Leadgitarren klingen hier wirklich sehr gut.

Zu den starken Gothic und Dark Metal Roots sind es vor allem die gelegentlichen Folk Elemente, was Anhänger dieser Stilrichtung sicherlich Freude bereiten wird. Gerade die Ballade „New Horizon“ oder „En Natt I Nord“ ragen hier sehr gut heraus. Doch sollte man jetzt hier keinen Vergleich mit Bands wie Ensiferum, Moonsorrow, Turisas oder Konsorten übers Bein brechen wollen, denn von diesen Acts ist man dann doch noch meilenweit entfernt.

„River of Virgin Soil“ hingegen erinnert sogar ein wenig an die Finnen Amorphis, vor allem an deren Album „Eclipse“.

Aufgenommen hat man die Scheibe in 2 Studios: Den Gesang nahm man in den Mastersound Studios in Stuttgart-Fellbach auf, während alle Instrumente zusammen mit Markus Stock in den Klangschmiede E Studios eingeholzt wurden. Abgemischt wurde das Ganze in den Antfarm Studios von Tue Madsen, das Mastering übernahmen Mika Jussila, Daniel Droste und Christian Hector in den Finnvox Studios in Helsinki. Ein ordentlicher und vor allem druckvoller und klarer Sound ist somit garantiert.

Fazit: Fans von atmosphärischem, melodischen Gothic Metal mit Folkeinschlag sollten hier auf alle Fälle nicht abgeneigt sein, sondern können getrost mehr als nur ein Ohr riskieren!

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