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Midas Factory: Within A Lifetime

Solider Waverock mit schwebenden Gitarren-Leads
Wertung: 6/10
Genre: New Wave/Post-Punk
Spielzeit: 55:42
Release: 03.12.2009
Label: Eigenproduktion

Heute noch den Spirit alter Post-Punk- und Wave-Helden wie Joy Division, The Cure und Konsorten einzufangen, ist sicherlich ein schwieriges Unterfangen, doch gelegentlich findet man doch mal eine Truppe, die viel älter klingt als sie eigentlich ist. Diesem Sound widmen sich auch Midas Factory, die mit ihrer selbst „Waverock“ genannten Musik nach Kräften versuchen, alte Zeiten wieder aufleben zu lassen, dabei aber nicht durchgängig eine gute Figur machen.

Die punkige Attitüde, die viele der damaligen Bands zur Schau trugen, findet man bei Midas Factory jedoch eher selten, stattdessen ist fast immer eine gewisse Melancholie zugegen. Dieser liegen die sehr ausgefeilten Gitarren-Arrangements zugrunde, die einen fast schon schwebenden Klang besitzen und der Musik ein verträumtes Ambiente verschaffen. In diesen gelungenen Melodien liegt auch eine der größten Stärken der Band, denn obwohl wegen der für das Genre viel zu langen Spielzeit von gut 55 Minuten einige Wiederholungen vorprogrammiert sind, lassen sich doch einige sehr schöne und durchdachte Melodiebögen auf dem Album entdecken. Schon etwas schwieriger zu beurteilen ist der Gesang von Martin Groß, der häufig unfreiwillig komisch wirkt und die Atmosphäre nicht optimal unterstützt – nach einer Eingewöhnungsphase lässt sich aber nicht leugnen, dass die Stimme einen gewissen zu der Musik passenden Charme verprüht und vermutlich unter die Kategorie „Geschmackssache“ fällt.

„To Walk This Life“ läutet das Album gleich mit der etwas härteren Seite von Midas Factory ein: Die gelungene Melodie wird von einem treibenden Rhythmus begleitet, erfährt aber in Form des Gesangs, der in diesem Stück auf eine gezwungen wirkende Weise rau anmutet, einen Dämpfer, so dass schon zu Beginn Potential verschenkt wird. Glücklicherweise rettet „A Rainbow To Follow The Dark“ die Situation danach wieder und bietet neben der melancholischen Melodie auch beim Gesang eine solide Leistung. In „Voiceless Happiness“ gibt es einige sehr gelungene Basslines zu bewundern, während „The Drowning Ball“ beweist, dass auch Aggressivität der Band steht, wenn sie richtig angewandt wird.

Obwohl die Stücke von der Machart allesamt relativ ähnlich klingen, liegen die Unterschiede im Detail und erschließen sich erst nach mehreren Hördurchgängen. „The Way“ gibt sich beispielsweise schleppender als der Rest des Albums und sorgt mit leichtem psychedelischem Einschlag für Abwechslung, während „Feelings Of The Alltime Beauty“ eher den typischen Rocker auf der CD markiert. Die balladeske Seite der Band wird mit „Lost In...“ betont – überzeugen tut diese aber nicht, dafür zeigen die Waverocker mit „St. Petersburg“ noch einmal, dass sie ein unbestreitbares Talent für sehnsüchtige Melodien besitzen, die das Album noch ein Stück weit über den Durchschnitt hieven.

Ein Highlight unter den aktuellen Post-Punk-Veröffentlichungen liefern Midas Factory mit „Within A Lifetime“ sicherlich nicht ab, zumindest aber eine solide Version der melancholischsten Variante des New-Wave-Sounds. Zwar wird mit der Überlänge vieles von dem Potential, einprägsame Songs zu schreiben, verschenkt, nichtsdestotrotz beweist die Band immer wieder, dass sie ein Talent zum Schreiben von gelungen melancholischen Lead-Gitarren-Melodien besitzt. Wer sich an der gelegentlichen Gleichförmigkeit und dem gewöhnungsbedürftigen Gesang nicht stört, kann hier ruhig einmal hereinhören, denn authentisch klingt der Sound der Formation allemal.

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