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Midas Factory: This Time Flowers Grow

„This Time Flowers Grow“ oder wachsen Blumen auch im Winter?
Wertung: 8.5/10
Genre: Wave, Darkwave
Spielzeit: 48:4
Release: 01.01.1970
Label: Eigenproduktion

Die Fabrik des Midas? Noch nie etwas von ihr gehört. Das liegt wohl einerseits an der Tatsache, dass ich nicht in der Gegend um Köln zu Hause bin und andererseits daran, dass dies der erste Tonträger der Band ist.

Die Covergestaltung lässt keine Rückschlüsse auf die enthaltene Musik zu. Umso gespannter erwarte ich das Erwachen der Klänge aus meinen Boxen.

Als Opener bietet der Titelsong klassischen Waverock aller erster Güte. Wundervolle Gitarrenarbeit, ein herrlich grummeliger Bass und ein straightes Schlagzeug – Düsterherz was willst Du mehr. Melancholie umarme mich! „Song For A Filial Mind“ hüllt mich wie ein warmer Herbstwind ein und entführt mich mit seinem balladesken Charakter in eine andere Welt. Melancholie verführe mich! „Eine sanfte Brise“ erfasst mich und weht mich hinfort. Psychedelia und Wave verschmelzen zu einem Ganzen. Vor völliger Entrücktheit bewahren mich die äußerst gelungenen Basslinien. Muss ich in die Realität zurück - nein.

Ich „Sehe das Licht“ und abermals ziehen mich Bass und Gitarren in ihren Bann. Bis hierhin verführerisch schön. „Down In The Valley Eyes Kill Reality“ verbindet Wave und ur-amerikanischen Deathrock zu einem organischen Ganzen, abgerundet durch den eigenwilligen Sprechgesang. Die Atmosphäre ist bedrückend – ich will hier weg, wären da nicht wieder diese tollen Melodien. Kaum dem Tal des Todes entronnen, wird mein „Gefrorenes kopfloses Ich/Gehirn“ erst mal in die Endsechziger verfrachtet. Noch mehr psychedelische Musik. „The Empty Room“ ist der dunkel-apokalyptische Auftakt zum sich nahtlos anschließenden „The Brave“. Mit beidem wäre die Band vor mehr als dreißig Jahren mit Sicherheit berühmt geworden, vereint es doch die beiden Vorlieben der Musiker Psychedelica und düsteren Wave auf geniale Weise.

Ich schwebe wie ein Luftballon durch den Raum und entschwinde in eine andere Dimension. Halt – ich muss zurück. „Lifei In A Circle For A While“ rockt gut und eignet sich bestimmt hervorragend für den gruftigen Tanzboden. „A Word Called ...?“ und wieder grummelt der Bass unter den Gitarren als würde er sagen wollen – Friede sei mit dir. Und er ist mit mir, denn „Another Even Greater Day“ führt die zuvor aufgenommene ruhig-düstere, leicht entrückt wirkende Stimmung fort. (Erinnert mich an eine meiner Lieblingsplatten aus 1983, die hat auch so ein spezielles Feeling.) Es folgt ein „Intro“ so mit Gewitter und Geräuschen und ... . Genau, da läuft doch einer, aber wohin? Schreie, die Spannung steigt, anschwellende Gitarrentöne – Dramatik pur. Schluss! „The Edge“ beginnt mit beschwörend – flüsterndem Gesang und der Bass erfreut abermals Ohren und Herz. Ein verschleppt wirkender Takt treibt das Lied voran. Am Ende ist das Schlagzeug mutterseelenallein und sein Klang verhallt. Schön.

Bleibt eine Anmerkung zum Gesang. Der will nicht so recht überzeugen, auch wenn ich nach mehr als einem Dutzend Durchläufen eingestehen muss, dass er eigentlich ganz gut zur Musik passt.

Fazit: Musikalisch interessante und gelungene Platte. Am Gesang scheiden sich meine Geister.

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