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Michelle Darkness: Brand New Drug

Sein Solo-Debüt
Wertung: 7/10
Genre: Gothic Rock
Spielzeit: 49:40
Release: 26.10.2007
Label: AFM Records

Nachdem End of Green nun bereits schon seit einigen Jahren eine feste Größe im modernen Gothic Rock - Genre sind, war es im Grunde nur eine Frage des richtigen Augenblickes gewesen, bis auch in jener schwäbischen Combo erste Soloaktivitäten verzeichnet werden sollten.

Der Vorreiter ist in diesem Falle niemand Geringeres als der Frontmann Michelle Darkness selbst: “Brand New Drug“ - so der Titel seines Soloalbums - dürfte also entsprechend nicht nur von heimischen End of Green - Fans heiß herbeigesehnt werden…

Produziert und aufgenommen wurde “Brand New Drug“ allerdings komplett in Finnland. Fachkräftige Unterstützung fand er hierbei bei Produzent Nino Laurenne (Thunderstone) und Gefolgschaft.

Des Weiteren konnte man für das Solodebüt von Michelle Darkness noch einige renommierte Gastmusiker engagieren, die den jungen Musiker nach Leibeskräften unterstützen sollten… So haben es hier beispielsweise Hanna Pakarinen (eine bekannte finnische Chartstürmerin), Mika Tauriainen (Entwine) und Christian Hector (Ahab, Mindnattsol) vollbracht, dem Schaffen von Michelle Darkness noch einen kleinen extravaganten Stempel aufzudrücken.

Herausgekommen sind hierbei - zumindest in der mir vorliegenden, regulären Albumversion - gut und gerne zehn neue Kompositionen aus dem Hause Darkness. Zusätzlich enthält “Brand New Drug“ mit “Love will tear us apart“ und “Pet Semetary“ noch zwei Fremdkompositionen im neuzeitlichen Gewand.

Im Original stammt “Love will tear us apart“ von der legendären Cold Post Punk - Band Joy Division um Mastermind Ian Curtis (RIP). Kein leichtes Erbe also, das Monsinour Darkness hier angestrebt hat… Zur allgemeinen Besänftigung kann ich allerdings konstatieren, dass diese Coverversion wirklich gelungen ist: Lediglich von sanften Schlagzeugrhythmen und einer Akustikgitarre untermalt, ist dieses lieblich-eindringliche Duett von Hanna Pakarinen und Michelle Darkness durchaus als ein innovativer Kniefall vor dem Original zu verzeichnen.

“Pet Semetary“ - im Original von den Ramones - hält sich hingegen musikalisch stark mit Experimenten zurück. Somit klingt “Pet Semetary“ zwar einerseits sehr vertraut, aber auf der anderen Seite ist der Sinn einer „1:1 Umsetzung“ letztendlich dann doch eher fragwürdig.

Kommen wir also nun zu dem handeigenen Schaffen von Michelle Darkness: Mit “My Sweet“ hat man sogleich einen intelligenten Opener gewählt, der auch problemlos einen Großteil des gesamten Albums repräsentiert. Denn hier treffen in erstaunlich vertrauter The 69 Eyes - Manier dunkle und melodiöse Bass- und Gitarrenriffs aufeinander, umgarnt von Michelles charismatischer Stimme, die in ihrer tiefen Tonlage der von 69 Eyes - Sänger Jyrki wirklich in Nichts nachsteht.

Während der Titelsong “Brand New Drug“ dann selbst allerdings etwas poppiger zu Werke geht, offenbart hingegen “Shine on“ mit seinen filigran eingesetzten Growl-Parts deutliche Anleihen an den modernen Doom Metal. Jedenfalls kann sich dieser Stilmix durchaus hören lassen, da er wohl überlegt und atmosphärisch-geschickt umgesetzt wurde.

Getragene Gitarrenhärte mit melodisch hohem Eingängigkeitsfaktor gibt es weiterhin bei Titeln wie “Dopecrawler“, “The Dawn“ und “Raging Fire“. Allesamt als Clubfutter zu verwenden, die insbesondere Anhänger der eben erwähnten The 69 Eyes nicht kaltlassen wird.

Doch dann beginnt “Brand New Drug“ auch schon damit, sich eher sanft und ruhig auszuklingen: Was “The Sound of Silence“ bereits vorsichtig andeutet, wird beim zögerlichen “Forgotten Sun“ in stoischer Herangehensweise zu Ende gebracht… Und genau darin liegt für mich persönlich auch ein wenig der Knackpunkt an diesem Album: Drei finale Songs sind einfach deutlich zu viel, um einen würdigen und ausgeglichenen Abschluss zu finden. Weniger wäre hier allemal deutlich mehr gewesen.

Fazit: Michelle Darkness hat mit “Brand New Drug“ den melancholisch-kraftvollen Gothic Rock sicherlich nicht neu erfunden (dafür sind alleine schon die Schnittmengen zu Kultcombos wie The 69 Eyes, Type O Negative und Sisters of Mercy einfach zu deutlich). Doch versteht der fleißige Schwabe durchaus sein Handwerk darin, die wirklich relevanten Essenzen aus diesem Genre zu ziehen und diese dann - teils modern, teils merklich old-school - auf diesem Silberling zu verewigen…

Die Fans wird es sicherlich freuen und dürfen demzufolge auch beherzt zugreifen. Allen anderen empfehle ich allerdings einen vorherigen Probedurchlauf in Form einer Hörprobe.

Erscheinen wird “Brand New Drug“ auch in einer limitierten Sonderauflage. Diese wird dann auch den Bonustrack “Hatethings“ (feat. Mika Tauriainen) enthalten.

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