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mewithoutYou: [untitled]

Eine spannende und eindringliche EP
Wertung: 8,5/10
Genre: Alternative Rock, Indie Rock
Spielzeit: 25:23
Release: 17.08.2018
Label: Big Scary Monsters

Die Zeit rennt: Über ein halbes Jahr ist es jetzt her, dass die US-Amis mewithoutYou im August überraschend eine EP mit dem ungewöhnlichen Titel „[untitled]“ ankündigten, die quasi ab sofort auf allen Streamingportalen zugänglich war. Gleichzeitig wurde für Anfang Oktober das passende Album „[Untitled]“ in den Terminkalender genagelt. Nicht nur die Titel, auch die verknäulten Frontcover machten unmissverständlich auf den ersten Blick klar, dass die Veröffentlichungen zusammengehörten. Soundtechnisch muss man da schon etwas tiefer in die Materie eindringen.

Einfach mal so „nebenbei“ hören gestaltet sich bei den Philadelphianern erwartungsgemäß schwierig, denn so plätschert der samtige Alternative Rock einfach am Hörer vorbei. Mit ein bisschen Konzentration eröffnen sich aber teils wirklich nur schnöde als „schön“ zu bezeichnende Klangwelten, die das Trüppchen da auf einer knappen halben Stunde Spielzeit aufgebaut hat. Sänger Aaron Weiss stellt da noch das gewöhnungsbedürftigste Element dar, mit seiner konstant leicht verschnupft-nasal klingenden Stimme.

Startet „Bethlehem, WV“ noch vergleichsweise wenig aussagekräftig, können mewithoutYou schon beim zweiten Song „Winter Solstice (alt. Version)“ heftig punkten; die dumpf-hypnotische Akustikgitarre in Verbindung mit Weiss‘ unaufdringlichem Gesang mögen erst mal wenig Eindruck machen, eindringlicher wird‘s dann aber schlagartig beim Refrain, der eine fast mystische Stimmung verbreitet und damit sicherlich länger als ein paar Umdrehungen im Hirn hängen bleibt.

Mit „Dirty Air“ bewegen die Herrschaften sich fast auf (wenn auch gemächlich) tanzbarem Boden, gerade der Refrain überrascht dann auch noch mal durch fast schon heftige Instrumentierung, bevor „Cities Of The Plain“ wieder deutlich entspannter zu Werke geht und (leider) mit einem ungebührlich langen, unspektakulären Intro daherkommt, bei dem man sich dann über die Spielzeit von fünf Minuten auch nicht mehr wundern muss. Erst ab der Zwei-Minuten-Marke passiert überhaupt etwas, dann kann sich der Song aber nahtlos in die Reihe der Einspieltipps einfügen, verfügt er doch über eine wunderbare Melodie und eine eindringliche Stimmung, die einen irgendwie dazu verleitet, nachdenklich aus dem Fenster zu schauen (optimalerweise regnet es und man kann den Tropfen zuschauen). Tatsächlich nimmt Drummer Rickie Mazzotta dann noch ein bisschen Fahrt auf und wendet das Blatt fast schon zum Bedrohlichen. Ein schöner Track, der einen guten Überblick über die Einflüsse der Band gibt.

Auch im treibenden „August 6th“ muss man dem Schlagwerker Extralorbeeren überreichen, denn in Kombination mit einem durchdringenden Bass macht der Track eine ziemlich ordentlich Gänsehaut inklusive dickem Kloß im Hals, den man gar bei Sänger Aaron ebenfalls zu vernehmen meint. mewithoutYou übertreffen sich hier selbst – ein dicker Pluspunkt für diesen nahezu perfekten Track!

Was für mewithoutYou-Nichtkenner beinah etwas lahm anfing, mausert sich nach nur zwei Durchläufen zu einem durchaus spannenden Scheibchen, zu dem eigentlich gar nicht mehr viel gesagt werden muss, außer dies: Alternative-Rock-Freunde, die auf mal auf bratende Gitarren verzichten können, sollten sich die Amis unbedingt mal zu Gemüte führen.

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