Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Metsatöll: Äio

Viel haben die Esten nicht verändert, aber sie vermögen es noch immer, eingängige Songs zu schreiben
Wertung: 7.5/10
Genre: Folk Metal
Spielzeit: 60:26
Release: 12.03.2010
Label: Spinefarm Records / Soulfood

Die Band Metsatöll, deren Name aus dem Altestnischen stammt und ein Euphemismus für Wolf ist, dürfte den meisten schon seit geraumer Zeit ein Begriff sein. Nicht nur, weil die Songtexte der Jungs in ihrer Heimatsprache gehalten sind (was allerdings ja schon für Aufsehen sorgt, denn so viele Bands, die in Estnisch singen, dürfte es wohl nicht geben), haben sie sich in der Folk-Metal-Szene einen Namen gemacht: Vielmehr war man veröffentlichungstechnisch bisher alles andere als faul und hat in regelmäßigen Zwei-Jahres-Abständen bereits drei Full-length-Alben herausgebracht, des Weiteren zwei Live-DVDs beziehungsweise -CDs, sowie einige Singles und Demos.

Der Verfasser dieser Zeilen machte trotzdem erst auf der letzten Tour zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem Quartett, als es als Support von Ensiferum auftrat und einen würdigen Anheizer für die Finnen abgab. Nachdem ich nun inzwischen auch in die älteren Releases von Metsatöll reingehört habe, wurde schnell klar, dass sich auf dem neuen Silberling „Äio“ im Vergleich nicht allzu viel geändert hat: Noch immer treten bei den Esten die traditionellen Folk-Instrumente wie Flöten, Sackpfeifen und Kantelen mehr zum Vorschein als bei anderen Bands des Genres, ohne dass die für das Metal-Element sorgenden E-Gitarren dabei zu sehr in den Hintergrund gedrängt würden – es besteht hier ganz sicher nicht die Gefahr, in seichte Schandmaul-Gefilde abzudriften.

Technisch scheint man sich allerdings ein wenig weiter weiterentwickelt zu haben, was beispielsweise das – verhältnismäßig gesehen – recht komplexe Drumming beim Quasi-Opener „Kui Rebeneb Taevas“ beweist, einem Song, der mit Sicherheit gleich einen der stärksten Tracks des Albums abgibt, und dem meiner Ansicht nach etwas zu lang gezogenen Intro „Ema Hääl Kutsub“ folgt. Auch das starke Titelstück kann mit einigermaßen vertrackter Rhythmik aufwarten, was schon beinahe für einen leicht progressiven Hauch sorgt.

Ansonsten wird hier wie gehabt die angesprochene Mischung zelebriert und nach wie vor vermögen es Metsatöll zweifelsohne, eingängige Songs zu schreiben, die live mit Sicherheit eine gute Figur abgeben werden. Gerade bei den vielen hymnischen Männerchor-Passagen in Songs der Marke „Vaid Vaprust“, „Vägi Ja Võim“, „Minu Kodu“ oder „Roju“ kann man sich die gereckten Trinkhörner und bierseliges Mitsingen bestens vorstellen; es dürfte zwar eher ein kleiner Prozentsatz auf der Welt des Estnischen mächtig sein, aber allein die Melodien lassen sich zumindest gut mitgrölen.

Das Ganze wird mal im Midtempo und mal in etwas höherer Geschwindigkeit dargeboten, sodass für Abwechslung gesorgt ist – zu letzterer trägt auch das kurze Akustikintermezzo „Kuni Pole Kodus, Olenkaugel Teel“ bei.

Es wird bestimmt Leute geben, die eine Flötenmelodie wie bei „Tuletalgud“ als penetrant und die zahlreichen Sackpfeifen-Einsätze als Gedudel bezeichnen werden, aber bei Metsatöll sollte man inzwischen wissen, was einen erwartet – man mag es eben oder man mag es nicht. Meiner Ansicht nach liegt hier jedenfalls eine gute Scheibe vor, die zudem mit einem sehr hübschen, archaischen und der Thematik damit gerecht werdenden Cover versehen ist. Sehr schön auch, dass sämtliche Titel auf der Rückseite beziehungsweise auf der CD auch auf Englisch übersetzt abgedruckt worden sind, sodass man zumindest erahnen kann, worum es in den einzelnen Songs geht. – 7,5 Punkte!  

comments powered by Disqus

Fantastischer Abend, der viel zu schnell zu Ende ging

Trotz eher kurzem Set des Headliners ein schöner Konzertabend