Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Methusalem: Unite And Conquer

Ein zweischneidiges Schwert
Wertung: 6/10
Genre: Hard Rock/Heavy Metal
Spielzeit: 40:09
Release: 26.03.2010
Label: Metal Revelation

„Nomen est omen“, das war mein erster Gedanke, als ich „Unite And Conquer“ das erste Mal einlegte. Eine Band, die sich eindeutig der alten Schule verschrieben hat, sich dann auch noch den Namen Methusalem gibt und mit Titeln wie „Hardrock Showdown“ aufwartet, ist mit einem Namen, der nicht gerade für das Moderne steht, schon gut beraten. Was uns die fünf Holländer, die auf ihrem Pressefoto übrigens gar nicht so alt aussehen, allerdings mit diesem Cover sagen wollen, erschließt sich mir nicht. Ich hätte bei so einem Anblick schon fahnenschwingenden amerikanischen Patrioten-Rock erwartet, aber das bleibt uns glücklicherweise erspart. „Unite And Conquer“ ist nach fünf Jahren Pause das zweite Album der Band, die in dieser Zeit diverse Konzerte spielte und sogar mit Blaze Bayley unterwegs war.

Das eingangs erwähnte „Hardrock Showdown“ macht dann auch direkt den Anfang und zeigt, was das Quintett ausmacht. Erdiger Hard Rock, immer schön eingängig gehalten, aber leider auch nie so ganz aus dem Quark kommend. Es wirkt so, als würden Methusalem nur mit angezogener Handbremse spielen und ihren Songs somit jegliche Dynamik rauben. Wenn dann mal die Bassdrum angeschmissen wird, zehrt der blecherne Sound zu sehr an den Nerven, um sich darüber zu freuen. „Go All The Way“ funktioniert dann nach dem selben Prinzip und zeichnet sich nur durch akuten Mangel an eingängigen Melodien aus. Es ist zwar alles schön gefällig, aber geht so sehr am Ohr vorbei, wie es die Rock-Hits tun, die das Radio in jahrelanger Arbeit bis zur Bedeutungslosigkeit heruntergedudelt hat.

Hoffnung auf Besserung macht „Forever“, bei dem die ersten Metal-Einflüsse deutlich werden. Harold de Vries versucht sich an hohen Stimmlagen und scheitert dabei immerhin nicht. Durch den „catchy“ Refrain und die schönen Soli steigert sich das Niveau doch deutlich. Die schnelleren Songs scheinen Methusalem ohnehin mehr zu liegen. „Thunder“ wird seinem Titel zwar nicht ganz gerecht (dafür ist der Gesang zu zahm), aber instrumental gibt es für den Altmetaller nichts zu meckern. Warum nicht immer so? Gut, dann würde das Album sehr eintönig sein, aber die Klasse vom Albumhighlight „Running In Circles“ zeigt doch deutlich, wo die eigenen Stärken liegen. Abwechslungsreich aufgebaut und dennoch eingängig sollten Methusalem mit diesem Lied auch live gut abräumen können. Es spricht aber für sie, dass sie sich auch in anderen Bereichen beweisen wollen.

Das klappt aber nur bedingt. „Lock And Load“ und „Get Ready To Rock“ orientieren sich mehr an den ersten beiden Liedern der Platte, animieren aber immerhin zum Wippen mit Fuß und Nacken. Es mangelt aber immer noch an guten Hooklines und einem richtigen Rockorgan am Gesang. Die True Metal-Nummern funktionieren mit dieser Stimme ganz gut, Rock der Marke Whitesnake braucht entweder mehr Feeling oder eine ordentliche Portion Rotz.

Völlig daneben gegangen sind aber die ruhigen Momente von „Unite And Conquer“. Der Titeltrack und „Brothers In Arms“ sind nichts anderes als in die Länge gezogene Langweiler. Textlich ist „Brothers In Arms“ nach Schema F komponiert und musikalisch verhält es sich nicht besser. Beim Titeltrack versucht man sich zum Ende hin noch mit dem Einsatz von E-Gitarren zu retten, aber ohne gute Ideen bringt das erwartungsgemäß wenig.

Fazit: „Unite And Conquer“ ist nicht schlecht, steckt aber im tiefsten Mittelmaß fest. Man kann der Band zu Gute halten, dass sie keines ihrer Vorbilder dreist kopieren. Sicher kann man immer etwas Iron Maiden, da ein wenig Helloween oder auch diverse Hard Rock-Bands heraushören, aber Methusalem haben dennoch eine eigenen Linie. Diese ist zwar noch nicht herausragend, aber immerhin vorhanden.

comments powered by Disqus

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna