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Methods Of Mayhem: A Public Disservice Announcement

Nicht das, was man hätte erwarten können
Wertung: 6.5/10
Genre: Rap Metal, Alternative Rock
Spielzeit: 43:29
Release: 17.09.2010
Label: Roadrunner Records

Wenn eine Band sich nach nur einer Platte und einem Jahr Bestehen auflöst, lief da entweder was gründlich falsch oder es waren die falschen Leute mit an Bord. Methods Of Mayhem gründeten sich bereits 1999, als Mötley Crüe-Drummer und Skandalnudel Tommy Lee sich – nicht zum ersten Mal – von seiner Baywatch-Maus Pamela Anderson trennte und sich nach alternativen Hobbies umsah. Was dabei rauskam, hörte auf den schönen Namen Methods Of Mayhem, brachte noch im gleichen Jahr ein selbstbetiteltes Album heraus und fuhr direkt mehrfach Platin ein. 2000 wurde die ganze Geschichte dann aufgelöst, man ging getrennte Wege und bereits seit letztem Jahr palaverte Mr. Lee über eine Reunion.

Dass der Mann das tatsächlich hinbekommt, hätte wahrscheinlich keiner mehr geglaubt – Fakt ist aber, dass der Drummer einen nicht unerheblichen Teil der Besetzung über den Haufen geworfen hat. War die Combo ursprünglich als Kollabo zwischen Lee und dem Rapper TiLo gedacht, so muss letzterer jetzt schauen, wie er seine Brötchen verdient – an seine Stelle treten Phil X für Gitarre und Gesang, Drummer Will Hunt und Marty O’Brien am Bass und Gesang. Der Rest ist wie gehabt: Tommy Lee posiert mit der Gitarre am Mikro, ebenso wie seine Kumpane aus früheren Tagen, „J3“ und Kai Marcus, sowie DJ Aero an den – man vermutet es - Turntables.

Der Rap Metal/Alternative Rock der Band mag jetzt Geschmackssache sein, dennoch versprüht das neue und zweite Album „A Public Disservice Announcement“ einen unbestreitbaren Old School-Touch. Rap, Hip Hip, Hardcore, Metal – alles ist dabei, alles wird gemischt. Dabei kann man zwar nicht an vergangene Zeiten anknüpfen, aber man wird ja auch älter. Einen besonderen Touch hat die Platte aber dennoch: Auf der Homepage der Band konnten Fans und solche, die es werden wollen, ihre Songschnipsel hochladen, die schlussendlich in den fertigen Song eingefügt wurden. Eine schöne Sache, die MOM sicherlich eine neue Fans eingebracht haben dürfte und erst recht neugierig auf die Scheibe macht.

Leider klingt direkt der Opener „Drunk Uncle Pete“ nach einer etwas ältlichen Version der Bloodhound Gang. Zu empfehlen ist der Song genau dann, wenn man selbst völlig hacke ist, der Refrain eignet sich nämlich ganz gut zum Mitgröhlen – qualitativ hochwertiges Liedgut sieht allerdings anders aus. Ungewohnt ruhig, fast besinnlich kommt dann „Louder“ daher, mit poppigen Anleihen und klarem Gesang. Den Song als typisch für MOM zu bezeichnen, wäre vermutlich nicht angebracht, schlecht ist das Stück aber nicht, auch wenn es in jeder beliebigen Radiosendung laufen könnte.

„Fight Song“ ist dann genau das, was man erwartet hat – und es funktioniert: wummernde Gitarren, aggressives Shouting, das ein wenig nach einer Mischung aus Flaw und den ganz frühen Emil Bulls klingt, nur zwischendurch zerpflügt von klarem Gesang. So stellt man sich Rap Metal vor, so lädt die Musik zum Moshen ein, auch wenn zwischendurch die Melodie nicht zu kurz kommt.

Apropos Radio: Wenn „Blame“ nicht ein Dauerbrenner im amerikanischen „Rock“-Radio wird, weiß ich auch nicht. Das Stück ist dermaßen auf Kitsch ausgelegt, dass dagegen selbst Nickelback wie Black Metal aussehen. Im Gegensatz dazu klingt „Only One“ mit seinem Deftones-ähnlichen Gesang wirklich interessant, auch wenn das Mainriff eher simpel gestrick ist. Dafür tobt sich aber jemand – vermutlich Tommy Lee – sehr ausgiebig am Solo aus. Schade, dass „All I Wann Do“ gleich im Anschluss sehr platt gerät, vor allem im Vergleich mit einem so starken Song.

Fazit: Es könnte fies klingen, aber die neue Scheibe von Methods Of Mayhem ist ziemlich genau so, wie das berühmteste Bandmitglied – irgendwie ganz cool, aber zu klischeehaft. Zwar sind auf „A Public Disservice Announcement“ durchaus ansprechende und intelligent arrangierte Songs zu finden, die bilden aber eher die Minderheit. Der Rest sind, bis auf das unsägliche „Blame“ und das ebenso unnötige „Party Instructions“ gut gemachte Partysongs, die man sich unter dem Einfluss diverser Mittelchen sicherlich auch öfter anhören kann.

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