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Metamorph: Lamashtu

A lesson in being "non conform"
Wertung: 8/10
Genre: Death Metal
Spielzeit: 48:48
Release: 08.05.2009
Label: Deathinteresse Records

Bei Metamorph handelt es sich um eine Death Metal-Band aus Münster, die Anfang Mai dieses Album veröffentlichte. Gegründet hat sich das Quintett Anfang 2007 und kann mit der im Januar 2008 erschienenen „Demo-LP 2007“ bereits auf eine Veröffentlichung verweisen. Damals spielte man noch Melodic Death Metal, heute bezeichnet sich die Band als „Non Conform Death Metal“. Wie sich nicht konformes Todesmetall anhört, kann auf „Lamashtu“ (mesopotamische Göttin des Kindbettfiebers – danke Wikipedia!) überprüft werden, welches in Eigenregie aufgenommen und extern gemastert und gemixt wurde.

Wie immer haben die Adleraugen unter euch schon die Bewertung entdeckt und gesehen, dass Metamorph mit ihrem ersten „echten“ Album einiges richtig gemacht haben. Ordentlich donnernde Riffs, abwechslungsreiche Grunts am Mikro von Frontmann Tim, stellenweise sehr progressives Songwriting und knallendes Drumming sind nicht die schlechtesten Zutaten für Leute mit „Deathinteresse“ (dieser Labelname ist der Hit). Einzig die Produktion ist „nur“ in Ordnung, denn speziell das Schlagzeug könnte mehr Druck vertragen. Andererseits werfen viele hoch gelobte Bands Alben auf den Markt, die wesentlich schlimmer, weil steriler, aus den Boxen tönen.

Die Songs im Detail zu beschreiben ist müßig, speziell was das Herzstück der Platte, den „Lamashtu“-Dreiteiler, angeht. Dabei beginnt das Album mit „You Are Not Forgiven“ doch relativ vorhersehbar. Das ist keinesfalls negativ gemeint, denn der Opener ist der genreübliche Schlag mitten ins Gesicht, der im weiteren Verlauf einige leichte Thrash Metal Einflüsse offenbart und zeigt, dass die Band wirklich bis ins Detail an ihren Liedern feilt. „Gust Of Wind“ schlägt in eine ähnliche Kerbe und lässt Erinnerungen an die Polen Behemoth wach werden, ohne dabei den eigenen Stil zu verleugnen.

Das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf dem „Lamashtu“-Dreiteiler, der dankenswerterweise auch weiterhin auf die genreüblichen Splatter-Lyrics verzichtet. Hier zieht die Band so richtig vom Leder und tobt sich in so ziemlich alle Richtungen aus, die extreme Musik zu bieten hat. „A Thousand Lifeless Shards“ offenbart, dass den Münsteranern eine gewisse Band namens Opeth nicht völlig unbekannt sein dürfte, was sich in einer ausufernden ruhigen Passage äußert. Ein kurzes Intermezzo später (das fünfte Lied ist auf dem Backcover nicht mal aufgeführt) liefert die Band das Albumhighlight „Dance Of The Praying Mantis“ ab. Hier schimmern leichte Doom Einflüsse durch und auch die beiden Gitarristen Matthes und Jens dürfen sich gesanglich in Szene setzen (letzterer hat diesbezüglich schon Erfahrung als Sänger bei den Thrashern Final Attack gesammelt). Nach knappen fünf Minuten zieht der Song das Tempo an, nur um dann wieder in eine völlig andere Richtung umzulenken. Das Problem bei solchen Songstrukturen ist stets, den roten Faden nicht zu verlieren, was Metamorph aber glücklicherweise mit Bravour gelingt.

Den Abschluss der Triologie bildet „Tabula Rasa“ und bringt es auf eine Spielzeit von über zwölf Minuten. Wie lange die Band an diesem Monster gesessen hat, will ich lieber gar nicht wissen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Die enorm abwechslungsreiche Progressive Death Wundertüte lässt sich kaum beschreiben und hätte eigentlich den perfekten Abschluss der Platte dargestellt. Als Rausschmeißer fungiert aber „New World Depression“, welches trotz cleaner Gesangspassagen kaum im Gedächtnis bleibt.

Fazit: Wer das in dieser schlummernde Potential nicht erkennt, kann wirklich nicht sehr „deathinteressiert“ sein. Das Quintett bietet mit seinem ersten „richtigen“ Album schon genug, um nicht in der Masse unterzugehen. Zu beziehen ist „Lamashtu“ für einen läppischen Fünfer bei der Band selbst. Trinkt also ruhig mal ein, zwei Bier weniger und hört rein. „Lamashtu“ hat nämlich mit Sicherheit einen höheren Nährwert.

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